Ausbau Erneuerbarer treibt den Energiemarkt voran

Solarstrom könnte bis 2020 einen Anteil von 73,5 Prozent an den globalen Investitionen im Energiesektor halten. (Foto: Nicole Allé)
Solarstrom könnte bis 2020 einen Anteil von 73,5 Prozent an den globalen Investitionen im Energiesektor halten. (Foto: Nicole Allé)

Laut einer neuen Studie steigen die Investitionen der Energiebranche in diesem Jahr weltweit auf 443,5 Milliarden US-Dollar. Erneuerbare Energien sind dabei die Treiber des Wachstums, allen voran die Photovoltaik mit einem Plus von 11,5 Prozent.

09.05.2017 – Laut der Studie Global Power Industry Outlook 2017 des Beratungsunternehmens Frost & Sullivan werden voraussichtlich 2017 knapp 142 Milliarden US-Dollar in den weiteren Ausbau von Photovoltaik fließen. Erneuerbare Energien werden immer rentabler, dank internationaler Klimaabkommen als auch sinkender Kosten für die Technologien, denn es werde mehr Kapazität pro investiertem Dollar erzielt. Die regenerativen Kraftwerke produzieren an sonnen- und windreichen Standorten längst günstiger Strom als die fossilen oder Atomkraftwerke.

Die Photovoltaik wird laut Studie auch in den kommenden Jahren weiter an der Wachstumsspitze der Erneuerbaren stehen, Solarstrom könnte bis 2020 einen Anteil von 73,5 Prozent an den globalen Investitionen im Energiesektor halten – heute ist es rund ein Drittel. Für die Windkraft sagen die Analysten bis 2020 einen Anteil von etwa 21 Prozent voraus. Die größten Wachstumsmärkte befinden sich laut Bericht in China und Indien.

Für Europa wird erwartet, dass 73,4 Prozent der Investitionen in der Stromerzeugung in den Ausbau Erneuerbarer Energien fließen werden. Ein Trend im Energiemarkt hin zu dezentralen und intelligenten Energiesystemen unterstütze die Entwicklung, auch die Nachfrage der Energieversorger nach Energiemanagementlösungen auf Angebots- und Nachfrageseite. In Zukunft wird ein großer Wachstumsmarkt bei Wartung und Betrieb der bereits installierten Anlagen erwartet.

Russland und die GUS-Staaten setzen hingegen weiterhin vornehmlich auf Atomkraft und auch auf die große Wasserkraft. Die Analysten von Bloomberg New Energy Finance legten vor kurzem Zahlen für das vergangene Jahr vor die auch bestätigen, dass die Industrie weltweit etwa doppelt so viel Geld in Solarparks und Windkraftanlagen investierte als bspw. in neue Kohlekraftwerke.

Die Kohlekapazitäten werden jedoch laut Analysten von Frost & Sullivan voraussichtlich weltweit noch ansteigen. Allerdings steht die Kohleverstromung zunehmend in der Kritik denn sie gehört zu den größten CO2-Emittenten. Und auch mit dem Aussetzen von Umweltauflagen kann selbst US-Präsident Trump den Niedergang der Kohleindustrie nicht aufhalten und stößt mit seinen Plänen für die Kohlelobby selbst im eigenen Land an Grenzen. na

   

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Keine Kommentare gefunden!

Ihr Kommentar zum Thema

(wird nicht veröffentlicht)

max 2.000 Zeichen

Meinung der Woche

Die Verkehrswende muss kommen! Ein Kommentar zur Insolvenz von Locomore

Deutschland tritt beim Klimaschutz auf der Stelle – bestenfalls. 906 Millionen Tonnen CO2 pusteten wir Deutschen 2016 in die Atmosphäre, ein Anstieg um 4 Mio. Tonnen gegenüber dem Vorjahr. Eine gehörige Mitverantwortung für diesen Stillstand hat unsere Mobilität.  

Dr. Thomas E. Banning
Vorstandsvorsitzender
NATURSTROM AG

Umfrage

Eine neue Studie sieht China und Indien auf Klimaschutzkurs, die USA schwächeln. Wo steht Deutschland?