Österreich erprobt autonome Paketzustellung

Der grün-gelbe „E-Post-Roboter auf Rädern“ wurde nun erstmals offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt. (Foto: © Energie Steiermark)
Der grün-gelbe „E-Post-Roboter auf Rädern“ wurde nun erstmals offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt. (Foto: © Energie Steiermark)

In Österreich wurde ein elektronisch betriebenes und autonom fahrendes Fahrzeug für die Paketzustellung im Stadtgebiet erfolgreich getestet. Der Prototyp des vollautonomen Jetflyers navigiert völlig selbstständig zu Zielen in der Grazer Innenstadt.

31.10.2017 – Autonom fahrende Fahrzeuge werden mit Sicherheit einen Teil unserer zukünftigen Mobilität ausmachen. Nicht umsonst hat sich Elon Musk das ehrgeizige Ziel gesetzt, die Autopilot-Technik in Tesla-Fahrzeugen zu integrieren und zu perfektionieren. Seit einiger Zeit arbeitet auch die Technische Universität in Graz an einer ganz eigenen Zukunfts-Technologie. Zusammen mit dem österreichischem Energiedienstleister Energie Steiermark, der Post AG sowie dem Unternehmen i-Tec Styria erproben die Wissenschaftler den Aufbau einer autonomen Transportlogistik. Als Ergebnis ging dabei ein eigens adaptiertes und innovatives Elektrofahrzeug hervor, das nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Um Pakete im Stadtgebiet zukünftig mit einem unbemannten E-Fahrzeug ausliefern zu können, kommt ein Prototyp des vollautonomen Jetflyers von i-Tec Styria zum Einsatz. Dieser wird in einer Ur-Variante bereits seit einiger Zeit von der Post in Österreich verwendet. In Schrittgeschwindigkeit navigiert der Jetflyer dann völlig selbstständig und ohne einen Fahrer zu einprogrammierten Zielen in der Innenstadt von Graz. Bei Ankunft erhalten die Empfänger eine SMS und können ihr Paket selbstständig aus einer Box entnehmen.

3,2 Millionen Euro für neue E-Tankstellen

„Wir sehen in der E-Mobilität generell großes Potential und investieren derzeit 3,2 Millionen Euro in 150 neue E-Tankstellen“, sagt Vorstandssprecher Christian Purrer von der Energie Steiermark. „Diese Innovations-Partnerschaft mit der Post eröffnet neue Möglichkeiten, die wir ganz offensiv entwickeln wollen.“ Dabei wolle man die Erkenntnisse aus dem Projekt für neue Geschäftsmodelle nutzen. „Durch das Jetflyer-Projekt erschließen sich neue Anwendungsgebiete, die wir möglichst rasch unseren KundInnen als Dienstleistungen anbieten werden“, so Vorstandsdirektor Martin Graf.

Für das Projekt wurde ein handelsüblicher Jetflyer in Zusammenarbeit mit dem Institut für Fahrzeugtechnik der Technischen Universität Graz aufwändig umgebaut. Durch eine Verkleinerung des Fahrersitzes konnte ausreichend Platz für eine Paketbox geschaffen werden. Außerdem wurde eine Sensorik mitsamt Rechner und entsprechender Software für die autonome Steuerung sowie die Navigation des Fahrzeugs integriert.

Dadurch kann der Prototyp des vollautonomen Jetflyers automatisch eine Ortsbestimmung im urbanen Raum mittels Karten und Lasersensoren sowie eine effiziente Routenplanung durchführen. Aufgrund der erhöhten Komplexität und Dynamik der Umgebung im urbanen Raum stellt das freie, autonome Navigieren eine besondere große Herausforderung dar. jk

   

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