• Umwelt 
  • Leben 
  • Great Barrier Reef durch Klimawandel stark gefährdet

Great Barrier Reef durch Klimawandel stark gefährdet

Eine Insel im Gebiet des Great Barrier Reefs aus der Luft. Die unter Wasser liegenden Korallen sind deutlich erkennbar. (Foto: Lock the Gate Alliance / flickr.com, CC BY 2.0)
Eine Insel im Gebiet des Great Barrier Reefs aus der Luft. Die unter Wasser liegenden Korallen sind deutlich erkennbar. (Foto: Lock the Gate Alliance / flickr.com, CC BY 2.0)

Das australische Great Barrier Reef leidet in weiten Teilen an Korallenbleiche, was zum Tod der artenreichen Ökosysteme führen kann. Das Überleben des weltweit einzigartigen Riffs ist akut bedroht, so eine aktuelle Studie im Fachmagazin nature.

18.03.2017 – Im Jahr 2016 waren in manchen Abschnitten bis zu 83 Prozent des Great Barrier Reefs von Korallenbleiche betroffen. Das entlang der Ostküste des australischen Kontinents gelegene Riff ist eines der artenreichsten Ökosysteme der Erde und seit 1981 Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes. „Wir haben nicht erwartet, ein solches Ausmaß der Zerstörung innerhalb der nächsten 30 Jahre zu sehen“, sagte der Hauptautor einer kürzlich in nature erschienenen Studie, Terry P. Hughes der New York Times. Die Forscher haben umfangreiche Beobachtungen zur Gesundheit des Riffs angestellt; sowohl unter Wasser als auch aus der Luft wurden Erhebungen durchgeführt und mit Untersuchungen der letzten großen Bleichen von 1998 und 2002 verglichen. Die Sorge der Wissenschaftler ist groß, dass das Riff in den nächsten Jahren an Artenvielfalt verliert. Nicht nur verschiedene Korallenarten sind vom Aussterben bedroht, auch unzählige Fisch-, Muschel und Pflanzenarten könnten für immer verloren gehen.

Klimawandel ist schuld an Riffsterben

Beobachter sind sich einig, dass der menschengemachte Klimawandel schuld an der Entwicklung ist. Die globale Erwärmung lässt die Temperatur in den Ozeanen stetig steigen und gefährdet somit die äußerst sensiblen Ökosysteme. In Folge dessen produzieren die auf den Riffstrukturen in Symbiose lebenden Algen und Nesseltierchen Giftstoffe anstelle von Zucker. Daraufhin trennen sich diese voneinander und lassen lediglich die weißen Skelette zurück. Die Kalkproduktion kommt zum Erliegen, und damit auch das Riffwachstum selbst. Lediglich neun Prozent der Korallen des gesamten, mehr als 2.000 Kilometer langen Great Barrier Riffs sind bisher von einer Korallenbleiche verschont geblieben.

Grundsätzlich sind die steigenden Wassertemperaturen zwar ein großes Problem für die empfindlichen Ökosysteme, die meisten Korallenarten können jedoch ihre einmal verlassenen Kalkbauten wieder besiedeln. Vorausgesetzt, die Organismen haben genügend Zeit, um sich an die sich ändernden Umweltbedingungen anzupassen. Doch der durch die Menschen beschleunigte Klimawandel lässt die Meerestemperaturen so schnell ansteigen, dass die Riffe die Geschwindigkeit nicht mithalten können.

Die heutigen klimatischen Entwicklungen betreffen nicht nur das Great Barrier Reef, auf der ganzen Welt sind Riffe durch zu warmes Wasser durch das sogenannte Bleaching bedroht. Im August 2016 waren mehr als 60 Prozent der maledivischen Riffe davon betroffen, ein Ende der Entwicklungen ist nicht absehbar.

Riff ist Geldquelle und Jobgarant

Das Great Barrier Reef ist nicht nur ökologisch von großem Wert, rund 70.000 Jobs hängen am Touristikgeschäft mit der Natursensation. Zwar sind sich die Anbieter von Segel- und Schnorcheltouren ihrer ökologischen Verantwortung häufig bewusst. Dennoch sind die vielen Besucher, die jedes Jahr das Riff aufsuchen, eine zusätzliche Belastung für das Ökosystem. Auch der Ressourcenabbau an Australiens Ostküste hat negative Auswirkungen, besonders das Abladen von Schlamm und Abraum aus der Kohleförderung in dem Meeresgebiet zieht schwere Folgen nach sich. Trotz des großen ökologischen Drucks unter dem sich das Gebiet seit Jahren befindet wird dort an küstennahen Standorten nicht nur weiterhin Kohle gefördert, die Förderung wird sogar noch ausgebaut. Umweltschützer fordern die australische Regierung daher vehement auf, sich den Plänen entgegen zu stellen. bm

   

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Keine Kommentare gefunden!

Ihr Kommentar zum Thema

(wird nicht veröffentlicht)

max 2.000 Zeichen

Meinung der Woche

Null-Grenzkosten-Gesellschaft

Wo liegen die Chancen bei autarker Energie­ver­sorgung, welche Geschäfts­modelle sind sinnvoll? Energieautarke Gebäude eröffnen einer „Null-Grenzkosten-Gesellschaft“ neue Sektoren, und trotz ihrer energetischen Unabhängigkeit binden innovative Lösungen diese Häuser in das öffentliche Versorgungsnetz ein. Und die Bewohner profitieren doppelt.  

Timo Leukefeld
Experte für energetisches Wohnen in der Zukunft

Umfrage

Die deutsche Autoindustrie steckt in einer Krise – was muss die Politik jetzt tun?