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Windbetriebene Straßenlaterne bringt Licht ins Dunkle

Ein Lichtexperte möchte mithilfe von Windenergie Licht in Gemeinden bringen, deren Straßen vor allem im Winter oft stockfinster sind. ( Foto: © Paulo Valdivieso, www.flickr.com/photos/p_valdivieso/14908384223, CC BY-SA 2.0)
Ein Lichtexperte möchte mithilfe von Windenergie Licht in Gemeinden bringen, deren Straßen vor allem im Winter oft stockfinster sind. ( Foto: © Paulo Valdivieso, www.flickr.com/photos/p_valdivieso/14908384223, CC BY-SA 2.0)

Licht in Gemeinden bringen, deren Straßen vor allem im Winter oft stockfinster sind – das möchte ein Lichtexperte mithilfe von Windenergie erreichen. Nachdem die passenden Rotoren entwickelt wurden, ist die Akkuladung noch eine echte Herausforderung.

25.03.2016 – Weltweit besteht bereits Interesse an den windbetriebenen Straßenlaternen des Lichtexperten Peer Langemak. Mit der Fertigstellung im nächsten Jahr soll die Erfindung dann das TÜV-Zertifikat bekommen und Licht in bisher stockfinstere Orte bringen. Für viele Gemeinden sind die herkömmlichen Straßenlaternen schlichtweg zu teuer. Abgesehen von den Laternen selbst kostet auch das Verlegen der nötigen Stromkabel eine Menge Geld. Daher bieten die windbetriebenen Straßenlaternen mit einem Preis von ungefähr 3.000 Euro pro Stück viel Einsparpotential.

Angefangen hat das Projekt wie so viele inzwischen sehr erfolgreiche Unternehmungen: In der Garage. Langemak hatte damals die Idee, eine Alternative zu Solarlichtmasten zu entwickeln. Insbesondere in Nordeuropa scheint die Sonne vor allem dann, wenn kein Licht gebraucht wird, weswegen viele Straßen häufig dunkel geblieben sind. Daher wollte der Lichtexperte Windenergie zum Betreiben der Laternenmasten verwenden, da diese auch in der Nacht zur Verfügung steht. Problematisch war nur, dass die Stärke des Windes sehr unregelmäßig ausfallen kann. Daher sollte bereits eine geringe Windgeschwindigkeit für den Laternenbetrieb ausreichen.

Die Rotorentwicklung: Alle guten Dinge sind vier

Die Entwicklung des Rotors verlief alles andere als geradlinig. Während das erste Modell zwar auch bei sehr geringen Windgeschwindigkeiten arbeitete, jedoch insgesamt viel zu instabil gebaut war, verhielt es sich bei dem zweiten Rotor genau umgekehrt. Dieser bestand aus Stahl und begann sich erst ab Windstärke fünf zu drehen. Der dritte Rotor wurde dagegen aus Karbon angefertigt und funktionierte zwar einwandfrei, war allerdings viel zu kostenintensiv. Das endlich praktikable vierte Modell besteht nun aus Aluminium und kann bereits ab Windstärke 3 Energie für die Straßenbeleuchtung erzeugen. „Das funktioniert jetzt gut, weil wir eine gute Abstimmung aus Wandstärken und Verbindungstechniken gefunden haben“, berichtet Peer Langemak gegenüber dem NDR.

Dank des speziell entwickelten Savoniusrotors können Windgeschwindigkeiten ab drei Metern pro Sekunde mit einem sehr geringen Wirkungsverlust völlig lautlos verwertet werden. Zudem bremst der Rotor sich auch selbst ab und ist zusätzlich mit einer Sturmsicherung ausgestattet. Die Straßenlaternen sollen dann mit LED-Leuchten, einem Timer mit Dimmerprofil und Lithium-Akkus ausgestattet werden. Mit einer Akkukapazität von 60 Amperestunden sollen die vollständig aufgeladenen Lampen bis zu zehn Tage ohne Wind autark arbeiten können.

Das Beladen der Akkus stellt allerdings die letzte Herausforderung für die Realisierung des Projekts dar. Sie sollen schließlich auch bei geringen Windgeschwindigkeiten durch die erzeugte Energie des Rotors aufgeladen werden. Dafür kann jedoch kein Standardladeregler verwendet werden, es muss eine eigene Entwicklung her. Bis die windbetriebenen Straßenlampen also wirklich Licht in die dunklen Ecken vieler Gemeinden bringen, haben die Entwickler noch etwas Arbeit vor sich. jk

   

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