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Trotz Klimazielen fördert Deutschland neue Ölheizungen

Mit 52 Millionen Euro wurde 2015 der Einbau von Ölheizungen durch die staatliche KfW-Bank gefördert. (Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de)
Mit 52 Millionen Euro wurde 2015 der Einbau von Ölheizungen durch die staatliche KfW-Bank gefördert. (Foto: Rainer Sturm / pixelio.de)

Trotz der beschlossenen Klimaziele und des internationalen Klimaabkommens fördert Deutschland weiter den Einbau von Ölheizungen. 2015 wurden 52 Millionen Euro über die staatliche Förderbank KfW als Zuschüsse oder Rabatte auf Kredite vergeben.

02.04.2016 – Das geht aus der Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage der energiepolitischen Sprecherin der Linken im Bundestag, Eva Bulling-Schröter, hervor. Der Auflistung zufolge wurden 2015 über das CO2-Gebäudesanierungsprogramm ( KfW-Programm zum energieeffizient Bauen und Sanieren) über 14.100 Öl-Brennwertkessel in Höhe von insgesamt rund 52 Millionen Euro gefördert. Gut 12.000 Maßnahmen waren dabei Zuschüsse, die mit insgesamt 17 Millionen Euro gefördert wurden, im Gegensatz zu 2.000 zinsverbilligten Kredite auf die 35 Millionen entfielen.

„Darüber hinaus können im Rahmen der Effizienzhausförderung bei Neubau oder Sanierung Öl-Brennwertgeräte mitgefördert worden sein“, erklärte das Wirtschaftsministerium. Die eingesetzten Heizgeräte würden hierbei nicht separat erfasst. „Die Förderung von Ölheizungen setzt für mehr Klimaschutz eindeutig die falschen Anreize“, kommentierte Bulling-Schröter die Ergebnisse ihrer Anfrage. Die Fördersumme für Ölheizungen könnte für Heiztechnik auf Basis Erneuerbarer Energien deutlich besser eingesetzt werden, so die Energieexpertin der Linken.

Dänemark hat Ölheizungen bereits verboten

Die deutschen Klimaziele für 2020 sind ohnehin in weiter Ferne, Deutschland gerät beim Klimaschutz zunehmend ins Hintertreffen. Auf internationaler Ebene setzt sich die Bundesregierung für ehrgeizige Klimaabkommen ein, in Deutschland passiert dagegen leider wenig. 2015 stiegen die deutschen Treibhausgasemissionen erneut, Umweltministerin Barbara Hendricks zeigte sich alarmiert.

Auch wenn der Austausch alter Ölheizungen gegen neue eine Effizienzsteigerung bedeutet, wird diese klimaschädliche Art der Energieerzeugung weiter zementiert. „Wer eine alte Ölheizung durch eine neue, effizientere ersetzt, setzt weitere 15 bis 20 Jahre auf diese fossile Befeuerungsart“, so Bulling-Schröter. Die Gelder sollten lieber in die stärkere Förderung alternativer Heiztechnologien wie Solarthermie und Wärmepumpe fließen und den Umbau für Hausbesitzer attraktiver machen.

In Dänemark ist der Einbau von Ölheizungen in Neubauten bereits verboten und auch in Bestandsbauten nicht erlaubt, sofern Fernwärme zur Verfügung steht. Die Dänen setzen neben erneuerbaren Heiztechnologien vermehrt auf umweltfreundlich erzeugte Nah- und Fernwärme und investieren in die klimafreundliche Umrüstung auch in Bestandsbauten. cw

   

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