Die Geschichte der Energiewende ist falsch erzählt!

Prof. Dr. Andreas Knie leitet das (InnoZ) auf dem Euref-Campus in Berlin. (Foto: InnoZ)
Prof. Dr. Andreas Knie leitet das (InnoZ) auf dem Euref-Campus in Berlin. (Foto: InnoZ)

Der Plan war eigentlich großartig. Deutschland übernimmt bei der Transformation der Energiesysteme eine Schlüsselrolle. Fossile Energieträger sollen durch regenerative Quellen ersetzt werden. Nicht sofort, aber doch schrittweise und bis 2050 bereits einen Anteil von weit über 80 Prozent erreicht haben. Doch wir hängen fest, es klappt nicht.

17.07.2017 – Während beim Verkehr der Anteil der Erneuerbaren weiterhin unter 5 Prozent liegt, bei der Wärme kaum Fortschritte über die 15 Prozentmarke erkennbar sind, bleibt der Strom als leuchtendes Beispiel: Hier liegt der Anteil tatsächlich bei über 30 Prozent. Doch das reicht nicht aus. Wir brauchen mehr, viel mehr Strom aus Erneuerbaren, wenn wir auch noch den Verkehr klimaneutral versorgen wollen. Der Anteil muss viel schneller nach oben gehen.

Tatsächlich liegt Deutschland weit zurück und was vor allen Dingen entscheidend ist: Wir haben keinen Plan, wie die 80 Prozent zu erreichen sind. Die Bundesnetzagentur sagt nicht einmal hinter vorgehaltener Hand: Es geht auch gar nicht mehr weiter mit den Erneuerbaren! Denn die Erzeugung kann keine weitere Steigerung der Volatilität vertragen. Ohne einen massiven Ausbau der Übertragungsnetze, sowie eine weitere Ertüchtigung der Verteilnetze ist der Anteil an diesen unsicheren Kantonisten der Erzeugung längst ausgereizt.

Das Wirtschaftsministerium schließt sich an und hat die Zubau- Kapazitäten einfach mal gedeckelt. Der Bürger kann auch nicht mehr einspringen, denn selbst gemachte Energie lohnt sich kaum noch, sobald die Projekte mit dem Netz in Berührung kommen, sind Umlagen fällig, die jede Wirtschaftlichkeit im Keim ersticken. Das ist durchaus gewollt. Man möchte keine weiteren Inseln, keine Stromrebellen mehr. Man setzt auf technisch integrierte Gesamtlösung. Bei aller Rhetorik einer „Wende“, was in Deutschland alleine zählt, ist die Versorgungssicherheit - und dies zu bezahlbaren Preisen. Dies wäre auch nicht verwerflich, wenn man es auch so kommunizieren würde. Es ist sicherlich auch nur ein Zufall, dass bei diesem Grundmotiv alleine die etablierten Unternehmen der Energiewirtschaft profitieren.

Das Problem liegt darin, dass wir die Energiewende als ein rein technisches Projekt definiert haben, das jetzt an seine selbst gesetzten Grenzen kommt. Für eine Energiewende fehlt uns tatsächlich die richtige Geschichte. Wir produzieren und verteilen Strom immer noch wie zu Zeiten Emil Rathenaus am Ende des 19. Jahrhunderts. Die Netzarchitektur basiert auf wenigen, verlässlichen Großproduzenten, einer eingespielten Kombination von Grund- und Spitzenlast in einem räumlich weit gespannten Übertragungs- und Verteilnetz, das als eine gigantische Integrations- und Ausgleichsmaschine wirkt. Perfekte Ingenieurkunst, die ein Höchstmaß an Versorgungssicherheit auf der Basis von Skaleneffekte schafft und dies noch zu günstigen Preisen, organisiert von einem staatlich legitimierten und zertifizierten Oligopol. Das ist die herrschende Geschichte, die erzählt wird. Erneuerbare Energiequellen finden darin auch einen Platz, aber nur einen untergeordneten.

