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Diese Neuerungen bringt das Jahr 2015

Über stärkere finanzielle Anreize will die Bundesregierung Hausbesitzer ermutigen, die Wärmedämmung von Immobilien mittels Gebäudesanierung zu verbessern.
Über stärkere finanzielle Anreize will die Bundesregierung Hausbesitzer ermutigen, die Wärmedämmung von Immobilien mittels Gebäudesanierung zu verbessern. (Bild: © Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) / pixelio.de )

Austauschpflicht für alte Heizgeräte, neue Steueranreize für die energetische Gebäudesanierung, eine sinkenden EEG-Umlage und Biotonnenpflicht – das Jahr 2015 bringt Neuerungen mit sich. Ein Überblick für Verbraucher, was sich in Sachen Energie ändert.

02.01.2015 –  Mit dem neuen Jahr treten einige neue Regeln in Kraft. Hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Veränderungen:

Alte Heizkessel müssen ausgetauscht werden

Ab 2015 dürfen sogenannte Konstanttemperatur-Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind, nicht mehr betrieben werden. Diese Modelle heizen mit einer konstant hohen Temperatur, ihre Heizleistung passt sich nicht an Außentemperatur und tatsächlichen Bedarf an. Demzufolge haben die Kessel einen sehr hohen Brennstoffverbrauch.  Die Bundesregierung verpflichtet Hausbesitzer deswegen, diese Geräte auszutauschen. Von dieser Regelung nicht betroffen sind Brennwertkessel und Niedertemperaturheizkessel mit einem besonders hohen Wirkungsgrad. Eine weitere Ausnahme gilt für Hauseigentümer, die bereits vor Februar 2002 in den Häusern gewohnt haben. Auch sie können die alten Heizkessel weiter nutzen.

Energie-Ausweis: Vermietern drohen Geldbußen

Verschärfte Vorgaben für Hausverkäufer oder Vermieter: Bereits seit Mai 2014 müssen sie den Energie-Effizienzstandard in der Immobilienanzeige nennen. Bei Wohnungsbesichtigungen müssen sie zudem unaufgefordert den Energie-Ausweis vorzeigen – der potenzielle Mieter soll nicht mehr danach fragen müssen. Energieausweise für Wohngebäude müssen eine Effizienzklasse ausweisen, ähnlich wie es sie bereits für Elektrogeräte gibt. Die Skala reicht von „A+“, also energetisch sehr gut“, bis „H“, also „energetisch sehr schlecht“. Bei Immobilien entsprechen A und B künftigen Neubaustandards. Die neue Skala ersetzt die Farbskala von rot bis grün. Kommt ein Mietvertrag zustande, ist dem Mieter entweder der Original-Energieausweis oder eine Kopie davon auszuhändigen. Potenzielle Mieter und Käufer sollen so schlechte Energiewerte, die auf eine unzureichende Wärmedämmung zurückzuführen sind und hohe Heizkosten verursachen, über den Ausweis direkt erkennen können.

Neu ist: Vermieter, die sich im Energie-Ausweis nicht an die neuen Vorgaben zur Energieeffizienz halten, handeln ordnungswidrig und können ab diesem Jahr bestraft werden: Ab 1. Mai 2015 müssen sie mit einem Bußgeld von bis zu 15.000 Euro rechnen. Wer als Hausbesitzer noch keinen Energieausweis hat, kann sich bei der Suche nach einem qualifizierten Aussteller an die Architekten-, Ingenieurs- und Handwerkskammern wenden. Zehn Jahre ist der Ausweis gültig. Eine Verlängerung ist nicht möglich. Die Neuerungen der Energieeinsparverordnung gelten auch für sogenannte Nichtwohngebäude wie Gewerbeimmobilien und öffentliche Gebäude. In öffentlichen Gebäuden mit Publikumsandrang und einer Größe über 500 Quadratmetern ist es künftig Pflicht, den Energieausweis sichtbar auszuhängen. Denkmalgeschützte Immobilien benötigen keinen Energieausweis.

