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DGNB-Nachhaltigkeitspreis: Gebäudenutzer im Fokus

Nominiert für den DGNB-Preis für Nachhaltiges Bauen: 50Hertz Netzquartier, Bauherr: 50Hertz Transmission GmbH, Architekt: LOVE architecture and urbanism ZT GmbH mit kadawittfeldarchitektur. (Rendering: © LOVE)
Nominiert für den DGNB-Preis für Nachhaltiges Bauen: 50Hertz Netzquartier, Bauherr: 50Hertz Transmission GmbH, Architekt: LOVE architecture and urbanism ZT GmbH mit kadawittfeldarchitektur. (Rendering: © LOVE)

Drei Projekte haben die Chance auf den DGNB-Preis Nachhaltiges Bauen: Nominiert sind das Verwaltungsgebäude 50Hertz Netzquartier sowie die Wohnungsbauprojekte Bremer Punkt und Wagnis Art – der Fokus liegt auf gemeinschaftlichem, partizipativem Bauen.

30.10.2017 – Nachhaltiges Bauen sollte in Hinblick auf die Pariser Klimaziele heute selbstverständlich sein. Doch die Realität sieht oft anders aus. Zwar müssen beim Neubau als auch bei der Sanierung Energieeffizienzstandards im Rahmen der Energieeinsparverordnung EnEV eingehalten werden, doch die Auslegung von nachhaltigem Bauen ist immer noch Ermessenssache. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB hat in einem Zertifizierungssystem Richtlinien festgelegt, was Nachhaltigkeit beim Planen und Bauen beinhalten sollte. Dazu gehören bspw. auch soziale und ökologische Aspekte, Nutzerfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit.

Bei den drei nun nominierten Projekten – acht Projekte waren ursprünglich im Rennen – wurden diese und andere Aspekte in den Augen der Jury besonders vorbildlich berücksichtigt.

50 Hertz Netzquartier in Berlin: partizipativ und kommunikativ

Dem Verwaltungsgebäude 50 Hertz Netzquartier in Berlin gelingt es in den Augen der Jury, die Herausforderungen des nachhaltigen Bauens mit einer architektonischen und städtebaulichen Identität zu verbinden. Zudem überzeuge das Gebäude durch Innovation und gestalterische Qualität. Die offene, transparente Struktur des neuen Gebäudes soll die angestrebte Arbeitsweise im Unternehmen spiegeln. Bei der Innenarchitektur wurde daher ein partizipativer Ansatz verfolgt, so dass verschiedene Arbeitswelten mit unterschiedlichen Funktionen und Qualitäten für die Mitarbeiter entstanden. Novum: Von Anfang an waren die Mitarbeiter in die Mitgestaltung ihres zukünftigen Arbeitsplatzes integriert.

Bremer Punkt: flexibel, bezahlbar, quartiersbezogen

Das serielle Pilotprojekt Bremer Punkt stellt laut Jury „eine intelligente Lösung für bezahlbaren Wohnraum sowie gesellschaftlich wie stadträumlich gelungene Strategien für die urbane Quartiersentwicklung dar. Durch die flexible Grundrissgestaltung können in einem Gebäudekomplex vier bis elf Wohnungen in zahlreichen Varianten miteinander kombiniert werden.“ Mit den individuellen Wohnungsgemengen sowie der Möglichkeit gemeinschaftlicher Wohnprojekte entstehe dadurch für die Nutzer eine neue Form des Zusammenlebens.

Wagnis Art in München: Der Nutzer steht im Mittelpunkt

Das genossenschaftliche Wohnbauprojekt Wagnis Art in München gilt in vieler Hinsicht als vorbildhaft in Deutschland. Durch die intensive Einbindung der zukünftigen Bewohner in den Planungsprozess mittels Workshops, Zieldefinition und entscheidungsfördernder Maßnahmen entstehe eine bemerkenswerte, die Gemeinschaft fördernde Architektur, so das Urteil der Jury. Die Themen des Dreisäulenmodells der nachhaltigen Bauweise seien in vielen Bereichen des 138 Wohnungen umfassenden Areals sehr gut integriert.

„Der Mensch als Gebäudenutzer sollte stets im Fokus der Planung von Gebäuden stehen“, so Martin Haas, DGNB-Vizepräsident und Vorsitzender der Jury. Nur sei das in der Praxis viel zu oft nicht der Fall. „Die drei Finalisten für den diesjährigen Preis zeigen auf vorbildliche Weise, wie dies gelingen kann – für unterschiedliche Bauaufgaben, mit individuellen Ansätzen, die zum Nachahmen anregen.“

Preisverleihung

Die Auszeichnung wird in diesem Jahr zum fünften Mal gemeinsam von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. vergeben. Partner des Preises ist die DFH Deutsche Fertighaus Holding. Die Bekanntgabe und Auszeichnung des Siegers wird am 8. Dezember dieses Jahres in Düsseldorf im Rahmen der Verleihung des 10. Deutschen Nachhaltigkeitspreises erfolgen. na


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