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Ökoinstitut fordert zum Handeln aufFachkräfte für energetische Gebäudesanierung fehlen

Für energetische Gebäudesanierungen – wie hier mit einer modernen Holzbautechnologie – werden ausgebildete Fachkräfte benötigt. (Foto: © EnergieAgentur.NRW / flickr.com, CC BY 2.0)

Einer Studie zufolge sind in den nächsten Jahren mindestens 100.000 zusätzliche Fachkräfte nötig, um bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Doch mit den bestehenden politischen Maßnahmen wird dieses Ziel wohl verfehlt.

26.04.2018 – In einer bundesweiten Analyse kommt das Ökoinstitut in Freiburg zu dem Schluss, dass im kommenden Jahrzehnt 100.000 zusätzliche Fachkräfte benötigt werden, wenn die angestrebten Sanierungsraten umgesetzt werden sollen. Ab 2021 plant die Bundesregierung die Sanierungsraten bei privatem Wohnbestand erheblich zu steigern. Doch in einer Umfrage des Ökoinstituts unter Eigentümern von Ein- und Zweifamilienhäusern gaben 42 Prozent an, bereits heute Schwierigkeiten zu haben geeignete Handwerksbetriebe für die Umsetzung geplanter Sanierungsmaßnahmen zu finden.

Jeder Zwölfte erhält sogar kein geeignetes Angebot und jeder Dritte weniger Angebote als angefragt. Häufigster Grund: die hohe Auslastung der Betriebe. Auch der Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) bestätigt, dass „manche Betriebe inzwischen keine weiteren Aufträge mehr annehmen können, weil ihnen schlicht das Personal fehlt(…)“. Bereits in den letzten Jahren stagnierten die Zahlen der Beschäftigten im Ausbaugewerbe, die für eine energetische Sanierung relevant sind. Bei Stuckateuren, Glasern, Maler und Lackierern waren die Zahlen sogar rückläufig. Nur Installateure und Heizungsbauer konnten leichte Zuwächse verzeichnen.  

Nach Schätzungen des Ökoinstituts werden bis 2020 knapp 200.000 Menschen im relevanten Ausbaugewerbe der Gebäudesanierung beschäftigt sein. Um die in Kraft tretende EU-Gebäuderichtlinie und die Klimaziele von 2030 zu erreichen, müssten im nächsten Jahrzehnt durchgehend 100.000 zusätzliche Fachkräfte bereitstehen. Das Fernziel von einem nahezu klimaneutralen Gebäudebestand 2050 kann nach übereinstimmender Expertenmeinung nur mit einer jährlichen energetischen Sanierungsrate von mindestens 2 Prozent erreicht werden.

Forderung nach einer stärkeren politischen Agenda

Doch das Ökoinstitut warnt, dass Deutschland mit der aktuellen politischen Agenda an einem erheblichen Fachkräftemangel leiden wird. Dabei kritisieren die Autoren des Berichts vor allem den fehlenden intensiven Diskurs zwischen Politik und betroffenen Verbänden. Wesentliche Voraussetzung sei eine Energiepolitik, die langfristige Planungssicherheit für Unternehmen des Ausbaugewerbes sichere. Instrumente wie eine CO2-Abgabe als Preissignal oder steuerliche Absetzbarkeit von Sanierungsmaßnahmen würden Unternehmen stärker motivieren in neue Marktstrategien und Geschäftsmodelle zu investieren. Der im Koalitionsvertrag erwähnte „Pakt für Berufsausbildung“ müsse „schnell und konsequent angegangen werden“, fordert das Ökoinstitut. Ein wesentlicher Punkt sei die Verbesserung der Berufsausbildung und eine Diskussion über die Bezahlung.

Doch die schon jetzt angespannte Lage der Verfügbarkeit von ausgebildeten Handwerkern wird sich nach aktuellem Stand wohl noch weiter verschärfen. Grund ist der demografische Wandel. Zusätzlich zu einer sinkenden Zahl an Schulabgängern, wird ab 2025 mit einer Renteneintrittswelle der Babyboomer-Jahrgänge gerechnet. Dabei müssten auch viele Betriebe an Nachfolger übergeben werden. Findet sich niemand der den Betrieb übernimmt, bliebe nur die Schließung. mf


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Kommentare

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Ferdinand Schneider 23.07.2018, 17:03:45

+256 Gut Antworten

Schade, dass Fachkräfte für energetische Gebäudesanierung fehlen und, dass man deswegen Schwierigkeiten hat geeignete Handwerksbetriebe zu finden. Aber, dies ist eine gute Nachricht für Menschen die gerade so eine Ausbildung machen. Die kriegen sehr einfach einen Job und wahrscheinlich gut gezahlt!

https://www.jilka-bm.at/


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