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China steckt über 300 Milliarden in die Energiewende

Bis 2020 will China 138 Milliarden Euro allein in die Solarenergie investieren. (Foto: © WiNG, CC BY-SA 3.0)
Bis 2020 will China 138 Milliarden Euro allein in die Solarenergie investieren. (Foto: © WiNG, CC BY-SA 3.0)

343 Milliarden Euro in vier Jahren, so viel will die chinesische Führung in Alternativen zur Kohle stecken. Das meiste Geld soll in neue Solar- und Windenergieanlagen fließen, doch auch die Atomenergie gilt in China als saubere Energie.

10.01.2017 – In Demokratie- und Menschenrechtsfragen fragwürdig, in Sachen Energiewende zumindest zum Teil vorbildlich? China investiert gigantische Summen in den Umbau seines Energiesystems, um Smog und Klimawandel zu entkommen. Dabei setzt die Regierung bis 2020 auf gewaltige Solarparks und riesige Flächen für Windkraftanlagen, genügend Platz dafür bieten die Wüsten und Hochebenen des Riesenreiches. Aus deutscher Sicht gibt es aber einen gewaltigen Makel: Auch die Atomenergie treiben die Chinesen eifrig voran, zudem dürfte der Umbau des Systems sehr lange dauern und Kohle noch Jahrzehnte den Energiemix dominieren.

Erst vor wenigen Tagen gab die Nationale Energiebehörde NEA die Investitionen in Höhe von umgerechnet 343 Milliarden Euro bis 2020 bekannt. Ziel ist es, in drei Jahren 15 Prozent des gesamten Energiebedarfs durch Alternativen zur Kohlekraft abzudecken. Dazu zählen Wind- und Wasserkraft, Solarenergie und Atomenergie. Durch das gewaltige Programm sollen mehr als 13 Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die NEA. Andere Behörden sprechen dagegen von 3 Millionen neuen Jobs und einer Gesamtsumme von 13 Millionen Beschäftigten in der Branche bis 2020.

Mehr als 1.000 Solarparks

Nach Angaben der staatlichen Wirtschaftsplaner sollen im Rahmen des Fünfjahresplanes bis 2020 rund 138 Milliarden Euro allein in die Solarenergie fließen und die Kapazitäten verfünffachen. Fachleuten zufolge entspricht dies etwa 1.000 größeren Solarkraftwerken. Es könnten aber auch mehr werden: „Die Regierung könnte diese Ziele übertreffen, weil es im Zuge sinkender Kosten mehr Investitionsmöglichkeiten gibt“, sagte der Energieexperte Steven Han vom Finanzdienstleister Shenyin Wanguo Reuters. Allein seit 2010 sind die Kosten für den Bau neuer Solarparks um 40 Prozent gesunken.

Im Wettrennen und saubere Energie und grüne Geschäfte mischen auch die chinesischen Konzerne im großen Stil mit. Einer neuen Studie des US-Think-Tanks IEEFA zufolge, haben Konzerne aus dem Reich der Mitte 2016 weltweit mindestens 32,1 Milliarden US-Dollar in Firmen und Projekte aus dem Erneuerbaren-Sektor gesteckt. Im eigenen Land investierten sie zudem mehr als 100 Milliarden Dollar in regenerative Technologien. Großzügige Unterstützung und Subventionen gibt es vom Staat, der China zum Weltmarktführer für Zukunftstechnologien machen will. Bei der Herstellung von Solarmodulen und Windkraftanlagen haben es die Chinesen bereits geschafft, als nächstes Ziel gilt der Markt für Elektroautos. cw

   

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Jürgen Pöschk
Initiator Berliner ENERGIETAGE
Herausgeber des Jahrbuchs „Energieeffizienz in Gebäuden“

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