Was wir übersehen haben ist, dass eine Energiewende nur um den Preis eines konsequenten Umbaus der gesamten Infrastrukturen zu haben ist. Im zentralistischen Ansatz der gigantischen Netzmaschine wird die Transformation in eine lose gekoppelte, dezentrale Struktur gleich doppelt abgestraft: Es funktioniert technisch gar nicht, weil wir ja vermeintlich nur über den Lastausgleich die unterschiedlichen Erzeugungs- und Verbrauchsstrukturen in den Griff bekommen und zweitens verteuert jeder, der sich aus dem Netz verabschiedet, die Preise für die Zurückgebliebenen, weil sich die Overheadkosten erhöhen. Sofort entsteht das Bild der Düsseldorfer Zahnärzte und der Bayerischen Bauern, die ja von der garantierten Einspeisevergütung in der Vergangenheit schon profitiert haben oder aber von den neunmalklugen Oberstudienräten, die sich aus der Grundlast der Solidargemeinschaft verabschieden wollen.

Es fehlt uns tatsächlich eine Geschichte der Energiewende, die sich aus dem Korsett des Bestehenden löst und solchen Zerrbildern und Phantasielosigkeit etwas entgegenhält. Wir leben zwar im digitalen Zeitalter, in der Energiewirtschaft gelten aber noch die Regeln des „Fordistischen Zeitalters“, nämlich das Gesetz der schieren Größe des immer Gleichen als Garantie für Verlässlichkeit. Dass wir mittlerweile über andere Erzeugungs-, über andere Speicher- und auch andere Verteilungsmedien verfügen, dass wir eine Bürgergesellschaft haben und sich die Fähigkeit zur Selbstorganisation zu einem professionellen Standard entwickelt hat, davon kommt in der Energiewende-Debatte nichts vor.

Verlässlichkeit, Bezahlbarkeit und das auf Basis von Erneuerbaren Energien ist auch eine Frage einer völlig anderen Netzarchitektur und vielleicht ist Blockchain ja nicht nur ein Modebegriff, sondern der Einstieg in eine digitale Logik dezentraler Aushandlungsformen. Das dichte und hoch vermachtete Energienetz muss sich öffnen für dezentrale Perspektiven, die nicht als Entsolidarisierung, sondern als wichtige Modernisierungstatbestände wahrgenommen werden.

Man kann sich eine Regelwelt vorstellen, in der Solidarleistung nicht bedeutet, als dumme Schafe für die Interessen des Oligopols in Dienst genommen zu werden. Teilautonome Netze als eine dezentrale Sektorkopplung in Quartieren gedacht, schlau verkoppelt, kann eine Aufgabe der Bürgergesellschaft, aber auch der kommunalen Stadtwerke oder aber auch von ganzen neuen Dienstleistern sein. Es wäre ein gigantischer Modernisierungsschub für das deutsche Industrieland, die Klimaziele über alle Sektoren zu erreichen und dennoch weniger zu bezahlen. Doch die bestehende Netzstruktur und Ihre Verteidiger machen dies zunichte und strahlen dabei den Charme der Adenauerzeit aus: keine Experimente!

Prof. Dr. Andreas Knie leitet das Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) auf dem Euref-Campus in Berlin.