 EEG-Umlage sinkt

Die EEG-Umlage sinkt 2015 auf 6,17 Cent pro Kilowattstunde. 2014 betrug sie 6,24 Cent. Dass die Abgabe sinkt, liegt daran, dass sie im vergangenen Jahr stärker angehoben wurde als nötig, wie sich im Nachhinein herausstellte. Dadurch hat sich auf dem sogenannten EEG-Konto ein Überschuss von 1,4 Milliarden Euro angesammelt. Die EEG-Novelle, die zum 1. August 2014 in Kraft trat, hatte – auch  wenn von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) so proklamiert – keinen Einfluss auf die aktuelle Umlagehöhe. Gleichzeitig haben Energiekonzerne in einigen Regionen die Netzentgelte erhöht, insbesondere in ländlichen Gebieten. Während die gesunkene EEG-Umlage den Strompreis der Verbraucher leicht senkt, treiben ihn gestiegene Netzentgelte wieder in die Höhe. Dennoch haben zumindest einige Stromanbieter auf die veränderten Bedingungen mit einer leichten Senkung ihrer Preise zum 1. Januar 2015 reagiert.

Biotonne wird Pflicht

Aber ab 1. Januar gilt eine bundesweite Pflicht zum getrennten Sammeln von Bioabfällen. Dies schreibt das Kreislaufwirtschaftsgesetz vor. Laut Bundesumweltministerium haben 340 der etwa 400 Stadt- und Landkreise schon eine Biotonne eingeführt, aber mehrere Millionen Bürger haben noch keine Tonne oder anderweitige Optionen, um getrennt gesammelte Bioabfälle zu entsorgen. Zuständig sind die kommunalen Entsorger – die Länder müssen die Einhaltung des Gesetzes überwachen und notfalls einschreiten. Allerdings: Nicht in jedem Stadt- oder Landkreis werden diese Vorgaben auch direkt umgesetzt. Bochum beispielsweise will auch im Jahr 2015 in Sachen Biomüll auf die Freiwilligkeit der Bürger setzen. Das Problem: Für das bundesweit geltende Kreislaufwirtschaftsgesetz gibt es noch keine konkreten landesrechtlichen Vorgaben. Das Bundesumweltministerium verspricht sich von der Biotonnen-Pflicht übrigens auch einen Beitrag zur Energiewende, denn: Biomüll lässt sich zur Energieerzeugung in Biogasanlagen verwenden. In Bochum passiert das bereits in der Biogasanlage der AHE GmbH in Witten, wo Bioabfälle zu Biogas – Methan – vergoren werden. Dieses wiederum wird in Blockheizkraftwerken in Strom umgewandelt.

Neue Steueranreize für Gebäudesanierung

Bund und Länder wollen vom kommenden Jahr an die energetische Gebäudesanierung für Hausbesitzer mithilfe von Steueranreizen attraktiver machen. Das soll dem Klimaschutz dienen. Läuft bei den Detailverhandlungen bis Februar alles wie geplant, können Immobilienbesitzer rückwirkend ab Januar zusätzlich zu bestehenden KfW-Förderprogrammen zehn bis 25 Prozent ihrer Sanierungskosten von der Steuerschuld abziehen.

Mehr Geld für Mini-KWK

Zu Beginn des Jahres tritt die novellierte Mini-KWK-Richtlinie in Kraft, welche die Fördersätze für kleinere Anlagen anhebt. Zudem gibt es künftig eine Bonusförderung „Wärmeeffizienz“ (+ 25 Prozent). Dadurch soll sich die thermische Effizienz der geförderten Mini-KWK-Anlagen verbessern. Eine weitere Bonusförderung „Stromeffizienz“ (+ 60 Prozent) soll Anlagen mit besonders hoher Stromeffizienz, etwa die Markteinführung von Brennstoffzellen, begünstigen. Durch die Novelle erhöht sich beispielsweise die finanzielle Unterstützung für eine besonders effiziente Anlage mit einem Kilowatt elektrischer Leistung von 1500 auf 3515 Euro. Die novellierte Richtlinie zählt zu den Maßnahmen des Aktionsprogramms Klimaschutz. Förderanträge nimmt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) entgegen. rr

   

Forum

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  1. Kilian Rüfer
    Kilian Rüfer 04.01.2015, 11:02 Uhr
    Vielen Dank für den feinen Überblick. Was uns auch bevor steht ist die Diskussion vom Grünbuch über das Weißbuch hin zu einem neuen Strommarktdesign. Was ihr hier geschrieben habt ist für Verbraucher. Ich finde das Strommarktdesign sollte auch für Verbraucher sein und ihnen erklärt werden.

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