Der Klimavertrag von Paris – Ein Erfolg?

Florian Kubitz arbeitet seit 8 Jahren in der Solarbranche und ist Vorstandssprecher der Umweltorganisation ROBIN WOOD. (Foto: Florian Kubitz)
Florian Kubitz arbeitet seit 8 Jahren in der Solarbranche und ist Vorstandssprecher der Umweltorganisation ROBIN WOOD. (Foto: Florian Kubitz)

Endlich ist es ge­schafft: Die Welt hat sich auf ein ver­bind­liches Ab­kommen geeinigt, um den Klima­wandel zu be­grenzen. Sieht man sich den Ver­trag aller­dings genauer an und fragt sich, was denn nun eigent­lich be­schlossen wurde, lautet das ernüchternde Ergebnis: rein gar nichts.

04.01.2016 – Zwar haben alle 195 Staaten zugestimmt, inklusive China, den USA und sogar Saudi-Arabien. Doch der Vertrag ist lediglich eine Absichtserklärung, die Klimaerwärmung auf unter 2 Grad Celsius oder im besten Fall sogar unter 1,5 Grad zu begrenzen. Dazu kommt: Es gibt noch eine zweite Absichtserklärung, nämlich die Klimaschutzpläne der einzelnen Staaten, die vor der Konferenz gesammelt wurden. Und all diese Pläne zusammen genommen führen zu einer Erwärmung von mindestens 3 Grad. Nun ist also ein offizielles Ziel formuliert, aber niemand weiß, wie man es erreichen soll.

Die Lage nach dem Klimavertrag ist also die gleiche wie davor: Klimaschutz wird nicht bei den Klimaverhandlungen gemacht, sondern vor Ort in den einzelnen Staaten. Überall braucht es eine starke Klimabewegung, die gegen die Kraftwerke und die Tagebaue, für ein Ende des ungebremsten Wirtschaftswachstums, für Erneuerbare Energien und für ökologische Verkehrssysteme kämpft.

Nur so kann es gelingen, dass in den USA nach einem Wahlsieg der Republikaner bei der nächsten Präsidentschaftswahl nicht alle Klimaschutzpläne wieder ad acta gelegt werden und dass China nicht erst 2030 anfängt, seine Emissionen zu reduzieren.

Und bei uns? Hier in Deutschland müssen wir es endlich schaffen, dass wir uns vom Autowahn verabschieden – und natürlich auch von der Braunkohle, und das bis 2030. Nur so können wir eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz einnehmen.

Wer also glaubt, mit dem Vertrag von Paris hätte der Klimaschutz gewonnen, der irrt. Der Kampf ums Klima hat gerade erst begonnen. Aber vielleicht kann der Vertrag eine Hilfe für die Klimabewegung sein, denn wir können die Politiker, die Wirtschaft und die Menschen nun immer wieder daran erinnern, was in Paris beschlossen wurde.

ROBIN WOOD wurde 1982 von UmweltschützerInnen gegründet, die dem lautlosen Sterben der Wälder nicht länger tatenlos zusehen wollten. Sie nannten sich – inspiriert vom legendären Robin Hood – ROBIN WOOD und zogen aus, um als „Rächer der Entlaubten“ gewaltfrei in Aktion zu treten. So manchen Schornstein haben die Umweltkletterer besetzt, um politisch für den Erhalt der Wälder zu streiten. Auch heute noch sind kreative und oft spektakuläre Aktionen das Markenzeichen von ROBIN WOOD.

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