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Forum

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  1. Rudolf Tarantik
    Rudolf Tarantik 21.07.2017, 20:00 Uhr
    Lieber Herr Heck,
    wenn Sie Werbung für irgendeine Technik machen wollen, dann sollten Sie ein anderes Medium wählen.
    Wer nicht einmal das Wort Bildungsniveau richtig schreiben kann, sollte nicht mit Steinen werfen.
    Die energiewendefeindliche FDP verhindert mit ihrer rückwärtsgewandten Politik neue Technologien und hunderttausende moderner Arbeitsplätze.
  2. Eitel Heck
    Eitel Heck 21.07.2017, 19:17 Uhr
    mein letzter Kommentar zu Rudolf Tarantik:
    Mit Ihrem Kommentar zeigen Sie der Öffentlichkeit Ihr Bildungsnivau.
    Ich orientiere mich an Entscheidungen der Bundesregierung, die für einige Korrekturen der Energiewende, insbesondere im Ergebnis noch nicht gelöster bezahlbarer Speichertechnologien, durch Verfasser einiger Artikel in diesem Forum, darunter diese Meinung der Woche, EURO SOLAR,Politiker von Bündnis 90/ Die Grünen und die Wirtschaftswissenschaftlerin Prof.Kemfert, mehrfach kritisiert wurde.
    Ich begrüße das Energieprogramm der FDP, dass bei der Energieerzeugung auf Technologieoffenheit und auf eine Rückbesinnung auf die leistungsbezogene Marktwirtschaft, sowohl zur Stromerzeugung als auch zur Sicherung der Klimaziele, orientiert.
    Selbstverständlich begrüße ich auch die Energiepolitik der neuen NRW-Landesregierung, die sich wohltuend von Forderungen grüner und linker Politiker unterscheidet.
    Ich nutze mit Kommentaren dieses Plenum, um auf klimafreundliche Alternativen zur fluktuierenden Stromerzeugung von Windkraftanlagen und Photovoltaik hinzuweisen.
    Das betrifft beispielsweise:
    -das patentierte Konzept des inhärent sicheren, klimafreundlichen Dual Fluid Kernreaktors mit enormer ökonomischer Bedeutung,
    -Wasserstoffkraftwerke mit umweltfreundlichen Brennstoffzellen zur Stromerzeugung, auf der Grundlage einer ökonomischen Wasserstoffwirtschaft, darunter Kraftfahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzellen,
    -die Bedeutung von Gezeitenkraftwerken( Projekt des Ingenieurs Carl Becker),
    -Hydrazin-Brennstoffzellen als effiziente klimafreundliche Alternative für Kraftfahrzeuge.
    -Bau von Solarthermikraftwerken in der fast unbewohnten Sahara-Wüste Nordafrikas mit einer sehr guten Sonneneinstrahlung durch die Europäische Union zur Stromversorgung von EU- und afrikanischen Ländern.
    Ich überlasse es der Öffentlichkeit unsere Kommentare zu bewerten.
  3. Rudolf Tarantik
    Rudolf Tarantik 21.07.2017, 17:21 Uhr
    Energiewende bedeutet Dezentralität und die Abkehr von Grosstechnologie.
    Millionen Solaranlagen haben bewiesen, dass es sinnvoller und preisgünstiger (als riesige Gaskraftwerke) ist, den Mittagsstrom zu erzeugen. Millionen von Elekto-Autos werden die flexible Erzeugung glätten und gleichzeitig Speicheraufgaben übernehmen. Tausende Windräder werden Winterstrom liefern und den Sektor Wärme beliefern. Tausende von dezentralen flexiblen Blockheizkraftwerken werden Winterstrom und bedarfsgerechte Wärme liefern.
    Es ist kein Platz mehr für unbezahlbare antiquierte oder futuristische Grosstechnologie.
  4. Eitel Heck
    Eitel Heck 21.07.2017, 10:32 Uhr
    Werter Herr Tarantik,
    Sie versuchen Ihre Unwissenheit mit Fachbegriffen zu tarnen.
    Die Kritik an den weltbekannten Wirtschaftsprofessor steht Ihnen nicht zu und ist unqualifiziert.
