• Umwelt 
  • Technik 
  • Projekt Ocean Cleanup: Niederländer wollen Meere säubern

Projekt Ocean Cleanup: Niederländer wollen Meere säubern

Die Pilotanlagen vor der Küste Hollands und der japanischen Insel Tsushima sollen auf den regulären Einsatz im Nordpazifik vorbereiten. Ab 2020 will das Team dort die riesigen  Meeresdriftströme mit Plastikmüll angehen. (Foto: The Ocean Cleanup)
Die Pilotanlagen vor der Küste Hollands und der japanischen Insel Tsushima sollen auf den regulären Einsatz im Nordpazifik vorbereiten. Ab 2020 will das Team dort die riesigen Meeresdriftströme mit Plastikmüll angehen. (Foto: The Ocean Cleanup)

Vor der Küste Hollands entsteht die erste Pilotanlage zum Einsammeln von Plastikmüll aus dem Meer. Denn Millionen Tonnen Kunststoff treiben in den Weltmeeren, mit „The Ocean Cleanup“ will das junge Team eines der größten Umweltprobleme lösen.

11.01.2015 – Plastikmüll und Kunststoffe im Meer sind eines der großen Umweltprobleme unserer Zeit, daran wird sich in den kommenden Jahrzehnten kaum etwas ändern lassen. Daten der UN-Biodiversitätskonvention zeigen, dass im Jahr 2012 bereits 663 Meerestierarten regelmäßig mit Abfällen in Kontakt kommen, 1997 waren es nur 247 Arten. Das Müllaufkommen steigt stetig und somit auch die Abfälle und Kunststoffe im Meer, die größtenteils durch Flüsse in die Ozeane getragen werden.

„Das Müllproblem im Meer werden wir heute und morgen nicht lösen können“, konstatiert auch die Präsidentin des Umweltbundesamts, Maria Krautzberger. Die Politik versucht vor allem durch Müllvermeidungsprogramme und Meeresschutz-Übereinkommen die Lage unter Kontrolle zu bringen. Darauf will ein Team von 25 Angestellten und über 100 Freiwilligen aus den Niederlanden nicht warten. Entwickelt hat das Konzept von „The Ocean Cleanup“ der 21-jährige Boyan Slat von der Technischen Universität Delft. Über eine Crowdfunding-Kampagne sammelte er mit seiner Idee über zwei Millionen Euro ein und gewann viele Firmen und Sponsoren als Unterstützer.

Ziel ist der „Great Pacific Garbage Patch”

Nach vielen Simulationen und Tests soll nun zunächst eine Pilotanlage in der Nordsee installiert werden. 23 Kilometer vor der Küste will die Initiative eine 100 Meter lange Sperre so auslegen, dass die Strömung Plastikmüll hineintreibt und aufgefangen werden kann. Mit diesem ersten Test im Meer sollen die realen Bedingungen besonders in Hinblick auf Wellen und Strömungen überwacht werden. Das erste Meeres-Reinigungssystem soll in der zweiten Jahreshälfte 2016 in Japan starten. Vor der Insel Tsushima sollen weitere Erfahrungen gesammelt werden.

Das tatsächliche Ziel der Niederländer ist der „Great Pacific Garbage Patch“ (großer Pazifikmüllfleck) zwischen Kalifornien und Hawaii. Es ist der umfangreichste der fünf großen zirkulierenden Meeresdriftströme mit Plastikmüll. Die riesige Ansammlung von Plastikmüll im Nordpazifik ist bislang nur unzureichend untersucht, der Umfang liegt Schätzungen zufolge zwischen der Größe des US-Bundesstaats Texas und der Hälfte der USA. 2020 will das Projekt „The Ocean Cleanup“ mit der Säuberung in dieser Region beginnen und die abgefischten Kunststoffe recyceln. cw

   

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel

  1. Joschua Katz
    Joschua Katz 13.07.2016, 16:31 Uhr
    Hallo Annett,

    allerdings, auf der Seite gibt es die Möglichkeit, auf unterschiedlichen Wegen Geld zu spenden: http://www.theoceancleanup.com/fund/

    Viele Grüße,
    Joschua Katz / Redaktion
  2. Annett
    Annett 13.07.2016, 15:44 Uhr
    Gibt es da ein spendenkonto. Der mann muss gefoerdert werden!

Ihr Kommentar zum Thema

(wird nicht veröffentlicht)

max 2.000 Zeichen

Meinung der Woche

Zusammen ist man weniger allein? Die Bürgerenergie braucht Verbündete

Drei Viertel der euro­päischen Bürger­energie­gesellschaften sind in Deutsch­land, Öster­reich und Däne­mark zu Hause. In Deutsch­land erzeugen sie rund 40 % der erneuer­baren Energie­leistung. Kann sich also Deutsch­land in puncto Akteurs­vielfalt in der Energie­wirtschaft und Bürger­beteiligung zufrieden auf die Schulter klopfen?  

Silke Bartolomäus
Bürgerenergie und Projektbegleitung
NATURSTROM AG

Umfrage

In den nächsten Jahren sollen 15.000 neue Ladesäulen gefördert werden – der Durchbruch für Elektroautos in Deutschland?