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Zwischenfall im Schweizer AKW Leibstadt

Das Atomkraftwerk Leibstadt in der Schweiz (Foto: © Robert Niederer, flickr.com, CC BY-ND 2.0)
Das Atomkraftwerk Leibstadt in der Schweiz (Foto: © Robert Niederer, flickr.com, CC BY-ND 2.0)

Das Bundesumweltministerium zeigt sich besorgt über eine Panne beim Notkühlsystem des Atomkraftwerks Leibstadt. Die Schweizer Atomaufsicht bewertete das Vorkommnis mit Stufe 1 der Skala für nukleare Ereignisse. Schuld sei die unzureichende Wartung.

17.01.2016 – Anfang Januar hat die Schweizer Atomaufsichtsbehörde ENSI über ein Vorkommnis berichtet, bei dem im Kernkraftwerk Leibstadt wiederholt Störungen im Bereich der Grundwasserpumpen aufgetreten sind. Beim Test der beiden Notstandsysteme „Special Emergency Heat Removal“ (SEHR) wurde festgestellt, dass die Grundwasserpumpen im Jahr 2014 gleich zweimal ausgefallen sind.

Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesumweltministerium (BMUB), ist über die Sicherheitskultur im Schweizer Atomkraftwerk Leibstadt besorgt. „Es zeigt sich erneut, dass beim Betrieb von Atomanlagen Fragen der Sicherheitskultur viel stärker in den Blick genommen werden müssen, als das bisher der Fall ist“, so Schwarzelühr-Sutter. Das AKW Leibstadt befindet sich in unmittelbarer Nähe zur deutschen Grenze.

Panne war kein Einzelfall

Bereits im Juli letzten Jahres wurden mysteriöse Befunde beim Schweizer Atomkraftwerk Beznau 1 gefunden, die den Betreiber zum Abschalten des Kraftwerks gezwungen haben. Im gleichen Monat ist es im Kernkraftwerk Gösgen zu einer Reaktorschnellabschaltung gekommen. Obwohl zu diesem Zeitpunkt alle Atomkraftwerke im Alpenland außer Betrieb waren, kam es trotzdem nicht zu einem Energieengpass. Die Schweiz verzeichnete dank ihrer Wasserkraftanlagen sogar einen Stromexportüberschuss.

Nach Angabe der ENSI waren die elektrischen Leistungsschalter der Grundwasserpumpen ursächlich für die Ausfälle des Schweizer AKWs in Leibstadt. Eine unzureichende Wartung sowie die Überschreitung der Wartungsintervalle haben die Störfälle begünstigt. Die Zuverlässigkeit der betroffenen Schalter sei daher für einen längeren Zeitraum vermindert gewesen. Im Notfall hätte dies zum Ausfall der zwei Grundwasserpumpen, die das Notstandsystem mit Kühlwasser versorgen, führen können. jk

   

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Initiator Berliner ENERGIETAGE
Herausgeber des Jahrbuchs „Energieeffizienz in Gebäuden“

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