New York 2106 – Die Stadt wird autark

So könnte das New York der Zukunft aussehen.
So könnte das New York der Zukunft aussehen. (Quelle: © Terrefuge / Terreform ONE)

Mit dem Projekt New York City Resource and Mobility legt das Architektenteam Terrefuge/ Terreform ONE das visionäre Modell einer sich selbstversorgenden Stadt vor. Angesichts drohender Umweltkatastrophen seien gerade Architekten herausgefordert, ein zukunftstragendes Bild einer Stadt zu entwerfen, so die Planer.

18.04.2012 – Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit ist beim Bau nachhaltiger Architektur längst ein Muss, noch komplexer ist die Aufgabe des Städtebaus. Das Forschungsprojekt des US-amerikanischen Design- und Architekturbüros Terrefuge/Terreform ONE  versteht sich als Konzeptplan für eine ökologische und menschenfreundliche Zukunft der Stadt New York – kein fertiges Konzept, sondern ein Ausblick auf eine mögliche Zukunft. Es ist die Vision einer in jeder Beziehung autarken Stadt: Abfallentsorgung und Wiederverwertung, Wasser, Nahrung, Mobilität und Energie, sowie Infrastruktur und Wohnen werden in ein Modell von Ressourcennutzung und Austausch einbezogen, das nicht weniger als die „Umwandlung der Stadt als Ganzes“ fordert.

Die Stadt New York wird zu einem urbanen Metabolismus, der sich selbst versorgt und aus Abfällen neues Material generiert, wie Land, Baustoffe und Nahrung, Dinge des alltäglichen Bedarfs und Energie. Aus Recycling wird ein Ecycling: keine bloße Wiederverwertung der Materialien, sondern eine Potenzierung der in ihnen bereits vorhandenen Energie. Als Vorbild dient die Natur, die im Überfluss produziert, alles Alte und Abgestorbene zum Aufbau von etwas Neuem wiederverwertet.

Das Forschungsprojekt basiert auf einem Szenario von rapidem Bevölkerungswachstum, massivem Temperaturanstieg und einem stetig ansteigenden Meeresspiegel mit der Annahme, dass infolge der Klimaerwärmung die Polkappen schmelzen und der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 empfindlich ansteigen wird, so dass Teile Manhattans geflutet werden. Während andere Hafenstädte bereits an höheren Deichen planen war es die Idee der Architekten, mit und nicht gegen die Veränderung zu planen. Seit Jahrhunderten werden Städte gebaut, in denen täglich Tonnen von Abfall produziert werden. Über die Hälfte der Erdbevölkerung lebt mittlerweile in Städten, New York City produziert rund 40.000 Tonnen Abfall am Tag. Das meiste davon landet auf den Deponien. Die Abfallwirtschaft braucht daher eine neue Strategie: die Vision der Architekten sieht vor, den Abfall in eine Kreislaufwirtschaft einzubringen, um daraus neue Stadtteile und Gebäude zu generieren – sieben neue Inseln in der Größe Manhattans könnten dabei neu entstehen, New York City wächst weiter ins Wasser.

   

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