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Norwegen plant 1.000 Megawatt Windpark

Der norwegische Konzern Statkraft beginnt im Frühjahr mit dem Bau der 278 Windräder (Foto: © Statkraft, flickr.com, CC BY-NC-ND 2.0)
Der norwegische Konzern Statkraft beginnt im Frühjahr mit dem Bau der 278 Windräder (Foto: © Statkraft, flickr.com, CC BY-NC-ND 2.0)

In Norwegen soll Europas größter Onshore-Windpark entstehen, der ab 2020 ungefähr 170.000 Haushalte mit Energie versorgen wird. Im Frühjahr beginnt der norwegische Konzern Statkraft zusammen mit seinen Partnern mit dem Bau der 278 Windräder.

29.02.2016 – Zusammen mit Projektpartner aus Dänemark und der Schweiz plant der norwegische Stromversorger Statkraft den nach eigenen Angaben größten Onshore-Windpark Europas. Ab 2020 soll dieser dann eine Leistung von etwa einem Gigawatt erzeugen und damit rund 170.000 norwegische Haushalte mit Energie versorgen. Die 278 Windräder sollen in der Nähe von Trondheim im Zentrum des Landes errichtet werden. Das gesamte Projekt setzt sich dabei aus sechs einzelnen miteinander vernetzten Windparks zusammen.

Norwegen erzeugt 98 Prozent seines Stroms aus Wasserkraft, Windenergie spielt bislang kaum eine Rolle. Im Jahr 2014 waren insgesamt 819 Megawatt an Windleistung installiert. Mit dem geplanten Windpark-Projekt würde sich die Windkraftkapazität also schlagartig mehr als verdoppeln. Ursprünglich hatte Statkraft, der größte Erzeuger von erneuerbarem Strom in Europa, das Projekt bereits wegen mangelnder Rentabilität fallen gelassen. Auf Wunsch des norwegischen Staates fand man nun eine kostengünstigere Lösung und baut doch.

Windpark kurbelt Wirtschaft an

Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg ist fest davon überzeugt, dass der Windpark den Erneuerbaren Energien im Land einen weiteren Auftrieb verschaffen wird. Zusätzlich würden weitere Arbeitsplätze entstehen, was sich positiv auf die gesamte Wirtschaft auswirken könnte, so die Hoffnung. Obwohl das Land der drittgrößte Erdöl-Exporteur ist, befindet sich Norwegen offensichtlich in einem Umbruch und versucht den Kampf gegen den Klimawandel aktiv zu gestalten. Schon im Mai letzten Jahres wurde bekannt, dass der staatliche Pensionsfonds Norwegens sein Geschäft mit fossilen Rohstoffen auf den Prüfstand gestellt und vom RWE-Konzern eine Strategie für den Kohleausstieg gefordert hat. Auch wurden in Norwegen im letzten Jahr mehr Elektroautos verkauft, als beispielsweise in Deutschland. jk

   

Forum

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  1. Clemens Weiß
    Clemens Weiß 29.02.2016, 10:35 Uhr
    Hallo Ulrich Wolff,

    Statkraft rechnet mit 3,4 TWh Erzeugung pro Jahr und geht für einen normalen norwegischen Haushalt von einem jährlichen Stromverbrauch von 20.000 kWh aus. Norwegische Verbraucher gelten als sehr verschwenderisch im Umgang mit Strom, die Preise sind günstig, 98 Prozent stammt aus Wasserkraft. Zudem heizen viele Norweger ihre Häuser (besonders die Sommerhäuser) mit Elektroheizungen. Zum Vergleich: Statkraft rechnet im Gegensatz dazu mit einem jährlichen Stromverbrauch eines Haushalts in der Schweiz oder Großbritannien von 4.500 kWh. Also ein enormer Unterschied.

    Es können den Berechnungen zufolge 170.000 norwegische Haushalte oder 750.000 britische oder schweizerische Haushalte versorgt werden.

    Viele Grüße,
    Clemens Weiß / Redaktion
  2. Ulrich Wolff
    Ulrich Wolff 29.02.2016, 10:08 Uhr
    Mit einer installierten Leistung von 1 GW müsste man an einem einigermaßen guten Standort mindestens 2500 GWh im Jahr erzeugen können. Geht man von einem (hohen) Verbrauch von 5000 KWh pro Haushalt aus, sollte der Windpark also rechnerisch mindestens den Bedarf von 500 000 Haushalten abdecken. Oder braucht die norwegische Durchschnittsfamilie 15000 KWh pro Jahr?

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