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Mikroplastik in deutschen Speisefischen nachgewiesen

Mikroplastik-Partikel nach der Analyse im Labor des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven. (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Svenja Mintenig, Ivo Int-Veen)
Mikroplastik-Partikel nach der Analyse im Labor des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven. (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Svenja Mintenig, Ivo Int-Veen)

Plastikreste finden sich überall in der Umwelt wieder, auch im Magen von Speisefischen wie Makrelen, Heringen und Dorschen. Das zeigen neue Studien des Alfred-Wegner-Instituts für Meeresforschung. Die Auswirkungen auf den Menschen sind noch unklar.

14.01.2016 – Für die Studien untersuchten die Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) 290 Makrelen, Flundern, Heringe, Dorsche und Klieschen aus der Nord- und Ostsee. Dabei kam es zu unterschiedlichen Ergebnissen. Denn während Heringe zu bestimmten Jahreszeiten gar keine Mikroplastikteile aufzunehmen scheinen, sieht die Situation bei Makrelen ganz anders aus. Je nach Meeresregion wiesen die Forscher in den Mägen von 13 bis 30 Prozent der Fische Plastikreste nach.

Die Unterschiede führen die Wissenschaftler auf das verschiedene Fressverhalten der Fische zurück. „Bei den gefundenen Mikroplastikpartikeln gehen wir davon aus, dass die Tiere die in der Wassersäule treibenden Fragmente ganz zufällig bei der Futtersuche mit aufgenommen haben“, erklärt AWI-Biologe und Studienleiter Gunnar Gerdts. „Anders sieht es bei einer Vielzahl der Plastikfasern aus, die wir vor allem bei den Makrelen gefunden haben. Vermutlich haben die Fische sie für Beute gehalten.“

Fischarten, die an der Wasseroberfläche oder in den oberen Schichten nach Fressen suchen laufen eher Gefahr, Plastikteile zu verschlucken, als andere. Grundsätzlich ist noch wenig über die Folgen des Mikroplastikkonsums für einzelne Fischarten bekannt und welche Auswirkungen der Verzehr von diesen Fischen für den Menschen hat. Ein natürlicher Kreislauf ist es auf jeden Fall nicht. Ebenso wie andere Meeresbewohner und Meeresvögel sterben auch Fische durch große Plastikteile im Magen, die eine ordentliche Nahrungsaufnahme verhindern oder ein tödliches Sättigungsgefühl vermitteln.

Auch Pflanzenfresser nehmen Mikroplastik zu sich

In einer zweiten Studie untersuchten die AWI-Forscher, ob auch Pflanzenfresser Mikroplastikpartikel bei der Futtersuche aufnehmen. Besonders der Blasentang wurde genauer beobachtet, da sich an seiner klebrigen Oberfläche viele kleine Plastikteile ansammeln können. In einem Laborversuch fraßen Strandschnecken diese Teile einfach mit. „Wir müssen auch die Gruppe der marinen Pflanzenfresser in den Kreis der durch Mikroplastik betroffenen Tierarten mit aufnehmen“, so das Fazit der Wissenschaftler.

Allerdings scheinen die untersuchten Schnecken einen natürlich Abwehrmechanismus gegen Mikroplastik zu haben, denn nahezu die gesamte aufgenommene Plastikmenge wurde wieder ausgeschieden. „Die Schnecken besitzen in ihrem Magen eine komplexe Sortiereinheit. Diese sortiert mithilfe zahlloser Wimpernhärchen Partikel ab einer bestimmten Größe wieder aus. Das von uns eingesetzte Mikroplastik ist demzufolge weder verdaut worden, noch in den Blutkreislauf oder in das Gewebe der Tiere gelangt“, so AWI-Experte Lars Gutow. cw

   

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