    In dieser Diskussionsreihe offenbaren Sie Ihre Unwissenheit, in dem Sie den Professor kritisieren, dass er die modernen, preisgünstigen Redox Flow Batterien nicht vorschlägt.
    Ich habe Sie über den Entwicklungsstand dieser Batterien aufgeklärt, die bereits kleinflächig eingesetzt werden, aber als Großspeicher noch zu teuer sind und nicht über die erforderliche Energiedichte verfügen.
    -Platin als Katalysator ist sicherlich nicht preisgünstig,
    -speziell präparierte Kohlenstofffasern als Elektroden sind nicht preisgünstig,
    -Vanadium-Elektrolyte sind auch nicht preisgünstig,
    Vanadium wird beispielsweise als Nebenprodukt bei der Uranerzaufbereitung gewonnen, der Prozess, der die Rohstoffe für die Atomkraftwerke herstellt.
    Die Berücksichtigung bei der volatilen Stromproduktion von Stromspeicherung( besser Exergiespeicherung in Form von Enthalpiezuwachs des Speichers) und Reservekapazitäten(Überkapazitäten). Beides zusammen wird Pufferung genannt.Das verstehen Naturwissenschaftler.
    Die Kritik, die Sie Prof.Sinn richten, wäre berechtigt, wenn Sie auf Politiker von Bündnis 90/ Die Grünen oder einige Artikel in diesem Forum ausgerichtet wird.
    Da es bei der Realisierung bezahlbarer Großspeicher Probleme gibt und die vorgesehene Abschaltung der Kohlekraftwerke in einem kurzfristigen Zeitraum nicht möglich ist, hat die Bundesregierung einige Korrekturen an der Energiewende vorgenommen. Deutlich sichtbar sind diese Korrekturen in der Energiepolitik der neuen NRW-Landesregierung.
    Die Konzepte der Bundesregierung zur Einsparung von Strom- und Wärmeenergie und zur Digitalisierung der Stromversorgung sind gut, aber nur in einem sehr langen Zeitraum zu realisieren.
    Ich nutze diese Portal, um klimafreundliche Alternativen zur volativen oder fluktuierenden Stromerzeugung vorzustellen.
  5. Rudolf Tarantik
    Rudolf Tarantik 20.07.2017, 22:18 Uhr
    Nun gut, Herr Heck,
    dann sind wir ja wieder einen kleinen Schritt weiter. Volatile oder fluktuierende Erzeugung sind die Fachbegriffe, die jeder versteht.
    Pufferung wird im Zusammenhang mit der Energierzeugung nur von Herrn Sinn verwendet. Gemeint ist sicherlich eine Speicherung oder eine flexible Erzeugung, um eben die volatile Stromerzeugung auszugleichen. Und das versteht auch wiederum jeder.
    Von einem Professor erwarte ich mir, dass er Lösungen zu Problemen anbietet, auch wenn sie noch so komplex und kleinteilig sind. Behauptungen, dass etwas nicht geht, können auch Kleinkinder aufstellen.
    Und nach wie vor gilt die Aussage, dass in Zukunft flexible Kraftwerke notwendig sein werden, unflexible jedoch die Energiewende behindern und heute bereits ein Störfaktor für eine marktgerechte Preisfindung für die benötigte Flexibilität darstellen.
  6. Eitel Heck
    Eitel Heck 20.07.2017, 16:14 Uhr
    Ihr Kommentar erinnert mich an allgemeine unkonkrete Beiträge in der DDR.
    Ich habe Ihnen fachkompetent den Entwicklungsstand der RFB erläutert und sie antworten mit allgemeinen Floskeln, die auch in der DDR üblich waren. Ich kenne Ihre Berufsausbildung nicht, aber ich vermute, dass Ihre Qualifikation nicht ausreicht, den weltbekannten Witschaftsprofessor Sinn zu beurteilen.
    Ich habe mir mehrere Voträge von Professor Sinn angesehen, wo unter ich unter den Zuhörern bekannte Persönlichkeiten der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens erkannt habe.
    Sie bringen Populisten als allgemeine Schlagwörter ins Spiel.
