Beschäftigung in Windenergiebranche gestiegen

Wartung einer Windkraftanlage (Foto: © NATURSTROM AG)
Wartung einer Windkraftanlage (Foto: © NATURSTROM AG)

Insgesamt sind die Beschäftigungszahlen sowie die Umsätze im Bereich Erneuerbarer Energien trotz gestiegener Investitionen leicht rückläufig. Vor allem die Bereiche der Solarenergie und der Biomasse sind vom Beschäftigungsverlust deutlich betroffen.

22.12.2015 – Diese Ergebnisse sind Teil einer umfassenden Untersuchung über „Makroökonomische Wirkungen und Verteilungsfragen der Energiewende“, die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) durchgeführt wird. Während im Jahr 2013 noch 371.400 Beschäftigte dem Bereich der Erneuerbaren Energien zugerechnet wurden, waren es im vergangenen Jahr nur noch 355.400 – also gut vier Prozent weniger. Die Abschätzung der Beschäftigungsentwicklung wurde vom Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) durchgeführt.

Die Photovoltaikbranche war besonders stark von den Beschäftigungsverlusten betroffen. So fiel innerhalb eines Jahres knapp ein Drittel der Arbeitsplätze weg. Während im letzten Jahr hier nur noch 38.300 Personen beschäftigt werden konnten, waren es 2013 hingegen noch 56.000. Genau in diesem Bereich gingen auch die erwirtschafteten Umsätze am stärksten zurück. Die Beschäftigung fiel allerdings auch in Bereichen der Biomasse- und der Wasserkraftanlagen. Bei der Windenergiebranche sind dafür einige neue Jobs entstanden, die die Verluste der anderen Branchen zumindest teilweise kompensieren konnten. Verglichen mit dem Jahr 2013 waren in dem Bereich der Windenergie im letzten Jahr immerhin 11.400 Menschen mehr beschäftigt, also knapp zehn Prozent.

Anlagenbau dominiert weiterhin den Arbeitsmarkt

Der starke inländische Ausbau konnte vor allem durch in Deutschland produzierende Hersteller bedient werden. Das Wachstum wurde allerdings durch deutlich geringere Exporte dieser Unternehmen etwas abgedämpft. „Zum einen kann dies auf den schwachen europäischen Markt zurückgeführt werden“, erläutert Marlene O’Sullivan, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Energiesystemanalyse beim DLR-Institut für Technische Thermodynamik, „zum anderen gab es Hinweise darauf, dass einige Unternehmen die Grenzen ihrer Produktionskapazitäten erreicht hatten".

Nach wie vor ist mit einem Anteil von über 60 Prozent der Großteil der im Bereich der Erneuerbaren Energien Beschäftigten im Anlagebau für das In- und Ausland angestellt. In der Windenergiebranche arbeiten sogar nur etwa 19 Prozent aller Beschäftigten im Anlagenbestand. Sie kümmern sich um den Betrieb und die Wartung der Anlagen. Im Umkehrschluss heißt das jedoch, dass im Jahr 2014 in dem Bereich der Windenergie über 80 Prozent der Beschäftigten durch Investitionen angestellt waren und somit innerhalb des Anlagebaus gearbeitet haben. Erstmals seit vier Jahren sind nämlich die Investitionen in neue Anlagen wieder angestiegen. jk

   

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