Energiekommune Bad Münstereifel: Resilienz durch Beteiligung

Die von der Flutkatastrophe 2021 getroffene Stadt an der Erft erfindet sich seitdem neu. Mit erneuerbarer Energieinfrastruktur sowie Beteiligungs- und Austauschformaten entsteht eine Vorbildregion im vom Strukturwandel betroffenen Rheinischen Revier.
17.11.2025 – Die Hochschulstadt Bad Münstereifel ist ein Heilbad und Erholungsort in der nordrhein-westfälischen Eifel im Kreis Euskirchen mit einer mittelalterlichen Altstadt. Bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 wurde die Stadt schwer getroffen. Besonders in der Innenstadt und den Ortschaften entlang der Erft war der Schaden groß. Der Fluss riss damals große Teile der Infrastruktur mit sich, zerstörte viele Wohnhäuser und öffentliche Gebäude.
Diese schmerzhafte Folge der Klimakatastrophe prägt die Region und ihre Menschen entsprechend stark, so finden Klimaschutz und damit auch der Schutz der menschlichen Existenzgrundlage hier besonders große Beachtung Der Wiederaufbau im Kreis Euskirchen gestaltet sich daher zukunftsorientiert und partizipativ. Die Bau- und Sanierungsmaßnahmen binden neben Experten auch die Bevölkerung aktiv ein, um Bad Münstereifel für künftige Generationen resilienter zu gestalten, berichtet die Agentur für Erneuerbare Energien e. V. (AEE) und zeichnet die Stadt Bad Münstereifel als Energie-Kommune des Monats November 2025 aus.
Demnach bietet die Stadtverwaltung in Kooperation mit dem Kreis seit Juli 2024 ein kostenfreies Energieberatungsangebot, das konkrete Modernisierungspläne, neue Technologien, Förderprogramme und Gesetze für alle verständlich erklärt. In einem monatlichen Klima-Café, das Anfang 2026 neu formatiert wird, werden zudem der Austausch und das gesellschaftliche Bewusstsein für die Notwendigkeit von Klimafolgenanpassungs-Maßnahmen und des sozial-ökologischen Wandels gestärkt.
Kraft von Wind und Sonne nutzen und alle beteiligen
Auch am geplanten Windpark Bad Münstereifel werden Bürger direkt beteiligt, berichtet die AEE: Eine von drei Windenergieanlagen konzipiert der Projektentwickler als Bürgerwindrad, das ab 2029 Erlöse direkt an die Anteilseigner ausschüttet und zur Akzeptanz vor Ort beitragen soll. Für zeitnah verfügbaren günstigen Strom arbeitet die Stadt an einem Solardachkataster, um die PV-Nutzung auf privaten Dächern, kommunalen Liegenschaften, im Gewerbebereich und auf landwirtschaftlichen sowie weiteren Freiflächen gezielt fördern zu können.
Strukturwandel im Revier mitgestalten
Die Kommune versteht sich als aktiver Teil des Rheinischen Reviers, das sich parallel zum Braunkohleausstieg bis 2030 zu einer zukunftsfähigen Energieregion entwickeln soll. Mit den lokalen Projekten leistet Bad Münstereifel einen konkreten Beitrag zum Gelingen dieser Transformation und geht gemeinsam mit anderen Städten und Gemeinden als Vorbild voran.
Dass Bad Münstereifel nach der Flutkatastrophe neuen Mut schöpft und den Wandel aktiv mit der Bevölkerung gestaltet, ist ein inspirierendes Beispiel für ganz Deutschland“, betont AEE-Geschäftsführer Robert Brandt. „Hier entstehen echte Zukunftsperspektiven durch gemeinsames Handeln.“




















































