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220-Megawatt-Solaranlage für Myanmar

Tempelanlagen in Bagan, Myanmar (Foto: PeterStut, www.piqs.de, CC-Lizenz (BY 2.0))
Tempelanlagen in Bagan, Myanmar (Foto: PeterStut, www.piqs.de, CC-Lizenz (BY 2.0))

Myanmars Regierung und das thailändische Unternehmen Green Earth Power Co. Ltd. haben eine Vereinbarung über den Bau eines 220-Megawatt-Solarkraftwerkes abgeschlossen. Nach langen Jahren der Diktatur verzeichnet das Land nun eine rasante Entwicklung.

22.10.2014 - Noch zählt das südostasiatische Land Myanmar, welches einst den Namen Burma trug, zu den ärmsten Ländern dieser Region. Doch dies könnte sich bald ändern. Während im Jahre 2005 das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt gerade einmal 258 US-Dollar betrug, waren es 2011 bereits 1.144 US-Dollar - Tendenz steigend. Seit den 1960er Jahren wurde das Land von einer Militärdiktatur beherrscht und verlor sowohl wirtschaftlich, als auch technologisch den Anschluss. Im Rahmen eines Demokratisierungsprozesses wurde im Jahre 2011 jedoch das erste Mal seit mehreren Jahrzehnten ein ziviler Präsident als Staatsoberhaupt eingesetzt. Inzwischen hat dies auch Auswirkungen auf die Energiepolitik des Landes.

Das Ministerium für Elektrizitätswirtschaft von Myanmar hatte bereits im Mai vergangenen Jahres mit dem thailändischen Unternehmen Green Earth Power Co. Ltd. eine Absichtserklärung für das Photovoltaikprojekt unterzeichnet. Ziel war es, den steigenden Energiebedarf zu decken und die schwache ländliche Strominfrastruktur zu verbessern. Im Moment haben nur ein Viertel aller myanmarischen Haushalte einen Zugang zur Elektrizität. Ein großer Teil des im Land erzeugten Stroms stammt aus Wasserkraftanlagen. Diese können in niederschlagsarmen Sommern jedoch nicht den aktuell benötigten Strombedarf von über 2.000 Megawatt decken, weswegen die Errichtung von Photovoltaikanlagen beschlossen wurde.

Der thailändischen Zeitung „The Nation“ zufolge sind die erforderlichen Vorbereitungsarbeiten nun abgeschlossen und die Region Magway als Standort des Solarprojekts ausgewählt worden. So werden die Solaranlagen demnächst Seite an Seite mit Erdölpumpen stehen. In Magway werden nämlich pro Tag auch über 8.000 Barrel Erdöl gefördert.

Das gesamte Projekt wurde in vier Abschnitte unterteilt und soll innerhalb eines Zeitraums von insgesamt 30 Monaten realisiert werden. Bereits im ersten Quartal 2015 ist der Bau des ersten Abschnitts mit 50 Megawatt geplant. Die Projektkosten beziffern sich auf 350 Millionen US-Dollar, also über 270 Millionen Euro. Eine gewaltige Summe für eine kleine Volkswirtschaft wie Myanmar. Internationale Kooperationen wie mit Green Earth Power Co. Ltd., der Asia Development Bank oder der World Bank sind daher auch weiterhin unumgänglich.

Myanmar reiht sich damit als weiteres südostasiatisches Land ein, welches den wirtschaftlichen Aufschwung mithilfe von Erneuerbaren Energien gestaltet. Die Signalwirkung ist also eindeutig: trotz hoher Kosten favorisiert neben den hoch entwickelten Ländern auch wieder ein weiteres Entwicklungsland die regenerativen Energien. Durch die Industrialisierung entstehende Umweltbelastungen können so im Keim erstickt und der weltweite Klimaschutz vorangetrieben werden. jk


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