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Solarspeicher können Netzausbaukosten senken

Mithilfe netzoptimierter Batteriespeicher müssen die Verteilnetze „nicht bis zur letzten Kilowattstunde ausgebaut“ werden, da das „Peak-Shaving“ – die Kappung der Mittagsspitze – wie eine Leistungsreduzierung der Solarstromanlage um 40 Prozent wirkt, so die Prognos-Studie. (Grafik: Prognos-Studie)
Mithilfe netzoptimierter Batteriespeicher müssen die Verteilnetze „nicht bis zur letzten Kilowattstunde ausgebaut“ werden, da das „Peak-Shaving“ – die Kappung der Mittagsspitze – wie eine Leistungsreduzierung der Solarstromanlage um 40 Prozent wirkt, so die Prognos-Studie. (Grafik: Prognos-Studie)

Durch den Einsatz von intelligenten Batteriespeichern für Solaranlagen können in Süddeutschland pro Jahr über 100 Millionen Euro Netzausbaukosten auf Verteilnetzebene eingespart werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Kurzstudie der Prognos AG.

16.01.2015 – Die Studie betrachtet den Nutzen von intelligenten Solarstromspeichern für den Netzausbau auf Verteilnetzebene in Bayern und Baden-Württemberg. Denn netzdienliche Batteriespeichersysteme können Einspeisespitzen zur Mittagszeit vermeiden und zu exakt dieser Zeit einen Teil des erzeugten Solarstroms speichern. „Durch die so verringerte Einspeiseleistung zu Spitzenzeiten sinkt der Bedarf für den sonst notwendigen Netzausbau signifikant, insbesondere auf der Niederspannungsebene“, heißt es in der Studie.

Die Untersuchung im Auftrag der sonnen GmbH basiert auf Prognosen der Verteilnetzstudie 2014 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Ein konservatives Szenario geht darin von einer steigenden PV-Leistung in Süddeutschland von 6,2 Gigawatt am Niederspannungsnetz bis 2032 aus. Die Verteilnetzstudie rechnet dadurch mit jährlichen Investitionen von bundesweit 210 Millionen Euro in neue bzw. bestehende Netze, von denen 60 Prozent in Süddeutschland notwendig sind.

Genau hier setzt die Studie an und rechnet vor, dass durch netzoptimierte Batteriespeicher die Verteilnetze „nicht bis zur letzten Kilowattstunde ausgebaut“ werden müssen, da das „Peak-Shaving“ – die Kappung der Mittagsspitze – wie eine Leistungsreduzierung der Solarstromanlage um 40 Prozent wirkt. Für Bayern und Baden-Württemberg ließen sich so die jährlichen Kosten bis 2032 um 90 Millionen Euro senken. Bei Berücksichtigung des konservativen Ausgangsszenarios und des wiederum reduzierten Ausbaubedarfs auf Mittelspannungsebene, sind sogar Einsparungen von über 100 Millionen Euro pro Jahr zu erwarten, so die Autoren der Studie.

KfW-Förderung Ende 2015 ausgelaufen

Insgesamt steigt der gesamtwirtschaftliche Nutzen je größer die Anzahl der installierten Speicher ist. Gerade in Süddeutschland mit den vielen privaten PV-Anlagen und einer entsprechend größeren Anzahl an Batteriespeichern im Keller sind diese Rechnungen interessant. Prognos zufolge sind sie zudem eine konkurrenzfähige Alternative zu Einspeisemanagement und Ortsnetztransformatoren. Besonders die in den vergangenen Jahren stark gesunkenen Kosten für Speichersysteme machen diese attraktiv für Besitzer von Solaranlagen. Die Kosten werden weiter sinken und den Einbau von netzdienlichen Batteriespeichern fördern.

Intelligente und netzdienliche Solarstromspeicher sind meist über das Internet vernetzt und nutzen für ihr Speicherverhalten Wetterprognosen und einen Abgleich mit den Verbrauchsdaten. Auch die staatliche Förderung von PV-Batteriespeichern durch die Förderbank KfW war an diese Netzdienlichkeit der Anlagen geknüpft. Doch die Förderung lief trotz großen Erfolgs Ende des Jahres aus, bislang gibt es noch keine Fortsetzung. cw

   

Forum

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  1. Christian Kearsley
    Christian Kearsley 18.01.2016, 18:37 Uhr
    Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe soeben Ihren Beitrag zu der Netzentlastung durch intelligente Stromspeicher gelesen.Scheinbar muss heute ja alles intelligent sein. Wenn sich ein Kunde heute für einen Stromspeicher entscheidet geht er doch davon aus das sein Stromspeicher 12 Monate im Jahr arbeitet, obwohl seine Photovoltaikanlage in Deutschland nur 9 Monate im Jahr Strom liefern kann. Erst durch die Vernetzung z.B.SENEC IES Stromspeicher mit Econamic Grid hat der Kunde die Möglichkeit überschüssigen Strom aus dem öffentlichen Netz auch im Winter bekommen zu können. Gerade im Winter ist doch der Verbrauch am höchsten. Wie so etwas funktioniert haben wir auf unserer Homepage www.solarkoenig.com hinterlegt.
    P.S. IES steht für: Intelligent Energie Speichern :-)

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