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Trump zum Trotz: Kaliforniens ehrgeiziger Energiewende-Plan

Erneuerbare Energien in der Kalifornischen Wüste. Der kalifornische Senat hat für einen Gesetzentwurf mit dem ehrgeizigen Ziel 100 Prozent Erneuerbarer Energien bis 2045 gestimmt.  (Foto: Bureau of Land Management / flickr.com, CC BY 2.0)
Erneuerbare Energien in der Kalifornischen Wüste. Der kalifornische Senat hat für einen Gesetzentwurf mit dem ehrgeizigen Ziel 100 Prozent Erneuerbarer Energien bis 2045 gestimmt. (Foto: Bureau of Land Management / flickr.com, CC BY 2.0)

Der kalifornische Senat hat für einen Gesetzentwurf mit dem ehrgeizigen Ziel 100 Prozent Erneuerbare Energien bis 2045 gestimmt. Damit erteilt der Bundestaat US-Präsident Donald Trump eine klare Absage für seine internationale Klimaschutzpolitik.

07.06.2017 – Der bevölkerungsreichste Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika hat mit seinen Ambitionen für eine schnelle Energiewende schon längst eine Führungsrolle in den USA inne. Fast zeitgleich mit der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auszutreten, beschloss der kalifornische Senat vergangene Woche erneut ein noch ehrgeizigeres Ausbauziel für Erneuerbare Energien. Bis zum Jahr 2045 soll die gesamte Stromerzeugung gemäß dem Gesetzentwurf dann aus regenerativen Stromquellen stammen.

Der vom Senat verabschiedete Entwurf sieht vor, dass die Erneuerbare-Energie-Anlagen bereits 2026 die Hälfte der Stromerzeugung generieren sollen – Ende 2030 dann sogar schon 60 Prozent. Im vergangenen Jahr betrug der Anteil an Erneuerbaren immerhin rund 27 Prozent. Die Festlegung auf 100 Prozent Erneuerbare sei das ehrgeizigste Ziel der Welt, sagte Senator Kevin de León, der zusammen mit anderen Politikern Trump einen offenen Brief zur Ankündigung des Austritts aus dem Klimaabkommen geschickt hatte. Hawaii verfolgt bis zum Jahr 2045 ebenfalls das 100-Prozent-Ziel.

CO2-Markt mit China verschmelzen

Dabei ist offenbar auch die Verschmelzung des CO2-Marktes vom Bundesstaat Kalifornien mit China im Gespräch, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Der kalifornische Gouverneur Jerry Brown möchte damit den globalen Klimaschutz kräftigen und ein Zeichen gegen die Umweltpolitik vom US-Präsidenten setzen. Er bezeichnete den Ausstieg bereits als „verrückt“ und warb vehement für den Verbleib im Pariser Klimaschutzabkommen.

Nun muss der vom Senat verabschiedete Gesetzentwurf auch noch den Landtag passieren. Erst dann wird sich zeigen, ob der jetzige Plan – 50 Prozent Erneuerbare Energien bis zum Jahr 2030 – noch ambitionierter ausgestaltet wird. Zu denken geben müsste es dem Präsidenten auf jeden Fall, dass nun schon einzelne Bundesstaaten ihre Klimaschutz-Bestrebungen selbst in die Hand nehmen. Kalifornien hat damit auf jeden Fall schon ein Zeichen gegen die Klimaschutzpolitik von Trump gesetzt. jk

   

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  1. Eitel Heck
    Eitel Heck 07.06.2017, 09:55 Uhr
    Der Artikel beginnt mit einem Foto, das Windkraftanlagen in der kalifornischen Wüste zeigt. Die Nutzung unbewohnter und für die Landwirtschaft nicht geeigneter Flächen als Standort für Wind- und Sonnenstromanlagen ist natürlich wesentlich besser, als die Standorte für Wind-und Sonnenstrom in landwirtschaftlich nutzbaren Flächen oder nach Abholzung von Waldgebieten.
    Deshalb plädiere ich, dass die Europäische Unnion die fast unbewohnte Sahara-Wüste in Nordafrika mit einer sehr guten Sonneneinstrahlung als Standort für Solarthermikraftwerke in Kooperation mit afrikanischen Ländern zur Stromversorgung europäischer Länder mit Bau eines Seekabels durchs Mittelmeer mit kurzfristigen Zielstellungen entscheidet.
    Wenn von einer Zusammenarbeit von Kalifornien mit China bei der Reduzierung der CO2-Emission informiert wird, dann ist zu beachten, dass China bei der Reduzierung der CO2-Emission sowohl auf Kernkraftwerke, einschliesslich neuentwickelte Kernenergietechnologien, als auch auf erneuerbare Energien setzt und aus meiner Sicht bei den erneuerbaren Energien teilweise innovativer gegenüber Deutschland ist, ohne eine Vorreiterrolle zu propagieren.
    -Planung des weltweit größten Gezeitenkraftwerkes,
    -Bau des weltweit leistungsfähigsten Solarthermikraftwerkes,
    - Nutzung von CO2 aus Kohlekraftwerken über eine spezielle Algentechnologie die CO2 in O2 umwandeln.
    Schon bei der in Deutschland entwickelten Magnetschwebebahn, hat China gezeigt, wie man eine solche klimafreundliche und sichere Innovation im Verkehrswesen nutzt, während in Deutschland der Transsrapid und die Anbindung in das Verkehrssystem in München nicht realisiert wurde.
    Die Magnetschwrebebahn fährt in China ohne CO2-Emission.
    Die Versuchsstrecke im Emsland wird nun zum Museum umgestaltet.

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