Strukturwandel mit KlimaschutzWie Anklam Industrie, Innovation und Erneuerbare verbindet

Stadt von oben mit Fluss, Anklam Luftaufnahme
Die Hansestadt Anklam arbeitet erfolgreich an der Energiewende. (Foto: HaSe, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons)

Damit die industrielle Transformation in Deutschland gelingen kann, braucht es Kommunen, die mit Herzblut an der Verbindung wirtschaftlicher Perspektiven mit Klimaschutz arbeiten. Die Hansestadt Anklam unternimmt diesen Kraftakt innovativ.

18.02.2026 – Das 12.000 Einwohner zählende Anklam im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns arbeitet Hand in Hand mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft an der Energiewende. „Industrielle Kompetenz, Bioenergie und mutige Investitionen zeichnen die Aktivitäten der Energie-Kommune des Monats Februar aus“, sagt AEE-Geschäftsführer Robert Brandt. „Anklam nutzt das Potenzial der Erneuerbaren Energien und schafft so zusätzliche wirtschaftliche Perspektiven für die Hansestadt.“ Die Agentur für Erneuerbare Energien e. V. (AEE) hat die Hansestadt Anklam daher als Energie-Kommune des Monats Februar 2026 ausgezeichnet.

Zwei Projekte sind in diesem Zusammenhang richtungsweisend: das Innovationsbündnis biogeniV – auch als Anklamer Zuckerfabrik bekannt – und das in der Umsetzung befindliche Verbundkraftwerk Anklam.

Bereits 1883 fand die Grundsteinlegung der damaligen „Aktiengesellschaft Pommersche Zuckerfabrik Anklam“ statt. 10.157 Tonnen Rüben und daraus produzierte 950 Tonnen Zucker waren das Ergebnis der ersten Monate. Heute ist die Zuckerfabrik eine der modernsten Europas und gehört seit März 2009 zum niederländischen Konzern Royal Cosun UA. Zu der Produktion von 220.000 Tonnen Weißzucker aus 1,8 Millionen Tonnen Rüben von etwa 310 Landwirtschaftsbetrieben sind 2008 eine Bioethanol- und 2013 eine Biogasanlage zur Erzeugung von Biomethan aus Reststoffen hinzugekommen.

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Ziel der biogeniV ist die Stärkung der regionalen Bioenergie sowie die nachhaltige Nutzung biogener Reststoffe zur regionalen Energieversorgung. Die mehr als 40 Partner aus Kommunen, Wissenschaft und Wirtschaft gestalten „eine nachhaltig wirtschaftende grüne EnergieRegion, die mit neuen Innovationen zum Strukturwandel und Klimaschutz in der Region beitragen kann“, so das Bündnis. Neue stoffliche und energetische Nutzungspfade sollen bis dato nicht genutzte biogene Reststoffe und biogenes CO2 mit Erneuerbaren für nachhaltige chemische Grundstoffe und Kraftstoffe einsetzbar machen.

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Das Verbundkraftwerk Anklam plant, mit überschüssigem erneuerbarem Strom jährlich etwa 20.400 Tonnen grünen Wasserstoff zu erzeugen. Dieser wird unter anderem zu grünem Methanol weiterverarbeitet und die bei der Elektrolyse entstehende Abwärme anderweitig genutzt. Das zur Herstellung des Methanols notwendige biogene CO2 kommt aus der Region.

In einer ersten Phase wird bis Anfang 2027 eine Elektrolyseanlage mit 20 Megawatt (MW) realisiert. Nach mehreren darauffolgenden Ausbaustufen plant der Verbund, eine Leistung von 240 MW zu erzielen. Neben neuen Arbeitsplätzen, die dadurch entstehen, legt Anklam hier den Grundstein für die weitere Ansiedlung von Industrie und Forschung. Selbst in der Kommunalen Wärmeplanung spielt die Industrie mit Abwärmenutzung eine Rolle.

Anklam zeigt, welche Potenziale Erneuerbare zusammen mit einem Netzwerk aus Kommune, Wirtschaft und Wissenschaft entfesseln können. Das ausführliche Portrait zur Energie-Kommune des Monats finden Sie hier: energie-kommunen.unendlich-viel-energie.de/energie-kommunen/anklam

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