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Experten erwarten 2017 einen neuen Solarstrom-Rekord

Nun setzt auch der US-Einzelhandelskonzern Walmart auf Solarenergie und stattet seine Filialen mit Photovoltaikmodulen aus. (Foto: © Walmart, CC BY 2.0)
Nun setzt auch der US-Einzelhandelskonzern Walmart auf Solarenergie und stattet seine Filialen mit Photovoltaikmodulen aus. (Foto: © Walmart, CC BY 2.0)

Es sind goldene Zeiten für die Solarenergie: Der weltweite Bau neuer Anlagen hat 2016 die Erwartungen deutlich übertroffen, 2017 erwarten Experten neue Rekorde. Die Kosten sinken so stark, dass sich die Solarleistung bis 2030 verzehnfachen könnte.

20.04.2017 – Über 78 Gigawatt (GW) Solarstromleistung wurden im vergangenen Jahr neu installiert, allein 34 GW entfallen dabei auf China. Das berichten die Marktexperten von GTM Research im neuesten Global Solar Demand Monitor. Für 2017 erwarten die Analysten sogar neue Rekorde: Über 85 GW sollen hinzukommen, eine Verdoppelung des Zubaus gegenüber 2014 und eine Steigerung um gut 9 Prozent gegenüber 2016. Damit befindet sich die Solarenergie weltweit auf Rekordkurs, aktuell sind gut 306 GW weltweit installiert.

Im Jahr 2022 erwartet GTM Research einen globalen Solarstrom-Neubau von 110 GW. Eine internationale Forschergruppe um das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und das US-amerikanische National Renewable Energy Laboratory (NREL) hatte erst vor wenigen Tagen in einem Fachbeitrag prognostiziert, die weltweite Solarleistung werde sich bis zum Jahr 2030 mindestens verzehnfachen. Eine durchaus realistische Schätzung, wenn man die weltweit stark gesunkenen Kosten in den vergangenen Jahren für Photovoltaikmodule betrachtet.

Investitionen gesunken

Auch ein weiterer Punkt ist beachtlich: Während die Investitionen in neue Solaranlagen in den vergangenen Jahren immer weitere Höhen erreichten, sank die Investitionssumme im vergangenen Jahr gegenüber 2015 um 34 Prozent auf 114 Milliarden US-Dollar. Dennoch sind die Zubauzahlen stark gestiegen – ein Zeichen dafür, dass die Kosten stark gesunken sind.

Angetrieben wird der internationale Solarstrom-Zubau von China, 2016 mit einem Anteil von 44 Prozent. Auch in diesem Jahr gehen Analysten davon aus, dass der Markt von China, den USA, Japan und Indien dominiert werden wird. Für Deutschland und Großbritannien geht GTM Research dagegen von einem erneuten Nachfragerückgang aus. Obwohl der Zubau in Deutschland wohl kaum noch geringer ausfallen kann: In den vergangenen Jahren ist der Bau neuer Solarstromanlagen auf nur 1,5 GW gefallen. cw

   

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  1. Eitel Hecke
    Eitel Hecke 24.04.2017, 10:58 Uhr
    Solarthermikraftwerke werden an Bedeutung gewinnen.Das betrifft in erster Linie Länder in subtropischen und tropischen Regionen, die naturbedingt in der Sonneneinstrahlung als Grundlage der Energieerzeugung gegenüber Deutschland über einen erheblichen Vorteil verfügen.
    Das derzeitig weltweit größtes Solarthermikraftwerk wurde in der Saharawüste in Marokko im 1.Bauabschnitt gebaut.
    2 Bauabschnitte werden noch realisiert, so dass die Gesamtleistung zur Stromerzeugung 380 MV beträgt zur Stromversorgung von einer Million Menschen.
    Ein noch größeres Solarthermikraftwerk mit einer Gesamtleistung von 810 MV entsteht im Nordwesten Chinas(Kraftwerk Delingha) mit 3 Bauabschnitten.
    Der 1. Bauabschnitt soll 2017 fertiggestellt werden mit einer Gesamtleistung von 270 MV.
    Die fast unbewohnte Sahara-Wüste Nordafrikas mit einer sehr guten Sonneneinstrahlung bietet sich aus meiner Sicht an durch die Europäische Union in Kooperation mit den Ländern Nordafrikas große Solarthemikraftwerke zur Stromversorgung sowohl von Ländern der Europäischen Union als auch afrikanischen Ländern zu realisieren.:
    An engen Stellen des Mittelmeeres zwischen Afrika und Spanien müsste ein Seekabel nach dem Beispiel der deutsch-norwegischen Energiepartnerschaft zur Versorgung mit Wasserkraftstrom(Seekabel NordLink, 623 km, Leistung 1.400 MV) gebaut werden.

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