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2015 war „gewaltiges Jahr“ für Windenergie in Schottland

Insgesamt speisten Windkraftanlagen 2015 10.392.439 MWh ins schottische Netz ein. Rechnet man alle anderen Verbraucher wie Industrie und Wirtschaft dazu, deckte die Windenergie 41 Prozent des gesamten schottischen Stromverbrauchs von 25.161.916 MWh. (Foto: Bjmullan, CC BY-SA 3.0, https://en.wikipedia.org/wiki/File:Whitelee_with_arran_in_the_background.jpg)
Insgesamt speisten Windkraftanlagen 2015 10.392.439 MWh ins schottische Netz ein. Rechnet man alle anderen Verbraucher wie Industrie und Wirtschaft dazu, deckte die Windenergie 41 Prozent des gesamten schottischen Stromverbrauchs von 25.161.916 MWh. (Foto: Bjmullan, CC BY-SA 3.0, https://en.wikipedia.org/wiki/File:Whitelee_with_arran_in_the_background.jpg)

Im vergangenen Jahr deckte die Windenergie 97 Prozent des Strombedarfs aller schottischen Haushalte ab – ein „gewaltiges Jahr“ für die Windenergie, berichtet der WWF. Bis 2020 wollen die Schotten 100 Prozent des Stroms erneuerbar produzieren.

20.01.2016 – Schon seit Jahren gilt Schottland als das Zentrum der britischen Windenergie-Branche. Mit den windigen und wenig bewohnten Highlands fernab der Ballungsräume und der langen Küste bietet die nördlichste Region Großbritanniens ideale Bedingungen. Wie der WWF Scotland nun mit Daten des Informationsservice WeatherEnergy analysierte, stellte die Windkraft in 2015 rechnerisch 97 Prozent des Strombedarfs aller 2,42 Millionen Haushalte zur Verfügung – eine Steigerung von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Im Dezember übertraf die Windenergieleistung sogar den Haushalts-Bedarf um 48 Prozent. Insgesamt speisten Windkraftanlagen 10.392.439 MWh ins schottische Netz ein. Rechnet man alle anderen Verbraucher wie Industrie und Wirtschaft dazu, deckte die Windenergie 41 Prozent des gesamten schottischen Stromverbrauchs von 25.161.916 MWh. Auch für die Solarenergie war 2015 ein sehr ertragreiches Jahr: Zehntausende schottische Haushalte mit installierten Solaranlagen konnten die Hälfte ihres Strom- bzw. Warmwasserverbrauchs die größte Zeit des Jahres mit Sonnenkraft abdecken, so der WWF.

Regernatives Energiefeld in der Irischen See

Ende 2015 waren in Schottland Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 7.500 MW installiert. Der alles überwiegende Anteil entfiel dabei mit 5.200 MW auf die Windenergie an Land, gefolgt von Wasserkraft mit 1.500 MW und Windenergie auf dem Meer mit 197 MW. Solarenergie mit 189 MW und Biomasse mit 174 MW spielen keine große Rolle. Ein rascher Ausbau der Kapazitäten, besonders der Windenergie, ist in Sicht: Etwa 4.400 MW Kapazitäten für Onshore-Projekte sind bereits genehmigt und auch Offshore-Projekte in einer Größenordnung von 4.000 MW wurden bewilligt.

In der Irischen See wollen Schottland, Irland und Nordirland nun ihre Aktivitäten bündeln und die Region zum regenerativen Energiefeld ausbauen. Dabei geht es vor allem um den Ausbau der Offshore-Windenergie, doch auch Gezeiten- und Wellen-Kraftwerke sowie eine engere Verknüpfung der Stromnetze ist vorgesehen. Im Rahmen des 2008 gestarteten gemeinsamen Projekts „Irish-Scottish Links on Energy Study“ (ISLES) wurde ein Potenzial für erneuerbare Energieerzeugung in der Irischen See von über 16.000 MW ermittelt. Ziel des Projekts ist es, bis 2020 etwa 6.200 MW Leistung zu installieren. Zu den ersten Projekten sollen ein Gezeiten-Kraftwerk an der schottischen Küste mit 400 MW Leistung und zwei 100-MW-Gezeiten-Kraftwerke in Nordirland gehören. cw

   

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