Auszeichnung für erste Passivhäuser am Mittelmeer

Ob im Hochgebirge oder am Mittelmeer, der Passivhausstandard ist für jedes Klima geeignet. Das Schiestlhaus auf dem Hochschwab auf  2154 m von den Architekten Treberspurg und Partner 2004/05 war das erste hochalpine Passivhaus. (Foto: © Michael Schmid / wikimeida commons CC BY-SA 3.0 /  https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2921480)
Ob im Hochgebirge oder am Mittelmeer, der Passivhausstandard ist für jedes Klima geeignet. Das Schiestlhaus auf dem Hochschwab auf 2154 m von den Architekten Treberspurg und Partner 2004/05 war das erste hochalpine Passivhaus. (Foto: © Michael Schmid / wikimeida commons CC BY-SA 3.0 / https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2921480)

Wie mit intelligenter Architektur in jedem Klima Energie gespart werden kann zeigen Beispiele in Griechenland und der Türkei: Ein Reihenhaus-Komplex und ein Umweltzentrum erfüllen als erste Gebäude in den Mittelmeerländern den Passivhaus-Standard.

13.02.2015 – Während der internationale Passivhaus-Standard mit einer guten Wärmedämmung, klimatisch optimierten Passivhaus-Fenstern, einer luftdichten Gebäudehülle, einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und einer wärmebrückenfreien Konstruktion erreicht wird, ist in Ländern mit warmem Klima auch eine zusätzliche Strategie gegen Überhitzung im Sommer gefragt.

Das Passivhaus-Institut berichtet nun über gelungene Beispiele in den Mittelmeerregionen. Im Human Resources Center in der türkischen Millionenstadt Gaziantep schützen etwa helle Außenwände und eine Dachbegrünung gegen starke Sonneneinstrahlung. Die Zuluft der Lüftungsanlage wird mithilfe eines Erdwärmetauschers je nach Jahreszeit vorgeheizt oder vorgekühlt. Der Energiebedarf des Gebäudes wird weitgehend über eine Photovoltaikanlage im Garten gedeckt. Das erste Passivhaus-Projekt in Griechenland steht am Rande der Hafenstadt Volos.

Die drei von dem örtlichen Ingenieurbüro X-G lab+development errichteten Reihenhäuser haben eine Gesamtfläche von 477 Quadratmetern. Der Heizwärmebedarf liegt nach Berechnung mit dem Planungstool PHPP bei 12 kWh/(m²a), der Kühlbedarf bei 6 kWh/(m²a). Die Qualitätssicherung erfolgte hier über das Hellenic Passive House Institute, dem nationalen Partner der International Passive House Association (iPHA).

Dass das Passivhaus-Prinzip in mediterranem Klima auch bei der Modernisierung von Gebäuden gute Ergebnisse liefert, konnte unterdessen in einem Vorort von Athen gezeigt werden: Ein Wohnhaus in Papagou erfüllte als das erste im Land die Kriterien des EnerPHit-Standards für Sanierungen mit Passivhaus-Komponenten – und der Praxistest liefert sogar noch bessere Ergebnisse als die Projektierung es erwarten ließ.

Lösungen für energieeffizientes Bauen in warmen Klimazonen sind einer der Schwerpunkte der 20. Internationalen Passivhaustagung, die vom 22. bis 23. April 2016 in Darmstadt stattfindet.

   

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