EU-Subventionen für Atomenergie?

Foto: Atomkraftwerk
Großbritannien, Frankreich, Polen und Tschechien wollen die Atomkraft mit EU-Geldern subventionieren. (Quelle: © SiepmannH/ PIXELIO)

Großbritannien, Frankreich, Polen und Tschechien haben nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" vom 13. April 2012 in Briefen an die dänische EU-Ratspräsidentschaft dafür plädiert, Atomenergie zukünftig in der Europäischen Union zu subventionieren.

20.04.2012 – Am Freitag, 20. April 2012, haben die EU-Wirtschafts- und Energieminister erstmalig darüber beraten. Eine Entscheidung ist jedoch offenbar noch nicht gefallen - das nächste Treffen der Minister soll im Juni 2012 stattfinden. Staatssekretär Stefan Kapferer vom Bundeswirtschaftsministerium lehnte „eine finanzielle Förderung langjährig erprobter Technologien wie der Kernkraft" ab, da sie keine Anschubfinanzierung benötige. Zudem erklärte er: „In Deutschland stellt sich diese Frage ohnehin nicht.“

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass sich die deutsche Bundesregierung noch nicht festgelegt hat, ob sie in der EU für diese Atomstrom-Förderung stimmt oder nicht: „Aus Regierungskreisen in Berlin heißt es, die Bundesregierung habe sich noch nicht geeinigt, ob sie für oder gegen die Gleichbehandlung von erneuerbarer und nuklearer Energie stimmt. Dies sei ‚intern noch nicht abgestimmt‘.“

Die Anti-Atom-Organisation ausgestrahlt rief auf ihrer Internetseite zum Protest auf, den innerhalb von weniger als vier Tagen über 12.000 Menschen mit Ihrer Unterschrift unterstützten. Die vier Länder wollen .ausgestrahlt zufolge mit ihrem Vorstoß erreichen, dass Atomenergie den Erneuerbaren Energien gleichgestellt wird. Es sollen Einspeisevergütungen wie für Solarstrom gezahlt werden kann, damit Investitionen in Atomkraftwerke rentabel werden.

„Die EU-Kommission finanziert den Bau von Nuklearanlagen derzeit nicht - auch nicht teilweise“, erklärte ein Sprecher der Kommission. „Wie das in Zukunft sein wird, hängt von den Ergebnissen der Debatte ab.“ (Quelle: ausgestrahlt, rr)

   

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