Energiewende: Investitionskosten für Erneuerbare sinken

Der Solarpark in Inden im Kreis Düren gehört mit seinen über 16.000 installierten Solarmodulen zu einer der größeren Anlagen in Nordrhein-Westfalen. In den kommenden Jahren werden die Investitionskosten für Solarenergie weiter sinken. (Foto: EnergieAgentur.NRW / flickr.com, CC BY 2.0)
Der Solarpark in Inden im Kreis Düren gehört mit seinen über 16.000 installierten Solarmodulen zu einer der größeren Anlagen in Nordrhein-Westfalen. In den kommenden Jahren werden die Investitionskosten für Solarenergie weiter sinken. (Foto: EnergieAgentur.NRW / flickr.com, CC BY 2.0)

Trotz der bereits erzielten Kostenreduktionen werden die Investitionskosten für Wind- und Solarenergie weiter sinken, zeigt eine Metaanalyse der Agentur für Erneuerbare Energien. Auch Speichertechnologien werden zukünftig immer günstiger.

09.01.2017 – Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung vom Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS), die von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) in Auftrag gegeben wurde. In der Metaanalyse werden die Investitionskosten von insgesamt elf verschiedenen Energietechnologien aus fünfzehn unterschiedlichen Studien miteinander verglichen. Ein zentrales Ergebnis ist, dass sich aufgrund sinkender Kosten zunehmend die Kostenschere zwischen konventionellen und Erneuerbaren Energien schließt.

Allerdings kommt auch zum Vorschein, dass in den vergangenen Jahren von vielen Wissenschaftlern die Kostendegression der Solarindustrie deutlich unterschätzt wurde. Selbst vor wenigen Jahren glaubte man noch nicht an eine derartig rasante Entwicklung, wie sie inzwischen auf dem Photovoltaik-Markt eingetreten ist. Immer häufiger gibt es mittlerweile Meldungen über rekordverdächtig niedrige Produktionskosten von Solarmodulen. Schätzungen für die Investitionskosten im Jahr 2050 belaufen sich inzwischen nur noch auf einen Bruchteil von den einst angenommenen Werten.

Kostenrückgang auch bei der Windenergie

Laut den vom FÖS untersuchten Studien belaufen sich die Investitionskosten der Windenergie an Land heutzutage noch auf 1.100 bis 1.500 Euro pro Kilowatt. Zukünftig sollen die Kosten allerdings nur noch zwischen 1.000 und 1.200 Euro je Kilowatt liegen. Die Wissenschaftler begründen dies vor allem durch den Einsatz neuer Materialien für Rotorblätter sowie durch neue Fertigungsverfahren für Windkraft-Großanlagen, die mittels einer Teilautomatisierung in Kleinserien hergestellt werden.

Vergleichsweise teuer ist zurzeit noch die Installation von Offshore-Windenergieanlagen. Aufgrund schwieriger Bedingungen bei der Errichtung, der Netzanbindung sowie dem Betrieb liegen die Investitionskosten zurzeit noch deutlich über denen von Onshore-Windrädern. Zwischen 2010 und 2015 betrug die Bandbreite der Investitionskosten laut der FÖS-Analyse rund 3.000 bis 4.400 Euro pro Kilowatt. Zukünftig soll dieser Betrag auf 1.500 bis 2.800 Euro pro Kilowatt absinken.

„Die Metaanalyse zeigt, dass für Windenergie und Photovoltaik trotz der bereits erzielten Kostenreduktionen mit weiter sinkenden spezifischen Kosten gerechnet wird“, urteil Philipp Vohrer, Geschäftsführer der AEE. „Eine weitere gute Nachricht für die Energiewende ist, dass auch bei Speichertechnologien von teilweise drastisch sinkenden Investitionskosten ausgegangen werden kann“. jk

   

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Keine Kommentare gefunden!

Ihr Kommentar zum Thema

(wird nicht veröffentlicht)

max 2.000 Zeichen

Meinung der Woche

Fokus auf Märkte statt auf die Politik

Die deutsche Solarbranche hat es nicht leicht, zumindest wenn man einigen Prominenten Vertretern Gehör schenkt. Dumping Preise aus China, fehlender politischer Schutz und die Kürzungen vieler Einspeisetarife seien die Gründe für den Absturz einiger einst erfolgreicher Unternehmen. Doch ist das wirklich so?  

Martin Baart
Chief Executive Officer
ecoligo

Umfrage

US-Präsident Donald Trump hat das Pariser Klimaabkommen gekündigt. Wo steht der internationale Klimaschutz?