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Neue Bürgerenergiewende-Ziele bei Prokon

Ein Tag endet und der nächste könnte neue Ziele bringen: Die Prokon-Genossenschaft hat in ihrer Hammer Erklärung definiert, wie es weitergehen soll. (Bild: © Dirk Maus/ pixelio.de)
Ein Tag endet und der nächste könnte neue Ziele bringen: Die Prokon-Genossenschaft hat in ihrer Hammer Erklärung definiert, wie es weitergehen soll. (Bild: © Dirk Maus/ pixelio.de)

Nachdem der insolvente Windkraftprojektierer in die bundesweit größte Genossenschaft überführt wurde, heißt es nun, neue Ziele zu definieren. Dies ist in Form der Hammer Erklärung geschehen. Gemeinnützigkeit soll künftig im Vordergrund stehen.

11.10.2015 – Neue Ziele bei dem insolventen Windkraftprojektierer Prokon, der als bundesweit größte Energiegenossenschaft weitergeführt wird: Die „Freunde von Prokon“ wollen sich künftig breiter aufstellen und die Bürgerenergiewende aktiv vorantreiben. Wie der Anlegerverein in seiner „Hammer Erklärung“ mitteilte, die er Ende September in Hamm gefasst hatte, möchte er künftig auch jenseits der Genossenschaft Prokon Projekte vorantreiben. Zudem ist der Vereinsvorsitzende und Prokon-Aufsichtsrat Wolfgang Siegel auf dem jüngsten  Konvent des Branchenverbands des Bündnisses Bürgerenergie in den „Rat für Bürgerenergie“ gewählt worden.

Konkret heißt es in der Erklärung von Hamm, man verpflichte sich für die Bürgerenergiewende und der Verein sei offen für Menschen, die sich für die Energiewende einsetzen wollen. Es solle ein Nutzen entstehen, für die Mitglieder, die Genossenschaft und für die Allgemeinheit. Erreichen wollen die Anleger dies, indem sie die Prokon-Genossenschaften und auch andere Projekte der Erneuerbaren Energien unterstützen und sich mit anderen Genossenschaften und Verbänden vernetzen. Gemeinnützigkeit soll im Vordergrund stehen, das Handeln soll durch Unabhängigkeit von Parteien und Verbänden geprägt sein. Um Anliegen und Ideen besser zu bündeln, soll eine Kommunikationsplattform für alle Genossenschaftsmitglieder entstehen. Zudem haben sich die Freunde von Prokon zum Ziel gesetzt, eine Projektliste zu erstellen, die eine finanzielle oder persönliche Beteiligung ermöglichen soll. Auch wollen sie die Markposition von grünem Strom künftig stärken.  

Prokon hatte mit seiner Insolvenz für Schlagzeilen gesorgt. Die Inhaber der Genussrechte hatten sich auf der Gläubigerversammlung Anfang Juli für eine Überführung des insolventen Unternehmens in eine Genossenschaft entschieden und das Übernahmeangebot von EnBW ausgeschlagen. Sie setzten damit ein klares Zeichen für eine Energiewende in Bürgerhand. Mehr als 35.000 Genussrechtsinhaber, die 800 Millionen Euro Genussrechtskapital vertreten, hatten sich für diesen Weg im Vorfeld der Gläubigerversammlung entschieden. Damit wurde die Hürde von 640 Millionen Euro klar genommen. Prokon wird somit als größte Bürgerenergiegenossenschaft Deutschlands weitergeführt.

Diese Entscheidung freute auch Menschen, die jenseits von Prokon aktiv für die Energiewende kämpfen. So erklärte beispielsweise Dr. Thomas E. Banning, Vorstandsvorsitzender des unabhängigen Ökostromanbieters NATURSTROM AG und zugleich im Bündnis Bürgerenergie e.V., dem Dachverband der Bürgerenergie-Bewegung: „Die Genussrechteinhaber haben mit ihrem klaren Votum für die Genossenschaft auch ein Bekenntnis zur Energiewende abgegeben. In der Vergangenheit waren sie ‚nur‘ Kapitalgeber für den Ausbau der Erneuerbaren Energien – nun haben sie als Genossenschaftsmitglieder die Chance, die Geschicke von Prokon mit zu lenken und ein lebendiger Teil der Bürger-Energiewende zu sein.“ rr


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Kommentare

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Räbiger 29.10.2015, 14:43:35

+164 Gut Antworten

Der (Vorstands)Vorsitzende W.Siegel hat es verstanden, den Verein Freunde von Prokon zu nutzen. Die Genossenschaft war nicht sein ureigenes Ziel.

Als Psychologe versteht er es Menschen für seine Ziele zu begeistern.

 

Wer sich mit der Vereins- und der Genossenschaftssatzung näher befasst, wird erkennen, eine notwendige offene Informationspolitik und Transparenz ist nicht vorgesehen.

 

Die "Hammer-Erklärung" des Vereins, nicht der Prokon eG, verspricht eine Hoffnung, Ob die größte Energie-Genossenschaft eine Gegenmacht wird, wäre zu wünschen. Hoffentlich werden die überwiegend älteren Genossenschaftsmitglieder nicht nochmal enttäuscht; sie warten als Mitglieder dringend auf die ersten direkten positiven Zeichen der Prokon eG.


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