Schwalmtal in NRW: Leistungsstarker Windstrom und Belohnung nachhaltigen Verhaltens

Mit einer klaren Strategie entwickelt die Gemeinde Schwalmtal in Nordrhein-Westfalen die Energiewende fort. Moderne Windräder mit Beteiligung, eine Klima-App und eine Verwaltung, die ganzheitlich denkt, nehmen die Menschen vor Ort mit.
15.07.2025 – Das erste Windrad wurden 1999 errichtet, aktuell sind es 15, die jährlich rund 10.000 Haushalte mit Strom versorgen können – auch dank Repowering-Projekten, die an gleicher Stelle das Potenzial vervielfachen. Die 18.000 Einwohner-Gemeinde Schwalmtal im nordrhein-westfälischen Kreis Viersen wurde von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) als Energiekommune des Monats Juli ausgezeichnet.
Und das nicht nur dank des leistungsstarken Windparks, für den bereits weitere Ausbaupläne vorliegen und aus dem die Einnahmen der Gemeinde zugutekommen. Die Verwaltung der Gemeinde denkt ganzheitlich und nimmt die Bürger:innen des Ortes auf verschiedenen Wegen mit. „Ein zentraler Erfolgsfaktor liegt im systemischen Aufbau von Fachwissen innerhalb der Verwaltungsstrukturen, um den komplexen und dynamischen Transformationsprozess effektiv zu begleiten“, sagt Michael Buijzen, Klimamanager der Gemeinde Schwalmtal. „Die Verwaltung trägt die Verantwortung, Zusammenhänge zu erkennen und ganzheitlich zu denken.“
Buijzen ist in Schwalmtal nicht nur Klimamanager, sondern ressortübergreifend und mit eigener Stabstelle für Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit verantwortlich. Transformation wird dabei als Querschnittsaufgabe der gesamten Gemeinde gedacht. Die Sektorenkopplung und Integration von Projekten zur kommunalen Wärmeplanung, Elektromobilität und Energieerzeugung sollen dabei besser ineinandergreifen. Auch Klimafolgenanpassung ist ein wichtiges Thema.
Klima-Taler-App
Für E-Autos gibt es heute 15 Ladesäulen, bis 2026 sollen es 26 öffentlich zugängliche Ladeinfrastrukturen mit jeweils zwei Zugängen geben. Zudem bietet der Einzelhandel weitere Ladesäulen an. An der kommunalen Wärmeplanung und entsprechenden Projekten wird gearbeitet.
Bereits umgesetzt und in Gebrauch ist eine App, die nachhaltiges Verhalten der Bewohner:innen der Gemeinde belohnt. Klima-Taler-App heißt sie und wer Rad fährt, Energie spart oder klimafreundlich einkauft, sammelt Punkte, die für lokale Prämien eingelöst werden können. Robert Brandt, Geschäftsführer der AEE, sagt: „Schwalmtal zeigt, wie kommunale Energiewende geht. Digital, strategisch und mit echter Beteiligung. Hier wird nicht inszeniert, sondern umgesetzt.“
Die jährlichen Einnahmen für die Gemeinde aus dem Windpark über die EEG-Umlage betragen 20.000 bis 26.000 Euro. Mittel, die direkt in den kommunalen Haushalt fließen und damit über neue Infrastrukturprojekte den Bürger:innen zugutekommen. Jenseits dieser Einnahmen prüft die Gemeinde aktuell wie sich die Kommune auch jenseits von Abgaben an Wind- und Solarprojekten beteiligen kann, etwa durch den Aufbau einer eigenen Betreibergesellschaft. Ziel sei es, dass mehr von der Energieerzeugung und Wertschöpfung dauerhaft vor Ort verbleibt. Auch die Gründung einer Energiegenossenschaft sei in Planung, etwa über Modelle des Energy Sharing. mg


















































