Kommunale WärmeplanungStrukturwandel im Revier: Helmstedt gestaltet die Energiewende

Luftaufnahme einer Altstadt mit vielen historischen Gebäuden und einem Stadttor
Die Kommune Helmstedt in Niedersachsen zeichnet sich durch ihre gut erhaltene Altstadt, eine starke regionale Gemeinschaft und ihr Engagement für nachhaltige Entwicklung aus. (Foto: Julia Koblitz on Unsplash License)

Die niedersächsische Stadt Helmstedt steht exemplarisch für den Wandel von einer fossilen Bergbauregion zu einem modernen Standort für Erneuerbare Energien, eine starke regionale Gemeinschaft, Innovation und nachhaltige Wärmeversorgung.

15.04.2026 – Die Stadt Helmstedt ist eine der ältesten Städte im Osten Niedersachsens mit rund 25.000 Einwohnern. Sie verbindet eine bewegte Geschichte als ehemaliger innerdeutscher Grenzort mit einer aktiven und zukunftsorientierten Entwicklung. Im Zentrum der aktuellen Transformation steht die Kommunale Wärmeplanung. Auf Grundlage einer umfassenden Bestands- und Potenzialanalyse untersucht die Stadt derzeit systematisch die aktuelle Wärmeversorgung in Wohn- und Gewerbegebieten. Dabei werden bestehende Energieinfrastrukturen ebenso analysiert wie mögliche Zukunftsszenarien. Ein Schwerpunkt liegt auf der Identifikation geeigneter Standorte für erneuerbare Wärmequellen – etwa Wärmepumpen oder die Nutzung von Abwärme. Die Agentur für Erneuerbare Energien e. V. (AEE) hat die Stadt nun als Energie-Kommune des Monats April 2026 ausgezeichnet.

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Ziel: Treibhausgasneutrale Wärmeversorgung

Konkret wurden bereits zehn Gebiete für den Ausbau von Wärmenetzen identifiziert, um fossile Heizungen zu ersetzen und den jährlichen Wärmebedarf durch gezielte Sanierungen von 267 auf 190 Gigawattstunden zu senken. Ein innovativer Ansatz ist dabei die Seethermie: Der Lappwaldsee könnte künftig als Wärmequelle dienen. Auch die Nutzung der Müllverbrennungsanlage für eine zentrale Wärmeversorgung wird in Betracht gezogen, berichtet die AEE.

Das langfristige strategische Ziel sei klar definiert: eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung. Dieses soll neben dem Einsatz effizienterer Heizsysteme auch durch energetische Gebäudesanierungen erreicht werden. Dabei geht die Kommune bei ihren eigenen Liegenschaften mit gutem Beispiel voran und setzt verstärkt auf moderne Dämmung sowie den Austausch veralteter Anlagen.

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Strukturwandel im Helmstedter Revier

Auch im Helmstedter Revier wird der Strukturwandel sichtbar: Wo einst fossile Energie gewonnen wurde, wird künftig klimafreundlicher Strom erzeugt. Auf ehemaligen Bergbauflächen entstehen Wind- und Photovoltaikanlagen mit einer geplanten Gesamtleistung von bis zu 400 Megawatt. Hinzu kommen nachhaltige Flächenentwicklungen und innovative Projekte wie eine Verflüssigungsanlage für biogenes CO2 aus regionalen Bioabfällen und landwirtschaftlichen Reststoffen, berichtet die AEE. Das gereinigte Methan wird dabei ins Erdgasnetz eingespeist, während das gereinigte und verflüssigte CO₂ unter anderem für industrielle Anwendungen wie die Herstellung von Trockeneis genutzt wird bei einem Tagesvolumen von etwa 20 Tonnen.

Baustein im deutschen Energiesystem der Zukunft

Zur Stabilisierung des Energiesystems ist ein Großbatteriespeicher mit einer Leistung von 110 Megawatt geplant Neben der Energieerzeugung und -speicherung setzt die Stadt auch auf Innovation und Wissenstransfer.. Parallel stärkt das Innovationszentrum HELMIZ in Kooperation mit dem Fraunhofer IST die regionale Wirtschaft durch Forschung, Technologietransfer und neue Geschäftsmodelle. Damit werde der Wandel nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich aktiv gestaltet, so die Agentur für Erneuerbare Energien.

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Engagement auf allen Ebenen fördern

Die Stadt setzt zudem auf breite Beteiligung: Mit einem Förderprogramm für Klimaschutzmaßnahmen unterstützt sie Bürger:innen bei Projekten wie Balkonsolaranlagen Dach- und Fassadenbegrünungen, Baumpflanzungen sowie Regenwasserrückhaltebecken. Diese Maßnahmen ermöglichten es den Einwohnern, selbst Teil der Energiewende zu werden und konkrete Beiträge zum Klimaschutz zu leisten.

Die Auszeichnung zur Energie-Kommune des Monats würdigt damit ein Gesamtpaket: strategische Planung, innovative Infrastruktur, wirtschaftliche Transformation, wissenschaftliche Kooperationen und konkrete Förderung vor Ort. „Mit ihrer Kombination aus strategischer Planung, innovativer Infrastruktur und aktiver Beteiligung der Bürger:innen zeigt Helmstedt, wie kommunaler Klimaschutz im Strukturwandel erfolgreich umgesetzt werden kann“, begründet AEE-Geschäftsführer Dr. Robert Brandt die Auszeichnung. Mit klarer Strategie, starken Partnern und wachsendem Engagement setzt Helmstedt Maßstäbe für kommunalen Klimaschutz und könnte so zu einem Vorbild für viele Städte im Strukturwandel werden.
Das ausführliche Portrait zur Energie-Kommune des Monats finden Sie hier:
energie-kommunen.unendlich-viel-energie.de/energie-kommunen/helmstedt

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