    Ich habe auch den Eindruck, dass Sie die Technik der Stromspeicherung und die Notwendigkeit der Pufferung des fluktuierenden Stromes durch Stromreservekapazitäten nicht verstanden haben oder nicht verstehen wollen.
    Das Wort Pufferung ist ein fachgerechter Begriff.
    Anstelle des Wortes Flatterstrom wird von Experten der Begriff "fluktuierender Strom" verwandt.
    Die Probleme der Realisierung von bezahlbaren Groß-und Langzeitspeicher hat sowohl die Bundesregierung und die neue Landesregierung von Nordrhein-Westfalen erkannt und deshalb
    einige Korrekturen hinsichtlich der Zielstellung zur Abschaltung der Kohlekraftwerke vorgenommen.
    Sowohl die Bundesregierung, als auch die neue Landesregierung von Nordrhein-Westfalen wird deshalb von Politikern von Bündnis 90/ Die Grünen regelmäßig kritisiert, ohne dass diese grünen Politker ein technisch-ökonomisches Konzept zur Sicherung der Klimaziele vorweisen können, ganz zu Schweigen Alternativen zu fluktuierenden Strom vorlegen zu können.
    Die Energiewende ist sehr komplex. Da gehört schon naturwissenschaftlich-technisches und ökonomisches Wissen dazu, um fachkompetente Beurteilungen zu treffen.
    Die Energiekrise in Südaustralien ist das praktische Beispiel der Auswirkungen, wenn der Anteil des fluktuierenden Stroms am Strom-Mix 50% beträgt.
    Auf dem gegenwärtigen Niveau führe ich die Diskussion nicht weiter.
  7. Rudolf Tarantik
    Rudolf Tarantik 20.07.2017, 13:40 Uhr
    Herr Heck,
    die Energiewende wird von sehr vielen unterschiedlichen Techniken realisiert werden. Jede Technik wird im entsprechenden Flexibilitäts- und Kostenbereich eine Anwendung finden. Beispiel: Wenn Redox Flow Batterien langfristig auch nur ein Prozent an Flexibilitätsausgleich bringen, gleichzeitig aber noch 50 andere Techniken mit mehr als einem Prozent Anteil zur Verfügung stehen, dann wird die Energiewende gelingen. Wenn sich manche Leute, ganz besonders Herr Sinn, nur eindimensionale Lösungen vorstellen können, dann ist das kein Beweis für die Unmöglichkeit der Energiewende, sondern eher der Hinweis auf eine sehr beschränkten Sichtweise.
    Die Worte Pufferung und Flatter... sind keine technischen Fachbegriffe, sondern bewusst abwertende Begriffe von Populisten und Energiewendegegnern.
    Flexibilisierung und Sektorkopplung wären nicht nur die richtigen Bezeichnungen, sondern auch die Lösung Ihrer Probleme.
  8. Eitel Heck
    Eitel Heck 20.07.2017, 11:11 Uhr
    nochmal zu Rudolf Tarantik
    Ihre Einschätzung zu modernen, preisgünstigen Redox Flow Batterien(RFB) ist voreilig und noch keine Alternative für Großspeicher. Sie werden aber bereits zur kleinflächigen Stomspeicherung in Windparks, darunter auf der Nordseeinsel Pellworn, eingesetzt.
    Die weltweit größte RFB mit einer Leistung von 4 MW und einer Speicherkraft von 6MWh ist in einem Windpark in Japan im Einsatz.
    1.Vorteile der gegenwätigen RFB mit Vanadiumsalz-Elektrolyt:
    -keine Selbstentladung der Batterie,
    -Wirkungsgrad über 80%,
    -über 10.000 Ladezyklen möglich,
    Speicherkapazität unabhängig von ihrer elektrischen Leistung skalierbar,
    2.Nachteile
    -hohes Gewicht durch komplexen Aufbau,
    -erschwerte Montage und Aufstellung,
    -Preise noch sehr hoch,
    Platin als Katalysator und der Vanadiumsalz-Elektrolyt,
    -Vanadiumelektolyte über die energieintensive und umweltbelastende Vanadiumherstellung begrenzt verfügbar, teuer und korrosiv bei Aufbewahrung in Metalltanks.
    -niedrige Energiedichte,

