16.000 Elektrobusse für Shenzhen

Ende 2017 wurden die letzten 1.000 E-Busse der Firma BYD nach Shenzhen geliefert. (Foto: © BYD)
Ende 2017 wurden die letzten 1.000 E-Busse der Firma BYD nach Shenzhen geliefert. (Foto: © BYD)

Deutsche Städte testen bisher nur vereinzelt Elektrobusse, in China ist man weiter: Die Metropole Shenzhen hat ihre gesamte Busflotte umgestellt, über 16.000 Busse fahren nun mit Elektroantrieb und sparen pro Jahr 1,35 Millionen Tonnen CO2 ein.

06.01.2018 – Zum Jahresende schaffte die Verwaltung die letzten 1.000 Elektrobusse an, seit Anfang des Jahres sind die 16.359 Busse der Stadt vollständig elektrisch unterwegs. Damit hat Shenzhen innerhalb weniger Jahre seine gesamte Busflotte elektrifiziert. Das ist umso erstaunlicher angesichts der Diskussionen hierzulande: Ob Berlin, München oder Bonn: Die Verkehrsbetriebe haben nur wenige Elektrobusse im Testeinsatz und die europäischen Autobauer kommen mit der Entwicklung kaum hinterher. Der angekündigte Kauf von 60 Elektrobussen durch die Hamburger Hochbahn ist die bislang größte Erfolgsmeldung.

Die Chinesen setzen dagegen auf eigene Marken, die sind aber deutlich besser aufgestellt: Der Autobauer BYD gilt im Bereich der Elektromobilität als eines der innovativsten Unternehmen der Welt. 80 Prozent der E-Busse in Shenzhen stammen von BYD, das dort auch seinen Unternehmenssitz hat. Mittlerweile greifen immer mehr europäische Verkehrsbetriebe auf den E-Bus des chinesischen Herstellers zu. Im Londoner Nahverkehr fahren beispielsweise seit dem vergangenen Jahr die ersten E-Doppeldeckerbusse, hergestellt von BYD.

Über 8.000 Ladesäulen

Ein Vergleich mit anderen Städten macht die Bus-Umrüstung in Shenzhen noch beeindruckender: Die Berliner Verkehrsbetriebe haben gut 1.4000 Busse im Einsatz, vier davon fahren elektrisch. Die New Yorker Verkehrsbetriebe besitzen mit knapp 5.800 zwar die größte Flotte Nordamerikas, aber auch in der 8,5-Millionen-Metropole fahren nur eine Handvoll Busse mit elektrischem Antrieb. Die 16.000 Elektrobusse in Shenzhen bilden mit gewaltigem Abstand die größte E-Busflotte der Welt.

Mit der kompletten Umrüstung will die Metropole vor allem eines erreichen: Bessere Luft für seine 12 Millionen Einwohner. 345.000 Tonnen Diesel werden so eingespart und 1,35 Millionen Tonnen CO2 vermieden, schätzt die Verwaltung. Um die Busse zu laden, sind in der Stadt verteilt 300 Schnellladesäulen installiert worden, die die Fahrzeuge in zwei Stunden laden können. Zusätzlich wurden 8.000 Straßenlaternen so umgebaut, dass dort E-Busse und E-Autos geladen werden können.

Dabei soll es allerdings nicht bleiben. Bis spätestens 2020 sollen die über 17.000 Taxis der Stadt auf elektrische Antriebe umgerüstet werden, bislang sind bereits 62,5 Prozent E-Autos. Dass das gelingen wird, bezweifelt kaum einer. Schließlich wurden auch die 16.000 Busse früher umgerüstet als ursprünglich angepeilt. cw

   

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