EnEV 2016 wird jetzt kontrovers diskutiert

Mit der EnEV 2016 werden die Energiestandards vor allem für Neubauten noch einmal verschärft – manchen geht das zu schnell. (Foto: Nicole Allé)
Mit der EnEV 2016 werden die Energiestandards vor allem für Neubauten noch einmal verschärft – manchen geht das zu schnell. (Foto: Nicole Allé)

Die Energiestandards für Neubauten werden mit Geltung der neuen Energieeinsparverordnung Anfang 2016 weiter verschärft. Ziel ist u. a. der verstärkte Einsatz Erneuerbarer Energien. Doch nun regt sich Kritik, Anlass ist auch das Thema Notunterkünfte.

20.09.2015 – Mit den verschärften Zielwerten der kommenden EnEV mit einem um 25 Prozent geringeren Primärenergiebedarf sollen vor allem herkömmliche klimaschädliche Öl- und Gaskessel möglichst aus deutschen Heizungskellern verschwinden. Erneuerbare-Energien-Anlagen rücken damit in den Vordergrund. Manche Experten aus der Baubranche befürchten allerdings, dass etliche Bauherren und teilweise sogar auch Architekten die Konsequenzen der neuen Gesetzeslage noch nicht ausreichend realisiert haben und so neue Bauanträge vorerst scheitern könnten, da die Energiewerte nicht erreicht werden.

Die Verschärfung der EnEV zum Jahresbeginn 2016 halten einige Vertreter der Bau- und Wohnungsbranche teilweise für eine Überforderung und wollen sie am liebsten um fünf Jahre verschieben - so das Verbändebündnis sozialer Wohnungsbau, das in einer Studie die Kostentreiber für den Wohnungsbau eruiert hatte.

Die Überlegung sei vor allem auch dem Zuwanderungsthema geschuldet. Die Wohnsituation in vielen Ballungsgebieten ist ohnehin schon prekär, jetzt gilt es möglichst rasch und unbürokratisch Wohnraum zu schaffen: Ohne die strengen Auflagen der neuen EnEV einhalten zu müssen könne man billiger bauen. Vorschlag des Bündnisses ist es daher, den aktuell geltenden Wärmestandard für alle neuen Wohngebäude für die nächsten fünf Jahre beizubehalten. Diese Zeit solle man jedoch auch nutzen, um das Rechenmodell für die CO2-Einsparung im Zuge der EnEV zu überprüfen. Denn das Bündnis kritisierte schon in seiner Studie zu den Baukosten, dass durch die Vorschriften und Zwänge der sich in kurzen Zeitabständen verschärfenden EnEV-Vorgaben das Bauen und somit auch das Wohnen immer teurer werden. Von Seiten der Bundesregierung gibt es schriftlich fixierte Überlegungen für eine Lockerung der EnEV beim Thema Flüchtlingsunterkünfte.

Umweltverbände kritisieren indes die Forderungen des Verbändebündnisses und werfen den Bündnispartnern vor, die aktuelle Situation auszunutzen, um die Energieeffizienzpolitik auszuhebeln – das komme aber weder dem Klima noch den Mietern zugute, so die DUH, denn die müssten auf Jahre gesehen steigende Heizkosten zahlen. Die Umweltverbände schlagen daher nur für Flüchtlingsunterkünfte spezifische Ausnahmen vor. Für alle anderen Neubauten sollten aber nach Meinung der Umweltverbände die geplanten Einsparungsvorschriften der EnEV 2016 wie geplant in Kraft treten. na

   

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