    An der Harvard University wurde als RFB eine Alternative für Vanadiumsalzelektrolyte entwickelt, die Energie in organischen Molekülen speichert.
    Als Elektrolyt wird Ferrocen verwendet. Die Laufzeit dieser Batterie wird mit 10 Jahren ohne Wartung eingeschätzt.
    Fazit:
    Der Einsatz von RFB als Groß- und Langzeitspeicher für überschüssigen Strom ist noch nicht absehbar.
    Es sind noch Forschungsarbeiten notwendig, die im Förderprogramm der Bundesregierung berücksichtigt sind.
    Ich bin kein Gegner von Wind- und Photovoltaik-Strom, aber ich beurtale einzelne Technologien der Stromerzeugung mit wissenschaftlich-technischen und ökonomischen Argumenten.
    Deshalb habe ich in diesem Portal auch Alternativen zur Sicherung der Klimaziele vorgestellt:
    -der inhärent sichere Dual Fluid Kernreaktor mit enormer ökonomischer Bedeutung,
    -Wasserstoffkraftwerke mit Brennstoffzellen,
    -Gezeitenkraftwerk an der Norseeküste(Projekt von Carl Becker),
  9. Eitel Heck
    Eitel Heck 20.07.2017, 10:36 Uhr
    Werter Herr Tarantik,
    Sie sollten sich nicht anmaßen, den anerkannten Wirtschaftsprofessor Sinn pauschal als Energiewendegegner ab zu qualifizieren.Prof.Sinn veröffentlichte wissenschaftlich-technische und ökonomische Bedenken zur gegenwärtigen Energiewende in Deutschland. Ich bin ein Befürworter der wissenschaftlichen Schlussfolgerungen dieses Professors, die bei der Korrektur der Energiewende zu berücksichtigen ist.
    Zum Flatterstom: Das ist eine Stromerzeugung, die bei Sturm viel Strom erzielt und bei Windstille und Orkan(durch Abschaltung) keinen Strom erzeugt. Das ist eine normale Erkenntnis.
    Die Pufferung durch kontinuierlich Strom produzierende Kraftwerke als Stromreserve, wenn die Windkraftanlagen keinen Strom liefern, ist notwendig.Das betrifft auch Speichertechnologien für Windstromproduktion( Speicherung des bei viel Wind produzierten großen Strommenge und Nutzung, wenn die Windräder stillstehen)
    Übrigens die wissenschaftlichen Erkenntnisse von Prof. Sinn zur Notwendigkeit der Großspeicher bei einem Anteil fluktuierenden Strom am Strom-Mix stimmen weitgehend mit der Studie der französischen Nachrichtenagentur Global Electification und der Veröffentlichung der Europäischen Physikalischen Gesellschaft im Ergebnis der Stromkrise in Südaustralien überein bei einem Anteil von 50% am Strom-Mix.
    -eine Serie von Strom-Blackouts,
    -In einem Notfallplan sollen Gaskraftwerke gebaut werden.
    -Die Regierung appelliert an die Bevölkerung sich in den nächsten 2 Jahren auf 125 Tage Stromausfall ein zu stellen.
    Gemäß einem Interview in der Bildzeitung vom 19.4. 2017 teilte der Vorstansvorsitzende von RheinEnergie mit, dass Deutschland noch zwei- bis drei Jahrzehnte zur Stromversorgung noch herkömmliche Kraftwerke benötigt, solange keine bezahlbaren Groß- und Langzeitspeicher für überschüssigen Strom zur Verfügung stehen.
    Da diese Großspeicher nicht in Sicht sind, sollte man sich zur Sicherung der Klimaziele über andere klimafreundliche Energien Gedanken machen
  10. Rudolf Tarantik
    Rudolf Tarantik 19.07.2017, 23:46 Uhr
    Sehr geehrter Herr Heck,

