Dieselverbrauch auf Rekordniveau

Der Dieselanteil am gesamten Kraftstoffabsatz erreichte mit 65 Prozent laut Statistischem Bundesamt einen neuen Rekordwert. (Foto: Paulina101 / pixabay.com, CC0 Public Domain)
Der Dieselanteil am gesamten Kraftstoffabsatz erreichte mit 65 Prozent laut Statistischem Bundesamt einen neuen Rekordwert. (Foto: Paulina101 / pixabay.com, CC0 Public Domain)

So viel Diesel wie im Jahr 2016 wurde schon lange nicht mehr getankt – trotz Abgasaffäre und hoher Emissionswerte. Der Dieselanteil am gesamten Kraftstoffabsatz erreichte mit 65 Prozent laut Statistischem Bundesamt einen neuen Rekordwert.

11.08.2017 – Beim Treffen der Autoindustrie mit Vertretern der Politik konnte kürzlich in Berlin nur ein Mini-Konsens erzielt werden. Allen Enthüllungen zur Dieselaffäre zum Trotz kommen die Autobauer mit günstigen Software-Updates davon – zumindest vorerst. Der Absatz des schon seit längerem in Verruf geratenen Kraftstoffs erreichte jedoch im vergangenen Jahr trotzdem einen neuen Rekordwert. Täglich seien im Jahr 2016 in Deutschland durchschnittlich 121 Millionen Liter Diesel abgesetzt worden, obwohl dadurch erhebliche Mengen schädlicher Stickoxide ausgestoßen wurden, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit.

Dabei sei der Absatz von Diesel zwischen 1999 und 2016 um 30 Prozent angestiegen. Hingegen ist der tägliche Benzinabsatz von 122 Millionen Liter im Jahr 1999 auf 66 Millionen Liter im Jahr 2016 deutlich abgesunken. Dadurch hat sich der Dieselanteil am gesamten Kraftstoffabsatz von ehemals 45 Prozent auf stolze 65 Prozent erhöht. Laut dem Statistischen Bundesamt liegt der Hauptgrund hierfür bei den steuerlichen Vorteilen des Dieselkraftstoffs.

Bis zu 10.000 Euro Prämie für alten Diesel

Deshalb ist die Autoindustrie nun sehr bedacht darauf, auch weiterhin den Absatz von Dieselfahrzeugen zu stärken. So gab etwa VW bekannt, zukünftig Prämien von bis zu 10.000 Euro zu zahlen, wenn beim Kauf eines neuen Pkw das alte Dieselfahrzeug in Zahlung gegeben wird. So können etwa beim Kauf eines VW-Touareg mit Dieselantrieb bis zu 10.000 Euro herausgeholt werden, beim Kauf eines Golf 5.000 Euro, berichtet der Spiegel.

Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) warnt bereits vor den aktuellen Werbeangeboten und Versprechen der Autokonzerne für den Neukauf von Dieselautos. Solange die Diesel-Neuwagen nicht die Abgasgrenzwerte auf der Straße einhalten können, sollten Verbraucher lieber von einem Kauf absehen. „Bezogen auf die Stickoxid-Emissionen sind sogar Euro 3 Diesel im Durchschnitt sauberer als die bis September 2016 verkauften Euro 5 Diesel“, so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.

„Solange die Automobilindustrie Diesel verkauft, die auf der Straße schmutzigere sind als im Labor erlaubt, werden wir im Rahmen unserer Gerichtsverfahren für diese Pkw Fahrverbote durchsetzen und auf Aufhebung der Typzulassung klagen“, so Resch weiter. „Verbraucher, die derzeit einen Neuwagen erwerben wollen, sollen ausschließlich effiziente Fahrzeuge mit Erdgas-, Elektro-, oder Benzinhybridantrieb wählen.“ jk

   

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