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Ältestes Atomkraftwerk der Welt macht Sorgen

AKW Beznau abschalten, fordern die deutschen Anrainer: Hier der Schnellabschaltungsknopf eines Reaktors. (Foto: „Beznau - emergency switch“ von Thomas Kern - www.swissinfo.ch. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons)
AKW Beznau abschalten, fordern die deutschen Anrainer: Hier der Schnellabschaltungsknopf eines Reaktors. (Foto: „Beznau - emergency switch“ von Thomas Kern - www.swissinfo.ch. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons)

Bislang ungeklärte Schwachstellen im Schweizer Atomkraftwerk Beznau an der Grenze zu Deutschland verunsichern nicht nur die Atom-Branche. Es besteht die Befürchtung, dass auch andere Anlagen betroffen sein könnten. Grüne fordern eine Abschaltung.

20.10.2015 – Bereits im Juli dieses Jahres wurden bei Wartungsarbeiten die Wände des Reaktordruckbehälters mit einem modernen Ultraschallgerät durchleuchtet, das tiefer als bisher in die dicken Stahlwände eindringen kann. Der Stahlzylinder schließt die Brennelemente ein und bildet das Kernstück eines Atomkraftwerks. Der Monitor zeigte mysteriöse Befunde, großflächig gestreute Flecken von beunruhigender Größe. Von Unregelmäßigkeiten im Material sprach der Betreiber des AKW. Bis Februar 2016 ist Beznau 1 aus dem Verkehr gezogen.

Ähnliche Befunde hatten bereits in Belgien zu einer Abschaltung von zwei Atommeilern geführt Denn die Ursachen für die Flecken sind nicht geklärt und somit auch nicht die Gefahr die von ihnen ausgeht. Es könnte sich um Einschlüsse handeln, etwa Kohlenstoff-Nester, die durch Fehler während der Schmiedearbeiten eingeschlossen wurden. Das hätte zur Konsequenz, alle Atomkraftwerke zu überprüfen, die ihre Reaktordruckbehälter von diesem Hersteller bezogen haben.

Sollte sich aber herausstellen, dass die Schwachstellen erst im Laufe des Betriebs entstanden sind und sich im Laufe der Jahre vergrößert haben müsste grundsätzlich überprüft werden, ob Kernspaltung und Radioaktivität den Stahlmantel eines Druckbehälters stärker belasten als man bislang angenommen hatte – das würde dann wohl alle Atomkraftwerke weltweit betreffen. Laufzeitverlängerungen für Reaktoren auf über 40 Jahre müssten dann wohl neu überprüft und bewertet werden. Nach Fukushima beschloss die Schweizer Regierung den Ausstieg aus der Atomenergie bis 2034, bestehende Anlagen sollen demnach nach einer Gesamtlaufzeit von 50 Jahren abgeschaltet werden.

Einige deutsche Grünen-Landespolitiker fordern aus Sicherheitsgründen zunächst einmal die Abschaltung aller Meiler an der Grenze zu Deutschland und fordern die deutsche Bundesregierung auf, dies ebenfalls einzufordern. na

   

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Jürgen Pöschk
Initiator Berliner ENERGIETAGE
Herausgeber des Jahrbuchs „Energieeffizienz in Gebäuden“

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