Zur Webseite www.bundladen.de/

Solarenergie-Ausbau in Deutschland im Rückstand

PV-Anlage auf einer Reithalle in Uslar. (Foto: © NATURSTROM AG)
PV-Anlage auf einer Reithalle in Uslar. (Foto: © NATURSTROM AG)

Der Ausbau der Photovoltaik blieb laut Bundesnetzagentur im letzten Jahr deutlich hinter dem jährlichen Ausbauziel der Bundesregierung zurück. Die Gründe dafür liegen in einer Energiewende-Politik, die u. a. die Bürgerenergiewende massiv torpediert.

21.02.2016 – Während im Jahr 2014 noch 75 Prozent des angestrebten Ausbauzieles von 2,5 Gigawatt Zubau erreicht wurden, waren es 2015 mit weniger als 1,5 Gigawatt neuer Solarstromleistung nur noch knapp 60 Prozent. In beiden Jahren lag damit der Zubau weit unter dem im EEG festgeschriebenen Ziel.

Im Bundesländervergleich fiel das Saarland mit 75 Prozent in 2015 am stärksten zurück, gefolgt von Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mit jeweils etwa einem Drittel. Die östlichen Bundesländer Brandenburg. In den neuen Bundesländern Sachsen-Anhalt und Thüringen gab es dagegen einen ganz leichten Zuwachs. In absoluten Zahlen gesehen liegt laut einer Tabelle der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) Süddeutschland bei der Installation von Photovoltaik vorn, Bayern an der Spitze, gefolgt vom Ländle. Ende 2015 waren laut AEE bundesweit Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtnennleistung von 39.7 Gigawatt installiert.

Insgesamt gesehen brach der Zubau an PV-Anlagen insbesondere bei den kleinen gewerblichen Anlagen zwischen 10 und 100 Kilowatt ein. Der zunehmende Rückgang des Photovoltaik-Ausbaus in Deutschland geht auf eine für die Energiewende kontraproduktive Energiepolitik zurück – erst die schrittweise Absenkung der festen Einspeisevergütung für Photovoltaik-Kraftwerke und dann die Novellierung des EEG im Jahr 2014, nach der für Photovoltaik-Freiflächenanlagen das System auf Ausschreibungen umgestellt wurde. Dabei stellte sich bald heraus, dass die Akteurs-Vielfalt aus kleineren und größeren Teilnehmern am Wettbewerb mit den Auktionen damit fast zum Erliegen kam und damit auch die Bürgerenergiewende, die einen großen Teil der Energiewende bislang geschultert hat, so gehen etwa die Neugründungen von Energiegenossenschaften seit 2014 stetig zurück.

Die Aussichten sind auch nicht gerade rosig, fürchtet die Branche, wenn es politisch so weitergeht. Für dieses Jahr werden auch nur nur 1,4 Gigawatt an neu installierter Solarstromleistung erwartet. Um die selbst gesetzten Ausbauziele zu erreichen, müssten in Deutschland jedoch jährlich 5 bis 7 Gigawatt dazu kommen. Schlechte Aussichten für die deutsche Solarbranche, wenn die Politik nicht endlich entschieden gegensteuert – etwa indem Eigenverbrauch und Zwischenspeicherung von Solarstrom nicht mit Abgaben belastet werden und auch für PV-Freiflächenanlagen eine viel höhere Menge an Solarstromleistung als Ausbauziel gesetzt wird. na

   

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Keine Kommentare gefunden!

Ihr Kommentar zum Thema

(wird nicht veröffentlicht)

max 2.000 Zeichen

Meinung der Woche

Dezentrale Ökonomie der Erneuerbaren

Im Zuge einer dezentralen Energiewende sollte man sich von alten Denkmodellen wie der Einteilung in Sektoren lösen und den Energiemarkt als Ganzes betrachten – und dabei alle Möglichkeiten zur Energienutzung und -speicherung ohne Vorbehalte in Betracht ziehen.   

Stephan Grüger, MdL
Vizepräsident EUROSOLAR e.V.

Umfrage

Viele Verbraucher erzeugen ihren Strom zunehmend selbst und werden zu Stromproduzenten und -konsumenten (Prosumer). Eine gute Entwicklung?