    das hört sich jetzt schon deutlich besser an. Denn über 30% kann auch jederzeit 60 oder 70 % meinen, denn 50% in Deutschland kann es nicht meinen, denn diese wurden tageweise schon mehrfach überschritten.

    Zum Inbegriff von Energiewendegegner Herrn Sinn:
    Herr Sinn rechnet grundsätzlich immer eindimensional. Er berücksichtigt grundsätzlich keine flexiblen Kraftwerke (BHKW, Gas, PtH2, ), kein Lastmanagement, keine flexiblen Endverbraucherpreise, keine Sektorkopplung, keinen grenzüberschreitenden Stromausgleich, keine modernen preisgünstigen Redox Flow Batterien.
    Herr Sinn rechnet immer nur mit einer einzigen Technik (Pumpspeichekraftwerke), denn damit kann er die Energiewende diskreditieren.
    Energiewende erfordert aber mehrdimensionales ynamisches Denken. Dazu ist Herr Sinn aber altersbedingt leider nicht mehr in der Lage. Daher diese einseitigen abstrusen Rechnungen.
    Kleiner Hinweis: Die Worte Pufferung und Flatter.. verwenden grundsätzlich nur überzeugte Energiewendegegner und Populisten, die wiederum von Nichts eine Ahnung haben (Trump, Marine le Pen), aber davon jede Menge.
    Ich gehe mit grosser Wahscheinlichkeit davon aus, dass Sie nicht zu dieser Gruppe gehören wollen.
  11. Eitel Heck
    Eitel Heck 19.07.2017, 19:33 Uhr
    Zu Rudolf Tarantik
    Werter Herr Tarantik,
    Ich habe keine Grenze bei 30% gesetzt, sondern über 30 % Wind+Photovoltaik informiert.
    Ich gehe davon aus, dass Sie sich Im Internet über die Stromkrise in Südaustralien bei einem Anteil von 50% Wind+Sonne informiert haben.
    Hierzu gibt es eine Studie der französischen Nachrichtenagentur Global Electrification und eine Information der Europäischen Physikalischen Gesellschaft, die einschätzt, dass bei einem Anteil von Windstrom und Photovoltaik von 30-40%( also über 30%) die Stromversorgung sehr schwierig wird.
    Der bekannte Wirtschaftsprofessor Sinn weist nach, dass bei einem Anteil von Wind und Photopholtaik bis 30% die Stromversorgung durch Pufferung der Stromreservekapazitäten von kontinuierlich Strom produzierenden Kraftwerken gesichert wird.
    Ab einem Anteil von Wind+Photovoltaik am Strom-Mix von 40 % ist gemäß Professor Sinn der Neubau von 900 Pumpspeicherwerken erforderlich.
    Deutschland verfügt gegenwärtig über 35 Pumpspeicherwerke. Ein Pumspeicherwerk im Südschwarzwald wird gegenwärtig gebaut. Bei einem Anteil von Wind+ Photovoltaik von 60% ist gemäß Prof. Sinn der Neubau von 8.000 Pumpspeicherwerken erforderlich. Informieren Sie sich bitte über Veröffentlichungen von Prof. Sinn.
    Wenn Sie die Begriffe Flatterstrom und Pufferung nicht verstehen, muss ich noch einmal nachhelfen.
    Flatterstrom bei Windkraftanlagen: unregelmäßige Stromproduktion bis zum Stillstand der Windräder bei Windstille oder starken Sturm, wo sich die Anlagen abschalten.
    Pufferung sind die Stromreservekapazitäten der kontinuierlich Strom produziernden Kraftwerke, die die Stromversorgung sichern, wenn die Windräder stillstehen.
    Aber bei den von Global Electrification, der Europäischen Physikalischen Gesellschaft und von Prof. Sinn genannten Anteilen von Wind+Photovoltaik am Strom-Mix reicht die Pufferung der kontinuierlich Strom produzierenden Kraftwerke nicht mehr aus.
    Sie können davon ausgehen, dass ich gut informiert bin.
  12. Rudolf Tarantik
    Rudolf Tarantik 19.07.2017, 14:00 Uhr
    Sehr geehrter Herr Heck,

