Confluence Amazonas: Indigene Frauen im Kampf gegen die Klimakrise

Ein Wandgemälde in Rio de Janeiro lenkt den Blick auf den Kampf indigener Frauen im Amazonas-Gebiet, die sich gegen die Ausweitung groß angelegter Infrastruktur- und Rohstoffabbau-Aktivitäten in ihren Regionen stellen.
28.09.2026 – Vor kurzem enthüllten Künstlerinnen und Künstler sowie Organisatorinnen und Organisatoren ein monumentales neues Wandgemälde in Rio de Janeiro, benannt „Confluence“ – zu Ehren von Frauen an vorderster Front im Kampf für den Schutz der Flüsse und Territorien Amazoniens. Das rund 10 Meter hohe Kunstwerk zeigt Indigene, Quilombola- und Flussbewohnerinnen in der Amazonas-Region und wurde von der indischen Künstlerin Shilo Shiv Suleman und der Fearless Foundation for the Arts in Zusammenarbeit mit der Enough Soy Alliance geschaffen, einem Netzwerk von Basisorganisationen und Bewegungen, die sich für den Schutz von Territorien im gesamten Amazonasgebiet und Cerrado einsetzen.
Das Wandgemälde entstand aus dem Austausch mit Gemeinschaften, die mit den Flussbecken des Tocantins, Tapajós und Madeira verbunden sind, und bringt die Geschichten, das Wissen und die Kämpfe von Menschen, deren Leben eng mit diesen Flüssen verbunden ist, ins Herz eines großen urbanen Zentrums. Es verwendet Farben aus Schlamm des Tocantins-Flusses, Asche aus Waldbränden im Amazonasgebiet und Mineralien aus Indien.
„Als wir durch das Herz von Tauiry im Bundesstaat Pará am Fluss entlanggingen, gemeinsam mit der Gemeinschaft, deren Felsen und Gewässer das schlagende Herz ihres Ökosystems bilden, wurde eines deutlich: Es gibt keine Trennung zwischen den Körpern der Frauen und den Gewässern, die wir verteidigen. Ausgehend von dieser Bildsprache der Solidarität unter Frauen auf der ganzen Welt – dem gemeinsamen Kampf gegen die Ausbeutung sowohl des Körpers als auch des Landes – haben wir dieses Bild als Zeugnis der von Frauen geführten Bewegungen zum Schutz heiliger Gewässer gemalt“, sagte Shilo Shiv Suleman, Gründerin der Fearless Foundation for the Arts.
Die Idee des Zusammenflusses zieht sich durch das gesamte Wandgemälde und spiegelt sich sowohl in den miteinander verflochtenen Figuren der Frauen als auch in den im Kunstwerk dargestellten Flüssen Amazoniens wider, erläutern die Akteure. Confluence soll Generationen von Frauen ehren, deren Fürsorge, Erinnerung, Ernährung und Wissen tief mit Wasser und Territorium verflochten sind. Es lenke auch den Blick auf von Frauen geführte Bewegungen, die sich gegen die Ausweitung groß angelegter Infrastruktur- und Rohstoffabbauaktivitäten stellen, welche die Flüsse und die von ihnen erhaltenen Gemeinschaften bedrohen.
Am Fuß des Wandgemäldes befinden sich die Lourenção-Felsen (Pedral do Lourenção), eine Felsformation im Tocantins-Fluss, die Fischgründe, Lebensgrundlagen und kulturelle Traditionen für Fluss- und Fischereigemeinschaften erhält. Der Ort sei durch ein genehmigtes Regierungsprojekt bedroht, das die Formation sprengen und einen Schifffahrtskanal für die Wasserstraße Araguaia-Tocantins öffnen soll, um den erweiterten Gütertransport für den Agribusiness-Sektor zu ermöglichen, berichten die NGOs. Nur wenige Tage bevor das Wandgemälde in Rio de Janeiro enthüllt wurde, beantragten demnach die umliegenden Gemeinschaften beim brasilianischen Nationalen Institut für historisches und künstlerisches Erbe (Iphan) offiziell, die einzigartige Formation als nationales historisches, archäologisches, landschaftliches und ethnografisches Erbe unter Bundesschutz zu stellen.
Für Claudelice Santos, Generalkoordinatorin des Zé Claudio and Maria Institute, einem Mitglied der Enough Soy Alliance, ist es eine Möglichkeit, diese Geschichten aus Amazonien nach Rio de Janeiro zu bringen und sichtbar zu machen. „Wir wollen nicht nur die Bedrohungen sichtbar machen, denen die Flussbecken Amazoniens ausgesetzt sind, sondern auch die Allianzen, die bereits zu ihrem Schutz arbeiten“, sagte Santos. „Ein Territorium zu verteidigen bedeutet, seine Gewässer, Wälder, Menschen und alle mit ihnen verbundenen Lebensformen zu verteidigen. Dies sind keine leeren Räume – es sind lebendige, miteinander verbundene Ökosysteme, von denen wir alle abhängen.“
Confluence greift auch die Kampagne „Our Territories, Our Lives,“ der Association of Brazil’s Indigenous Peoples (APIB) auf, die eine „nationale Vision“ fordert, in der Territorien als grundlegend für den Schutz des Lebens anerkannt werden. Mit den bevorstehenden Wahlen in Brasilien unterstreicht die Kampagne außerdem, wie wichtig es ist, sicherzustellen, dass indigene Völker und andere traditionelle Gemeinschaften in Foren, in denen Entscheidungen über Klima, Territorien und Entwicklung getroffen werden, eine stärkere Stimme haben.
„Wenn ich diese drei Frauen betrachte – Indigene, Flussbewohnerin und Quilombola –, sehe ich auch eine Botschaft darüber, wo viele der Antworten auf die Klimakrise liegen: in den Territorien und in dem Wissen, das Generationen weitergegeben haben“, sagte Lilian Terena von APIB. „Unser Territorium ist nicht einfach ein Stück Land. Es ist ein heiliger Raum; es ist unser Leben. Und wenn wir über die Zukunft des Planeten sprechen wollen, müssen indigene Völker, Quilombola-Gemeinschaften und traditionelle Gemeinschaften auch an politischen Entscheidungsprozessen teilnehmen.“ na
























































