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Solarleitungen müssen nach EnEV gedämmt werden

Solarthermische Anlage auf einem Flachdach. (Bild: © Florian Methe/ pixelio.de)
Solarthermische Anlage auf einem Flachdach. (Bild: © Florian Methe/ pixelio.de)

Rohrleitungen zwischen den Kollektoren und Wärmespeichern in Solarthermie-Anlagen müssen nach den Vorschriften der Energie-Einspar-Verordnung (EnEV) gedämmt werden. Das hat die Projektgruppe EnEV der Bauminister­konferenz bestätigt.

29.02.2015 – Wie die Projektgruppe EnEV erklärte, müssen Solarleitungen ebenso wie Heizungsverteilleitungen mit 100 Prozent der in der Energie-Einspar-Verordnung  (EnEV) festgelegten Dämmstärke isoliert werden. Für Rohrleitungen mit 22 mm Durchmesser ergibt sich daraus bei einer Kautschuk-Dämmung mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0.04 W/mK  eine Dämmdicke von 26 mm. Details sind in der Anlage 5 der EnEV 2014 beschrieben.  

Aus Kostengründen werden Solarthermie-Leitungen in der Praxis oft mit einer Wärmedämmung ausgestattet, die weniger dick ist als vorgeschrieben. Die EnEV sieht eine Befreiung von der Dämmpflicht allerdings nur dann vor, wenn sich die Kosten für die Dämmung nicht innerhalb der Nutzungszeit wieder einsparen lassen. Bei Solarthermie-Anlagen sei dies nicht der Fall, so die EnEV-Projektgruppe in einer Stellungnahme. In die Berechnung der Wärmekosten müssten auch die Anschaffungs- und Wartungskosten der Solaranlage einbezogen werden. Wer eine Solarthermie-Anlage nachlässig dämmt, verschenkt bei einer gewöhnlichen Brauchwasser-Solaranlage mit vier bis fünf Quadratmetern Kollektorfläche die Wärme aus 0,4 Quadratmetern Sonnenkollektoren. „Eine gute Wärmedämmung an einer Solarthermie-Anlage rechnet sich daher innerhalb von zwei bis drei Jahren", so die Einschätzung von Roland Baumann, Geschäftsführer der AEROLINE TUBE SYSTEMS Baumann GmbH.

Die Energie-Einsparverordnung ist eine gültige Rechtsvorschrift, und die Vorgaben zur Dämmung von Solarthermie-Anlagen somit vorgeschrieben. Fehlt die Wärmedämmung, handelt es sich daher um einen Anlagenmangel. Installationsbetriebe sind ihren Kunden gegenüber verpflichtet, diesen Mangel zu beseitigen. Schlimmstenfalls können sogar Bußgelder fällig werden. rr

   

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