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Energieautark im Quartier: Effizienzhaus Plus geht in Serie

Prototyp Einfamilienhaus Effizienzhaus Plus in Friedberg-Hügelshart, Geplant und realisiert wird diese energieeffiziente Siedlung von der asset Grundbesitz- und Vermögensverwaltung GmbH aus Augsburg in Kooperation mit der BayWa. (Bildquelle: © asset Gm
Prototyp Einfamilienhaus Effizienzhaus Plus in Friedberg-Hügelshart, Geplant und realisiert wird diese energieeffiziente Siedlung von der asset Grundbesitz- und Vermögensverwaltung GmbH aus Augsburg in Kooperation mit der BayWa. (Bildquelle: © asset GmbH)

Während das Effizienzhaus Plus in Berlin noch ein kostspieliger Forschungsversuch war, ist der Haustyp nun in Serie geplant, als Siedlungskonzept in Augsburg-Friedberg. Das Projekt soll Energieautarkie, Wirtschaftlichkeit und Wohngesundheit vereinen.

Während das Effizienzhaus Plus in Berlin noch ein kostspieliger Forschungsversuch war, ist der Haustyp nun in Serie geplant, als Siedlungskonzept in Augsburg-Friedberg. Das Projekt soll Energieautarkie, Wirtschaftlichkeit und Wohngesundheit vereinen.

04.12.2015 – Die geplanten Häuser sollen jeweils mehr Energie produzieren, als deren Bewohner im Jahresdurchschnitt für den Alltag verbrauchen. Neun Einfamilienhäuser und vier Doppelhaushälften sind in Friedberg-Hügelshart vorgesehen. Das Konzept „Effizienzhaus Plus“, das im Rahmen der Forschungsinitiative „Zukunft Bau“ des Bundesbauministeriums in über 35 Gebäuden erprobt und wissenschaftlich ausgewertet wurde will nun zeigen, dass Wirtschaftlichkeit und Effizienzhaus Plus-Niveau kein Widerspruch sein müssen.

Die Bauweise entspricht diesmal den lokalen traditionellen Vorgaben, Haus mit Satteldach. Denn im Fokus soll der regionale Bezug stehen und mit der traditionellen Bauweise das regionale Handwerk mit eingebunden werden. Ein niedriger Energieverbrauch auf der einen Seite und eine hohe solare Deckung über die eigene Energieerzeugung gepaart mit einem intelligenten Energiemanagement auf der anderen Seite – so sollen die Gebäude sich selbst mit Energie versorgen und überschüssige Energie ins öffentliche Stromnetz einspeisen oder für E-Mobilität verwenden.

Mit einer wärmedämmenden Gebäudehülle und Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sind die Häuser von der Bauweise her bereits energieeffizient: mit einer monolithischen Außenwandkonstruktion aus Ziegelsteinen mit hochwärmedämmendem Kern und Fenster mit dreifacher Wärmeschutzverglasung. Die Temperaturverteilung im Haus erfolgt über eine Klimadecke, die sowohl heizen als auch kühlen kann.

Das Herzstück der Wärmeerzeugung ist die Kombination aus Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Inverter-Technologie und thermischem Wasserspeicher mit einem Fassungsvermögen von 1.500 Litern beim Einfamilienhaus und 1.000 Litern bei der Doppelhaushälfte. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe, die vorrangig mit Strom aus der PV-Anlage betrieben wird, erwärmt das Wasser im Speicher für die Heizungsanlage. Da solarer Strom nicht durchgängig verfügbar ist, wird die Wärmeerzeugung von einem wirtschaftlich ausgewogenen System aus Heizkreispuffer- und Batteriespeicher betrieben. Das Warmwasser wird mit Hilfe der Wärmepumpe erzeugt und in einem Speicher mit 235 Liter bevorratet.

Die Energiegewinnung erfolgt über eine Photovoltaik-Anlage auf den Dächern mit südlicher Ausrichtung. Das Konzept hierzu kommt von den Spezialisten in Sachen Solarenergie bei der BayWa r.e. Das Einfamilienhaus wird mit 44 Modulen mit einer Leistung von 11,88 kWp ausgerüstet, auf der Doppelhaushälfte werden 28 Module mit einer Leistung von 7,56 kWp platziert. So kann bei den Einfamilienhäusern ein jährlicher PV-Stromertrag von ca. 13.170 kWh und bei den Doppelhaushälften von rund 8.340 kWh pro Jahr erzeugt werden. Gespeichert wird die Energie in einer Lithium-Ionen-Batterie bzw. umgewandelt in Wärme im thermischen Wasserspeicher.

Ein hauseigenes Energie-Monitoring steuert alle Anlagenkomponenten automatisch und sorgt so für eine optimale PV-Stromnutzung. Überschüssiger PV-Strom wird in das örtliche Stromnetz eingespeist. Die Wohnhäuser sollen neben einer hohen Energieeffizienz auch nach den Kriterien der Wohngesundheit gebaut werden. Baubeginn der Siedlung ist Frühjahr 2016.


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