Finanzierung BauwendeMehr steuerliche Klarheit beim Bauen im Bestand

Schlüssel mit Hausanhänger und Geldscheine
Beim Bauen im Bestand ist Vieles zu beachten – nicht zuletzt sind im Vorfeld Kosten- und Steuerfragen zu klären. (Foto: Jakub Żerdzicki on Unsplash)

Der Verband für Bauen im Bestand hat einen Leitfaden zur steuerlichen Behandlung von Bestandsgebäuden veröffentlicht, um Hemmnisse der Bauwende zu adressieren: mangelnde steuerliche Planungssicherheit bei Sanierung und Umbau bestehender Gebäude.

16.02.2026 – „Das Steuerrecht ist vermutlich der stillste, aber einer der entscheidendsten Hebel für die Kostensicherheit im Bestand“, sagt Sarah Dungs, Vorstandsvorsitzende des Verbandes für Bauen im Bestand(BiB).„Solange die Steuerbetrachtung nicht integraler Bestandteil der Projektentwicklung ist, sondern lediglich an Steuerberater:innen abgegeben wird, entstehen gegebenenfalls blinde Flecken – und mit ihnen Folgekosten, die frühzeitig vermeidbar wären. Mit unserem Leitfaden schaffen wir Orientierung, Hilfestellungen und vor allem Vergleichsbeispiele, die helfen sollen, die blinden Flecken rechtzeitig aufzudecken.“

Das praxisnahe Werkzeug zur steuerlichen Behandlung von Bestandsgebäuden ist ab sofort kostenfrei verfügbar.Der Leitfaden richtet sich an Eigentümer, Projektentwickler, Kommunen, Planer und Steuerberater und bietet eine praxisorientierte Hilfestellung für Steuerfragen für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Gebäudebestands.

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Wirtschaftlichkeit des Projekts rechtzeitig prüfen

Der Leitfaden ist in einem zweistufigen Prozess entstanden und bündelt die Erfahrungen der BiB-Mitgliedern und -Experten aus Planung, Steuerberatung und Projektentwicklung. Er führt strukturiert von der Bestandsaufnahme über die Maßnahmen- und Nutzungsanalyse bis zur steuerlichen Abwicklung und Kontrolle. Thematisiert werden unter anderem die Abgrenzung von Erhaltungsaufwand und Herstellungskosten, die 15-%-Grenze, die Vermeidung der so genannten „Neubau-Falle“, Fragen der Abschreibung (AfA), der Umsatzsteuer sowie die Nutzung von Sanierungs- und Denkmal-AfA.

Franziska Bouchard, Fachbeirätin Recht und Steuern beim BiB, hebt die praktische Bedeutung hervor: „In der Praxis ist es schon die steuerliche Einordnung, die über die Wirtschaftlichkeit eines Projekts entscheiden kann, ohne, dass es auf die technische Machbarkeit ankommen muss. Unser Leitfaden übersetzt komplexe steuerliche Vorgaben in eine klar strukturierte und verständliche Hilfestellung. Er hilft dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen, diese sauber zu dokumentieren und Spielräume rechtssicher zu verstehen.“

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Neben einer klaren Prozesslogik bietet der Leitfaden Quick-Checks, Vergleichstabellen und Fallbeispiele aus realen Projekten. Damit soll er insbesondere dabei helfen, Investitionsentscheidungen belastbar vorzubereiten und Abstimmungen mit Finanzverwaltung und Förderstellen zu erleichtern.

Der Leitfaden steht kostenfrei auf der Website des Verbands für Bauen im Bestand zum Download bereit. Er versteht sich als praxisnahes Arbeitsinstrument und nicht als Ersatz für eine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung, betont der BiB. na

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