Energieeffizient im Spa

Das Bambados ist das erste nach dem Passivhaus-Standard gebaute und zertifizierte Hallenbad Europas. Durch moderne, ökologische Technologien kommt das  Schwimmbad mit sehr wenig Energie aus. (Bildquelle: © Stadtwerke Bamberg  / Planer. pbr Planungsbüro Rohling AG Osnabrück)
Das Bambados ist das erste nach dem Passivhaus-Standard gebaute und zertifizierte Hallenbad Europas. Durch moderne, ökologische Technologien kommt das Schwimmbad mit sehr wenig Energie aus. (Bildquelle: © Stadtwerke Bamberg / Planer. pbr Planungsbüro Rohling AG Osnabrück)

Die Effizienz des Passivhaus-Standards ist auch bei Hallenbädern ein Modell für die Zukunft – das zeigt eine Studie zum Energieverbrauch des Hallenbades Bambados in Bamberg. Das ist nicht nur gut fürs Klima, sondern auch für die Kassen der Kommunen.

22.12.2015 – Ein Klimaschutzprojekt zur Nachahmung empfohlen: Kommunen mit knappen Kassen bekommen so die Möglichkeit, nicht nur Energie sondern auch viel Geld zu sparen. Und nicht wenige Kommunen haben in den letzten Jahren ernsthaft darüber nachgedacht, aus der finanziellen Not heraus das örtliche Hallenbad zu schließen – nicht zuletzt wegen hoher Energiekosten. Hallenbäder sind komplexe Gebäude, in denen verschiedene thermische und technische Wechselwirkungen den Energiebedarf beeinflussen.

Eine hochwertige Gebäudehülle ist die Basis für Effizienz, reicht allein aber nicht aus. „Die Betriebskosten von Hallenbädern sind nicht nur wegen des Heizwärmeverbrauchs so hoch, sondern auch wegen des Energieverbrauchs durch Lüftung, Wasseraufbereitung und Beckenwassererwärmung“, erläutert Esther Gollwitzer vom Passivhaus Institut, die zu den Autoren der Studie gehört. Das Potenzial für eine energetische Verbesserung sei entsprechend hoch.

Der Heizwärmeverbrauch im Bambados konnte laut Studie gegenüber Vergleichsbädern um mehr als 50 Prozent reduziert werden, Auch beim Stromverbrauch wurden hohe Einsparungen erzielt – allein bei der Lüftung etwa 60 Prozent in den Schwimmhallen und 50 Prozent in den Nebenzonen. Die Messungen im Laufe von mehr als zwei Jahren machten zugleich deutlich, wie wichtig eine sorgfältige Einregulierung für die Betriebsoptimierung in einem Hallenbad ist – und zwar unabhängig davon, ob im Passivhaus-Standard gebaut wurde oder nur eine herkömmliche Bauqualität vorliegt, berichten die Autoren der Studie. Das Passivhaus Institut hat das Pilotprojekt der Stadtwerke Bamberg von Beginn an wissenschaftlich begleitet – mit einer umfassenden energetischen Beratung ebenso wie mit einem anschließenden Monitoring.

Ähnlich hohe Einsparungen wie in Bamberg wurden auch in einem zweiten Pilotprojekt im westfälischen Lünen erreicht, berichtet das Passivhaus Institut. Ein drittes Passivhaus-Hallenbad wird derzeit in der südenglischen Stadt Exeter geplant. Die bereits gesammelten Erfahrungen seien eine hervorragende Grundlage für weitere Folgeprojekte – gerade in Deutschland wurden viele Bäder in den 70er Jahren gebaut, so dass hier flächendeckend Sanierungs- oder Erneuerungsbedarf bestehe.

Die vollständige Studie ist online verfügbar.

Weitere Details zu dem Projekt und den Potenzialen für zusätzliche Optimierungen beim Bau von Hallenbädern werden auf der Internationalen Passivhaustagung 2016 in Darmstadt vorgestellt.

   

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Journalist und Buchautor
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