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Dezentrale EnergiewendeErfolgreiche Bürgerenergie vor den Toren Berlins

Die Akteure der Rehfelde-EigenEnergie Genossenschaft
Gemeinsam stark für die klimagerechte Energiewende: Die Akteure der Rehfelde-EigenEnergie Genossenschaft vor der Turnhalle. (Foto: Rehfelde-EigenEnergie eG)

Mitmachen ist das Motto der Genossenschaft Rehfelde-EigenEnergie am Rande der Märkischen Schweiz. Seit einigen Jahren fließt dort Wind- und Solarenergie für die ganze Gemeinde und bald sollen auch Elektroautos auf Rehfeldes Straßen Ökostrom tanken.

05.02.2019 – Windenergie, Solarstrom, erneuerbare Nahwärme – die örtliche Genossenschaft Rehfelde-EigenEnergie engagiert sich seit einigen Jahren schon für eine bürgernahe Energiewende vor Ort. Nun plant die 5.000 Einwohner zählende Gemeinde Rehfelde in Brandenburg sowie die Kommune für die lokale Energiewende eine Ladeinfrastruktur für Elektroautos und ein Nahwärmenetz mit Holzhackschnitzelanlage. Über eine Erweiterung des schon bestehenden Windparks wird gerade verhandelt. Die örtliche Genossenschaft Rehfelde-EigenEnergie beabsichtigt zudem neue Solarstromanlagen zu installieren.

Um die Akzeptanz für, als auch den Spaß an der Energiewende zu erhöhen, ist die Möglichkeit zur Teilnahme entscheidend. So haben die damals 120 Mitglieder der Rehfelder Genossenschaft neue Projekte gemeinsam angedacht, diskutiert und umgesetzt: Im Jahr 2013 wurde bereits die erste Photovoltaik-Anlage für die Turnhalle installiert, 2017 folgte eine weitere auf den Dächern des Kindergartens. Bei der Inbetriebnahme der Anlage wurde den Kindern, Eltern und Erziehenden erläutert, dass der erzeugte Strom direkt vor Ort verbraucht und überschüssiger Strom in das Netz eingespeist wird. Ein gutes Gefühl, vornehmlich nur noch von der Sonne abhängig zu sein.

Synergien vor Ort nutzen

 „Die enge Zusammenarbeit mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern ist für die Rehfelder Energiewende ein echter Gewinn und fördert den Austausch von Politik und Gesellschaft“, schwärmt der ehrenamtliche Bürgermeister Reiner Donath.  Und da alles so gut läuft, möchte sich die Genossenschaft in diesem Jahr für eine Photovoltaik-Freiflächenanlage auf der ehemaligen Deponie der Gemeinde bewerben. Solche „Brachflächen“ eignen sich sehr gut für Freiflächenanlagen – so geht keine wertvolle Fläche für Natur oder Landwirtschaft verloren, und die ohnehin nicht genutzte Fläche wird sinnvoll der sauberen Energiezeugung zur Verfügung gestellt.

Beim Thema Windenergie war man sich zunächst nicht gänzlich einig. Doch trotz einiger Stimmen gegen den Bau wurden 2017 zwei Windenergieanlagen in Betrieb genommen, deren Finanzierung mit Hilfe der Bürger umgesetzt wurde, die sich auch in der Genossenschaft Rehfelde-EigenEnergie organisieren. „Mitmachen in der Genossenschaft ist ganz leicht und zahlt sich für alle aus – besonders für die nachfolgenden Generationen“, sagt Helmut Grützbach, einer der Vorstandsmitglieder der Rehfelde-EigenEnergie Genossenschaft. Auch die Gemeinde selbst ist Mitglied der Genossenschaft.

Nicht zuletzt kümmert sich die Genossenschaft auch um die Wärmeversorgung. Im Bahnhofsgebäude sorgt bereits eine Holzpellet-Anlage für erneuerbare Wärme. Die Gemeinde plant noch ein Nahwärmenetz mit einer Holzhackschnitzelheizung, das soll 48 Wohneinheiten sowie drei Schulgebäude und eine Turnhalle mit Wärme versorgen. Holzhackschnitzel bieten dem Klimaschutzmanager René Tettenborn zufolge besonders für Nahwärmenetze eine hervorragende Alternative zu fossilen Energieträgern wie Erdgas. Vor allem könne das Holz regional aus Forstpflege der umliegenden Wälder oder kleinen Kurzumtriebsplantagen gewonnen werden.

Für ihre erfolgreiche Strategie und Engagement hat die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) die Gemeinde Rehfelde nun als Energie-Kommune des Monats ausgezeichnet. „In Rehfelde arbeitet die Kommune mit vielen engagierten Bürgerinnen und Bürger für eine lokale, bezahlbare und klimafreundliche Energiewende Hand in Hand“, erläutert der stellvertretende AEE-Geschäftsführer Nils Boenigk die Entscheidung. na


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Kommentare

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Johann Christl 05.02.2019, 20:37:06

+136 Gut Antworten

Es sollten sich viele Kommunen und Bürger an solchen Genossenschaften beteiligen.

So bleibt der Mehrwert und die Kaufkraft in der Region und stärkt die Bürger und die Kommune.

 

Die Verwendung von Holz bedeutet massive Umweltverschmutzung und massiven Primärenergieverbrauch.

Zudem sind die Investitionskosten im Vergleich zu strombasierter Wärmeerzeugung viel zu hoch.

Auch sind die Betriebskosten einer Holzhackschnitzel-Anlage viel zu hoch.

Auch der Wirkungsgrad ist nicht viele dreizoniger, im Vergleich zu Strom.

Alles mit Strom ist ökologisch und wirtschaftlicher.

Solche Wärmenetze sind für eine saubere und nachhaltige Energiewende nicht geeignet.


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