    die ganz aktuellen Zahlen von 2017 können Sie dem Link von energy-charts entnehmen. Für die erste Jahreshälfte 2017 erreichen die volatilen Srromerzeuger Wind und Sonne bereits ca. 25%. Monatsweise werden bereits die 30% überschritten (Mai) und wochenweise mehrfach sogar die 40%.
    Ihre Grenze von 30% ist also rein willkürlich und dient, wie so oft, der reinen Angstmache. Natürlich kann eine bewusst schlecht gemachte Energiewende zu Problemen führen.
    Daher meine Hinweise, wie eine Energiewende richtig gemacht werden muss.
    Niemand streitet ab, dass flexible Kraftwerke notwendig sind. Aber halt nur flexible Kraftwerke und niemals unflexible Atom- und Braunkohlekraftwerke.
    Steinkohlekraftwerke beweisen seit Jahrzehnten ihre Flexibilität und werden deshalb im Markt eine längere/grössere Chance haben.
    Ich gehe aufgrund ihrer manipulativen Wortwahl "Pufferung und Flatter.." davon aus, dass Sie die Thematik Sektorkopplung und Flexibilität noch in keinster Weise verstanden haben.
  13. Eitel Heck
    Eitel Heck 18.07.2017, 20:25 Uhr
    Werter Herr Tarantik,
    Ich habe die offiziell von BWMI und Agora Energiewende veröffentlichte Bruttostromproduktion per 31.12.2016.
    Bruttostromproduktion 648 Mrd.KWh
    -Kernenergie 13,1%
    -Braunkohle 23,1%,
    -Steinkohle 17,0%
    -Erdgas 12,1%
    -Windkraft 12,3%
    -Photovoltaik 5,9%
    Biomasse 7,9%
    Wasserkraft 3,3%
    sonstige ,darunter Geothermie und Biogas 5,2%
    Ich bin mit dem BMWI in Kontakt.Das ist der offitzielle Ansprechpartner für die Stromproduktion.
    Sie haben offensichtlich ein Problem die Stromspeicherung zu verstehen:
    Der Anteil der erneuerbaren Energien(EEG) am Strom-Mix 2016 hat damit folgendes Ergebnis:
    1.wetterabhängige Windkraftanlagen und Photovoltaik mit Flatterstromproduktion 18,2%
    Dieser geringe Anteil Flatterstrom wird duch kontinuierlich Strom produzierende Kraftwerke als Stromreservekapazitäten abgepuffert.
    Auch die von Ihnen genannten Anteile von Wind 14,3% und Photovoltaik 6,6% werden auch gepuffert.
    Diese Flatterstromprodukton erfordert beim Anteil am Strom-Mix von über 30% Groß- und Langzeitspeicher für überschüssigen Strom.
    In Südaustralien beträgt der Flatterstrom am Strom-Mix 50% und hat durch häufigen, wetterbedingten Ausfall von Windstrom eine Serie von Strom-Blackouts ausgelöst, so dass in einem Notfallplan Gaskraftwerke gebaut werden. Informieren Sie sich im Internet über die Stromkrise in Südaustralien.
    2.Die EEG mit kontienuierlicher Stromproduktion(Wasserkraft, Biomasse, Sonstige) haben einen Anteil am Strom-Mix von 16,4%.Diese EEG benötigen keine Stromspeicher.
    Obwohl 2016 der Anteil der EEG am Strom-Mix 34,6% betrug, sind für die Pufferung und die Stromspeicher nur für Windstrom und Photovoltaik relevant.
    Strom ist nicht gleich Strom. Es gibt 2 unterschiedliche Stromqualitäten:
    -der wetterabhängige Flatterstom,
    -der kontinuierlich in einer einheitlichen Stromqualität hergestellte Strom durch Kernenergie, Kohle, Gas, Biomasse, Wasserkraft, Geothermie, Biogas.
  14. Rudolf Tarantik
    Rudolf Tarantik 18.07.2017, 12:35 Uhr
    Sehr geehrter Herr Heck,
    Ihre Zahlen zum Wind und Solaranteil sind falsch. https://www.energy-charts.de/energy_pie_de.htm?year=2016
    Für 2016 wird hier 14,3 % Windanteil und 6.9 Solaranteil angegeben.
    Für 2017 ist bereits ein Windanteil von 17 % erkennbar.
    Der gesamte EE-Anteil für 2017 erreicht bisher 37 % und monatsweise über 40%, wochenweise sogar über 50%.
    Wir sind also real schon weit über Ihre somit antiquierten kritischen 30%.
    Die Versorgungssicherheit war noch nie so hoch wie heute. SAID Index.
    Flexible Kraftwerke sind genügend vorhanden. Stromexportüberschüsse waren noch nie so hoch wie heute und entsprechen fast der gesamten Stromproduktion aus Kernkraftwerken. Dringend notwendig wäre eine Sektorkopplung. Flexible Kraftwerke und Sektorkopplung ist im Prinzip die billigste Form der Stromspeicherung als Teil der Flexibilisierung. Danach kommen Pumpspeicherkraftwerke, Offshore-Seekabel, und die Kombination von flexiblen BHKW mit Sektorausgleichsstrom.
    Man sollte eindeutig mit den billigsten "Speicherformen" beginnen und die geringen, hochkomplexen Speicheraufgaben im Sekunden und Minutenbereich den teuersten Batteriespeichern überlassen.
  15. Eitel Heck
    Eitel Heck 17.07.2017, 10:48 Uhr
    Der Artikel weist aus aus, dass Deutschland keinen Plan hat, wie die 80 % erneuerbaren Energien(EEG) bis 2050 erreicht werden, obwohl wir bereits einen Anteil EEG von 30% am Strom-Mix erreicht haben.
    Hier beginnt der Fehler der Strombewertung. Strom ist nicht gleich Strom. Wind- und Photovoltaik-Flatterstrom unterscheidet sich von Kraftwerken mit kontinuierlicher Stromproduktion äußerlich wie eine gesunder Mensch mit einem an Parkinson Erkrankten.
    -Ich unterteile die Erneuerbaren Energien(EEG) am Strom-Mix 2016 wie folgt:
    1. wetterabhänige EEG mit Flatterstrom
    -Wind 12,3%
    -Photovoltaik 5,9%
    2. EEG mit kontinuierlicher Stromproduktion
    -Biomasse 7,9%
    -Wasserkraft 3,3%
    Geothermie u.a.(z.B. Biogas) 5,2%
    Der geringe Anteil von Wind- und Photovoltaik- Flatterstrom von 18,2 % führt bei Windstille und Nebel noch zu keinem Strom-Blackout, da sie durch die kontinuierlich Strom produzierenden konventionellen Kraftwerke und die anderen EEG gepuffert werden.
    Diese Situation ändert sich, wenn der Anteil Flatterstrom am Strom-Mix über 30% beträgt. Dann sind Groß- und Langzeitspeicher für überschüssigen Strom erforderlich. Das ist das eigentlich Problem. Das praktische Beispiel für den Ausbau von Windkraftanlagen ohne Pufferung durch Stromspeicher und Stromreservekapazitäten ist die Stromkrise in Südaustralien mit einer Serie von Strom-Blackouts, wo der Anteil an Flatterstrom am Strom-Mix bereits 50% betägt. Der Black-out hat bereits Todesopfer gefordert, da die Krankenhäuser nicht sofort auf Notstromaggregate umstellen konten.
    Durch einen Notfallplan sollen mit 13,6 Mrd. EURO in Eile Gaskraftwerke gebaut werden.
    Die Regionalregierung bittet die Bevölkerung um Verständnis, dass in den nächsten 2 Jahren an 125 Tagen mit Stromausfällen zu rechnen ist.
    Eine Alternative für Wind- und Sonnenstrom in Deutschland zur Erreichung der Klimaziele ist die sichere Technologie des Dual Fluid Kernreaktors mit einer enormen ökonomischen Bedeutung.

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