Energie-KommunenBremen setzt bundesweit Maßstäbe für die urbane Klimawende

Skulptur der Bremer Stadtmusikanten – Pyramide aus Figuren von Esel, Hund, Katze, Hahn
Die Bremer Stadtmusikanten stehen als Sinnbild für Mut und die Überzeugung, dass man gemeinsam stärker ist. Die Klimawende wollen die Bremer auch gemeinschaftlich wuppen. (Foto: Hansjörg Keller on Unsplash License)

Mit 247 Maßnahmen ist die Freie Hansestadt Bremen auf einem guten Klimakurs. Mit dem ambitioniertesten Klimaziel aller Bundesländer arbeiten Senat, Stadtverwaltungen und zivilgesellschaftliche Initiativen an der Klimaneutralität 2038.

16.06.2026 – Mit dem Zielpfad verfolgt Bremen aktuell die ambitioniertesten Klimapläne aller Bundesländer, die entweder 2040 oder wie der Bund 2045 anpeilen. Bis 2038 will das kleinste deutsche Bundesland, das die zwei Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven umfasst, seine Treibhausgasemissionen um 95 Prozent gegenüber dem Niveau des Jahres 1990 verringern. Das entspräche einem jährlichen Gesamtausstoß von 0,67 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten, berichtet die Agentur für Erneuerbare Energien. Die rechtliche Grundlage bildet das Bremische Klimaschutz- und Energiegesetz (BremKEG), das seit 2015 besteht und in seiner aktuellen Fassung auch verbindliche Zwischenziele festschreibt.

Der Bremer Aktionsplan Klimaschutz umfasst 247 Maßnahmen in den Bereichen Energie, Stadtentwicklung, Industrie, Bildung, Konsum und Mobilität. Besonders wirksam sind bereits der Kohleausstieg, der Ausbau von Fernwärme, die PV-Pflicht, Windenergieflächen in Bremerhaven und die Umstellung auf einen klimaneutralen ÖPNV. Energetische Quartierskonzepte wie die Überseeinsel, deren Wärme- und Kälteversorgung auf einer Flusswasser-Wärmepumpe und innovativen Speichertechnologien basiert, haben Vorbildcharakter für ganz Deutschland. Die Agentur für Erneuerbare Energien e. V. (AEE) hat die Freie Hansestadt Bremen daher als Energie-Kommune des Monats Juni 2026 aus.

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Wind, Photovoltaik und Wasserkraft decken bereits einen großen Teil des Strombedarfs. Die kommunalen Wärmepläne für Bremen und Bremerhaven geben Planungssicherheit bei der dezentralen Wärmewende und werden durch Projekte von Energiegenossenschaften ergänzt.

Gleichzeitig zeigen Gutachten jedoch, dass das Land seine Ziele nur mit deutlich beschleunigter Umsetzung erreichen kann. Eine der größten Aufgaben für die Verantwortlichen bleibt die Dekarbonisierung der Industrie, insbesondere des Bremer Stahlwerks.

 

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Transparenz schaffen und Bürgerenergie stärken

2024 wurde der Sachverständigenrat zu Fragen des Klimaschutzes und der Energiepolitik, kurz Sachverständigenrat Klima, etabliert. Das aus sechs von politischen Institutionen unabhängigen Expert:innen bestehende Gremium begleitet über fünf Jahre Bremens Klimaschutzpolitik, berichtet die AEE, indem es Monitoringberichte analysiert, Senatsmaßnahmen bewertet und auch eigene Vorschläge für Klimaschutzmaßnahmen vorlegen kann, sollten CO₂-Minderungsziele verfehlt werden.

Die erste Stellungnahme wurde zum Monitoringbericht Klima 2025 vorgelegt. Trotz einer grundsätzlich positiven Bewertung des Aktionsplans Klimaschutz und der Vorbildrolle der öffentlichen Hand verweisen die Sachverständigen auf nicht weit genug gehende Maßnahmen und Verzögerungen sowie die teils unklare Finanzierungssituation, die die Umsetzung gefährden könnten. Der Rat empfiehlt daher eine Priorisierung der Maßnahmen und die Zusammenführung zu Leuchtturmprojekten, um Sichtbarkeit und gesellschaftliche Akzeptanz zu fördern. Diese sollen effektiver durch den Einsatz verschiedener Instrumente umgesetzt werden: rechtliche Vorgaben, finanzielle Anreize, Infrastrukturmaßnahmen, Bildungsangebote, Kommunikation und Bürgerbeteiligung.

Zudem fordert das Gremium eine Überprüfung der Folgen für soziale Gerechtigkeit bei der Verteilung von Be- und Entlastungen sowie eine systematische Verknüpfung von Klimaschutz und Klimaanpassung.

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Großer Veranstaltungssaal mit Bühne und Publikum während einer Podiumsdiskussion. Auf der Bühne sitzen sieben Personen in Sesseln und diskutieren vor einer großen Präsentationsleinwand. Die Folie trägt die Überschrift „Podiumsdiskussion“ und das Thema „Power für die Region: Wie lokale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien vor Ort wirkt“. Daneben sind Porträtfotos und Namen der Teilnehmenden eingeblendet.  Im Vordergrund sitzen zahlreiche Besucherinnen und Besucher in Reihen und verfolgen die Diskussion. Die Bühne ist mit grünen Lichtakzenten und mehreren Roll-up-Bannern der „Bürgerenergie“ gestaltet. Die Perspektive zeigt den gesamten Saal aus erhöhter Position.
Bürgerenergie-Konvent

Gemeinsam Kraft tanken für die Energiewende aus Bürgerhand

Unter dem Motto „Starke Gemeinschaften, starke Regionen – für eine krisenfeste Zukunft“ kamen am vergangen Wochenende Bürgerenergie-Aktive aus ganz Deutschland zusammen.

„Bremen zeigt, wie die Energiewende gemeinsam von Land, Kommunen und in Genossenschaften engagierten Bürger:innen mit zukunftsweisenden Methoden gestaltet werden kann“, sagt AEE-Geschäftsführer Dr. Robert Brandt. „Entscheidend ist jetzt, dass die politischen Entscheidungsträger:innen diesen Schwung mitnehmen, um auch die großen industriellen Herausforderungen mutig und mit klaren Konzepten anzugehen.“ na
Hier geht es zum ausführlichen Portrait zur Energie-Kommune des Monats
energie-kommunen.unendlich-viel-energie.de/energie-kommunen/bremen

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