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Greyfield Index 2026Bestandsbau wird zum Standard der Branche

Bauarbeiter mit Schutzwesten und Bauhelmen auf einem aufgehängten Gerüst reparieren eine Fassade
Laut Greyfield Index 2026 gewinnt das Bauen im Bestand in Deutschland die Oberhand über den Neubau – eine positive Entwicklung hinsichtlich Flächenverbrauch und Klimaschutz. (Foto: Jon Tyson on Unsplash / Unsplash License)

Laut Greyfield Index wird das Bauen im Bestand in immer mehr Bundesländern zur prägenden Bauform. Die Transformation findet laut dieser Analyse nicht auf der grünen Wiese, sondern in vorhandenen Gebäuden statt. Das ist gut für Umwelt und Klima.

20.07.2026 – Der jetzt veröffentlichte Greyfield Index 2026 zeigt erstmals datenbasiert, dass in immer mehr Bundesländern das Bauen im Bestand bereits die prägende Bauform ist. Umbau, Umnutzung und Revitalisierung entwickelten sich demnach zum Motor der Bauaktivität in Deutschland.

„Deutschland baut um. Der Bestand ist nicht mehr die Ausnahme, sondern in vielen Regionen bereits die neue Normalität“, sagt Timm Sassen, Gründer und Inhaber der Greyfield Group. „Der Greyfield Index macht sichtbar, was in der Branche längst spürbar ist: Die Zukunft des Bauens entsteht aus dem Vorhandenen. Umbau, Umnutzung, Erweiterung, Aufstockung und Revitalisierung gewinnen kontinuierlich an Bedeutung und entwickeln sich zum zentralen Motor der Bauaktivität in Deutschland.“

Nach den aktuellen Auswertungen des Greyfield Index – abrufbar unter index.greyfieldgroup.de – liegt der aktuelle Indexwert bundesweit bei knapp 80 Punkten. Damit entfallen bereits rund 44 Prozent aller Bauaktivitäten auf den Bestand.

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Wo der Bestand bereits führt – und wo er nachhinkt

Besonders deutlich werde die Entwicklung beim Blick auf die Bundesländer. In den fünf Ländern Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen (NRW), Saarland und Thüringen liegt laut Analyseder Anteil der Bauaktivitäten im Bestand bereits über dem Neubau. Hier präge der Bestand das Baugeschehen.

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern machen zugleich sichtbar, wie stark die Transformation zum Bestand regional bereits vorangeschritten ist. Dort, wo Flächen knapp, Innenstädte dicht, Bestände älter und der Transformationsdruck hoch sind, gewinne das Bauen im Bestand besonders deutlich an Bedeutung, so Sassen. Schlusslichter im Ranking der Bundesländer sind Brandenburg, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW zeigt sich laut Index zudem eine deutliche Verschiebung in den Großstädten. Demnach liegen Bestandsmaßnahmen dort bereits deutlich über dem Neubau. In Düsseldorf und Bochum fänden schon mehr als zwei Drittel aller Bauaktivitäten im Bestand statt. Der bereits im Vorjahr erkennbare Trend setze sich damit deutlich fort. Der Bestand entwickele sich zunehmend zum Stabilitätsanker der Bau- und Immobilienwirtschaft.

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Laut einer Erhebung im Jahr 2025 von B+L Marktdaten Bonn im Auftrag des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle e. V. (BuVEG) sank allerdings die Quote für energetische Sanierungen im deutschen Gebäudebestand im Jahr 2025 auf 0,67 Prozent. Dies war laut VuVEG ein neuer Tiefpunkt für die rund 19,5 Millionen Wohngebäude in Deutschland. Eine jährliche Quote von rund zwei Prozent wäre notwendig, um die vereinbarten Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen. Die Quote für die etwas mehr als zwei Millionen Nichtwohngebäude war laut dieser Analyse ebenfalls rückläufig.

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Branche braucht Rückenwind

„Die Frage ist nicht mehr, ob der Bestand relevant wird. Die Frage ist, wie schnell Politik, Förderung, Bauordnungen und Finanzierung darauf reagieren“, so Sassen. „Wer Wohnraum schaffen, CO₂ sparen und Flächenverbrauch reduzieren will, sollte den Bestand konsequent zur ersten Option machen. Dafür brauchen wir einfache Standards, passende Förderbedingungen und die Rückendeckung von Städten und Kommunen.“

Der Greyfield Index mache deutlich: Die bisherigen Rahmenbedingungen orientieren sich vielerorts noch am Neubau. Förderprogramme, Genehmigungsprozesse, Normen und öffentliche Debatten folgen häufig dieser Logik, obwohl die Bauaktivität zunehmend im Bestand entsteht.

Was ist der Greyfield Index und welches Ziel verfolgt er?

Der Greyfield Index versteht sich als Instrument für mehr Transparenz. Er zeigt, wo Deutschland bereits umbaut, wo der Bestand den Neubau überholt und wo politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen nachgeschärft werden müssen. Er wird von der GreyfieldGreyfield Group erhoben und jährlich fortgeschrieben. Bei der Methodik setzt er Baugenehmigungen und Baufertigstellungen im Bestand ins Verhältnis zu den entsprechenden Zahlen im Neubau. Dadurch soll sichtbar werden, wie stark die Bau- und Immobilienwirtschaft bereits durch Umbau, Umnutzung, Erweiterung, Aufstockung und Revitalisierung geprägt ist. Der Index wolle damit eine datenbasierte Grundlage für Politik, Kommunen, Investoren, Bestandshalter und die Bauwirtschaft schaffen, so die Macher. Ziel sei es, die Transformation vom Neubau zum Bestand nicht nur zu beschreiben, sondern messbar zu machen. na
Unter index.greyfieldgroup.de finden Sie u.a. das Ranking der Bundesländer sowie eine interaktive Karte

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