Alte Wälder bremsen Klimawandel

Buchenwald im Nationalpark Hainich in Thüringen. Hier wurden unter anderem Messungen für die Studie von Talie Musavi vorgenommen. (Foto: Thomas Gerhard / flickr.com, CC BY-ND 2.0)
Buchenwald im Nationalpark Hainich in Thüringen. Hier wurden unter anderem Messungen für die Studie von Talie Musavi vorgenommen. (Foto: Thomas Gerhard / flickr.com, CC BY-ND 2.0)

Je älter ein Wald und je größer seine Artenvielfalt, desto effektiver speichert er CO2, so das Fazit einer neuen Studie des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie. Die Erkenntnisse beeinflussen auch unser Verständnis des globalen Kohlenstoffkreislaufs.

15.02.2017 – Alte Wälder bedecken unseren Planeten nur noch zu rund 15 Prozent: Die Erkenntnisse einer Forschungsgruppe um die Wissenschaftlerin Talie Musavi machen deutlich, welch hohen Stellenwert alte Wälder für den Klimaschutz haben. In der im Fachmagazin nature ecology & evolution publizierten Studie untersuchten die Wissenschaftler eine Reihe von Messdaten verschiedener Wälder anhand 50 unterschiedlicher Standorte und Faktoren: darunter das Alter und die Struktur des Waldes, Biodiversität, Bodenzustand und Satellitendaten sowie Klimavariablen wie Temperatur, Niederschlag und Wasserverfügbarkeit. Am meisten CO2 einlagern konnten vor allem die älteren Wälder mit einer hohen Biodiversität und Strukturreichtum.

Durch den Aufbau ihrer Biomasse durch Photosynthese binden Pflanzen enorme Mengen CO2, insgesamt sogar mehr als sie bei der Atmung wieder abgeben. Daher sind Wälder rein theoretisch gute Puffer für die klimaschädlichen Gase. Jedoch variieren die eingelagerten Mengen je nach Standort und Ausprägung teilweise stark.

Warum das so ist, ist nun zumindest teilweise erklärbar: In alten, naturnahen Wäldern haben die Bäume im Gegensatz zu jüngeren Hainen tiefere und stärker verzweigte Wurzeln ausgebildet. Der Waldboden ist mit einer dickeren Humusauflage bedeckt, wodurch mehr Feuchtigkeit im Boden gehalten wird. Die oftmals hohe Biodiversität der älteren Wälder fördert zudem eine effizientere Aufteilung der verfügbaren Ressourcen.

„Diese Erkenntnis beeinflusst auch unser Verständnis des globalen Kohlenstoffkreislaufs und seiner Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaschwankungen. Wir müssen jetzt zum Beispiel untersuchen, ob diese Effekte auch in Klimamodellen des Weltklimarats abgebildet sind.“, so Professor Dr. Markus Reichstein, Koautor der Studie und Direktor am Max-Planck-Institut für Biogeochemie.

Wälder haben vielfältige Funktionen und stellen den Menschen umfangreiche Dienstleistungen zur Verfügung. Neben der Hilfe im Kampf gegen den Klimawandel sind Wälder Rückzugs- und Erholungsräume, sie sorgen für ein ausgeglichenes Mikroklima und sind Holzlieferanten. Viele Wissenschaftler halten es daher auch für wichtig, diese Ökosystemdienstleistungen des Waldes nicht zu stark einzuschränken. bm

   

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