Reiche Menschen machen Klimawandel

„Ein Angehöriger der reichsten zehn Prozent Indiens verursacht nur ein Viertel des CO2-Ausstoßes eines Angehörigen der ärmeren Hälfte der US-Bevölkerung; und ein Angehöriger der ärmeren Hälfte der indischen Bevölkerung nur ein Zwanzigstel“, so ein Ergebnis der Oxfam-Studie. (Foto: Emmanuel DYAN, CC BY 2.0, https://www.flickr.com/photos/emmanueldyan/5933944812/)
„Ein Angehöriger der reichsten zehn Prozent Indiens verursacht nur ein Viertel des CO2-Ausstoßes eines Angehörigen der ärmeren Hälfte der US-Bevölkerung; und ein Angehöriger der ärmeren Hälfte der indischen Bevölkerung nur ein Zwanzigstel“, so ein Ergebnis der Oxfam-Studie. (Foto: Emmanuel DYAN, CC BY 2.0, https://www.flickr.com/photos/emmanueldyan/5933944812/)

Die reichsten 10 Prozent auf der Erde sind für die Hälfte der Treibhausgase verantwortlich und treiben den Klimawandel mit ihrem Konsum weiter voran. Das ist das Ergebnis einer neuen Oxfam-Studie. Besonders betroffen sind dagegen die Armen.

02.12.2015 – Die Studienergebnisse sind keine Überraschung, zeigen aber wieder einmal deutlich die extremen Unterschiede und Ungerechtigkeiten unserer Welt auf. Der heute veröffentlichte Bericht „Extreme Carbon Inequality“ zeigt auf, wie die konsumbedingten Emissionen der Menschen weltweit in reichen und armen Ländern verteilt sind – und zwar extrem ungleich.

Die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, also etwa dreieinhalb Milliarden Menschen, sind nur für zehn Prozent der weltweiten klimaschädlichen Emissionen verantwortlich, leiden aber deutlich stärker unter den Veränderungen wie Stürmen, Überflutungen und Dürren. Grob gesagt, lässt sich wieder einmal die Unterscheidung zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden aufmachen. Der Treibhausgasausstoß nimmt zwar in den Schwellen- und Entwicklungsländern teils drastisch zu, doch ein Großteil ist auf die Produktion von Konsumgütern für die reichen Industrieländer zurückzuführen.

„Klimawandel und soziale Ungleichheit untrennbar verknüpft“

Einige Zahlen machen die massiven Unterschiede deutlich: „Ein Angehöriger des reichsten Prozents der Weltbevölkerung ist demnach für 175mal mehr Treibhausgase verantwortlich als ein Angehöriger der ärmsten zehn Prozent“, so ein Ergebnis der Studie. Selbst eine Person aus den reichsten zehn Prozent Indiens ist nur für ein Viertel des CO2-Ausstoßes einer Person der ärmeren Hälfte der US-Bevölkerung verantwortlich. Es ist also unser grundsätzlicher Lebensstil in den Industrienationen, der einen sehr hohen Treibhausgasausstoß verursacht.

„Klimawandel und soziale Ungleichheit sind untrennbar verknüpft“, so das Fazit von Oxfam-Klimaexperte Jan Kowalzig. Zwar müsse jedes Land der Erde seinen Treibhausgasausstoß senken, dabei werde aber oft vergessen, dass die reichen Länder sich mit Klimaschutz brüsten, aber lediglich die Produktion ihrer Konsumgüter verlagert hätten. Der Konsum und die daraus entstehenden Emissionen bleiben unverändert hoch, die Zeche zahlen die ärmsten Menschen der Welt. cw

   

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Journalist und Buchautor
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