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Effizienz und Erneuerbare im Gebäude kombinieren

Das Passivhaus ist weltweit beliebt: Schönes Beispiel in Südkorea. (Foto: © Passivhaus Institut)
Das Passivhaus ist weltweit beliebt: Schönes Beispiel in Südkorea. (Foto: © Passivhaus Institut)

Die neue EnEV schreibt beim Neubau von Gebäuden den Einsatz Erneuerbarer Energien vor. Für viele Bauherren aber auch Planer ist das teilweise immer noch Neuland, daher wächst der Bedarf an zuverlässigen Bewertungskriterien für eine effiziente Planung.

Die neue EnEV schreibt beim Neubau von Gebäuden den Einsatz Erneuerbarer Energien vor. Für viele Bauherren aber auch Planer ist das teilweise immer noch Neuland, daher wächst der Bedarf an zuverlässigen Bewertungskriterien für eine effiziente Planung.

16.10.2015 – Das Bauen im Passivhaus-Standard ist mittlerweile weltweit bekannt. Wie die neuen Passivhaus-Klassen Plus und Premium die bisherige Lücke bei der Abbildung der Energiebilanz von Gebäuden schließen, wurde aktuell auf der Norddeutschen Passivhauskonferenz in Hamburg gezeigt. Die Kombination aus höchster Effizienz und Erneuerbaren steht seit der Einführung der Passivhaus-Klassen aber nicht nur im Fokus bundesweiter und internationaler Debatten. Gebaute Beispiele haben bereits den Nutzen für die praktische Anwendung bewiesen.

Erneuerbare Energie lässt sich an Gebäuden vor allem im Sommer erzeugen, gebraucht wird sie aber eher im Winter – und eine jahreszeitliche Speicherung von Überschüssen ist mit hohen Verlusten verbunden. Die energetische Bewertung von Gebäuden im Rahmen einer Netto-Jahresbilanz führe daher an der Realität vorbei, so Wolfgang Feist, Leiter des Passivhaus Instituts. In einem Passivhaus dagegen sei der Energiebedarf für die Heizung so gering, dass die nachhaltig erzeugte Energie sogar im Winter ausreiche. Ideal also, um die restlich benötigte Heizenergie mit dem Einsatz Erneuerbarer Energien zu ergänzen – ohne großen Aufwand und weniger Kosten.

Neben dem bewährten Passivhaus Classic gibt es seit April 2015 das Passivhaus Plus und das Passivhaus Premium. Nach klar definierten Kriterien wird hier die Energieerzeugung mit betrachtet. Da alle Gebäude für die Zukunft gebaut werden, und somit nicht auf die Rahmen-bedingungen der Gegenwart hin optimiert werden sollten, sind dabei nicht die Primärenergie-faktoren für fossile Brennstoffe maßgeblich. Gerechnet wird stattdessen mit der regionalen Verfügbarkeit von „Erneuerbarer Primärenergie“ (PER / Primary Energy Renewable). Die bei einzelnen Energieanwendungen auftretenden Speicherverluste sind adäquat berücksichtigt.

Der Heizwärmebedarf eines Passivhauses darf 15 kWh/(m²a) nicht überschreiten – das gilt für alle drei Zertifizierungsklassen. Der Grenzwert für den PER-Bedarf liegt beim Passivhaus Classic bei 60 kWh/(m²a). Ein Passivhaus Plus darf nicht mehr als 45 kWh/(m²a) erneuerbare Primärenergie benötigen. Zudem muss es, bezogen auf die überbaute Fläche, mindestens 60 kWh/(m²a) Energie erzeugen. Beim Passivhaus Premium ist der Energiebedarf sogar auf 30 kWh/(m²a) begrenzt, die Energieerzeugung muss mindestens 120 kWh/(m²a) betragen.

Details zu den neuen Gebäude-Klassen werden von Mitarbeitern des Passivhaus Instituts regelmäßig auf nationalen wie internationalen Konferenzen vorgestellt – so Anfang Oktober Oktober in Vancouver, vom 19. bis 21. Oktober bei mehreren Veranstaltungen in Großbritannien, weitere Fachtagungen im Ausland sind im November in Spanien und Portugal geplant.

Eine ausführliche Beschreibung der neuen Passivhaus-Klassen und der Nachhaltigkeitsbewertung nach PER-Faktoren befindet sich auch auf der Internet-Plattform Passipedia


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