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Bioenergie, Solarthermie, UmweltwärmeErneuerbare Wärme stammte 2024 zu 80 Prozent aus Bioenergie

Grafik stellt die Anteile der verschiedenen erneuerbaren Wärmequellen dar
Anteil der verschiedenen Energiearten an der Erneuerbaren Wärme 2024 (Grafik: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe 2025, Daten Umweltbundesamt AGEE-Stat)

Bioenergie bleibt mit einem Anteil von 80 Prozent Hauptlieferant für erneuerbare Wärme in Deutschland. Die feste Biomasse – Holz in seinen unterschiedlichen Nutzungsformen – ist nach wie vor wichtigster Energieträger. Biogas und Biomethan legen zu.

24.07.2025 – Die Wärmeversorgung in Deutschland ist derzeit zu 18 Prozent erneuerbar. Überwiegend stammt Wärme in Deutschland also nach wie vor aus fossilen Quellen, vor allem Gas. Bei den regenerativen Wärmequellen ist Bioenergie mit 80 Prozent der Hauptlieferant. Weitere Quellen sind Erd- und Umweltwärme mittels Wärmepumpen (14,9 %) sowie Solarthermie (4,4 %). Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) beim Umweltbundesamt (UBA) hat entsprechende Zahlen veröffentlicht.

Aus fester Biomasse, insbesondere Scheitholz, Holzpellets und Holzhackschnitzel, kommt der Löwenanteil der Bioenergie. Sowohl in Öfen und Kesseln privater Haushalte als auch in größeren Gebäuden und in Wärmenetzen von Kommunen, Unternehmen, Stadtwerken und Energieversorgern wird mit Holz in seinen verschiedenen Nutzungsformen Wärme erzeugt.

Kaskadennutzung mit Rest- und Altholzverbrennung am Ende der Kette

Ergebnisse aus dem Monitoring der Holzverwendung in Deutschland belegen, dass in großen Biomasseanlagen der Energieversorger und Industrieunternehmen bis zu 87 Prozent Altholz und Restholz aus Kaskadennutzung für die Erzeugung von Strom und Prozesswärme sowie Fernwärme zum Einsatz kommen. Auch in den Holzheizungen und Heizwerken im Bereich Gewerbe, Handel und Dienstleistungen sowie Kommunen kommt überwiegend Wald- und Industrierestholz sowie Energieholz aus der Landschaftspflege zum Einsatz. 

Beim Energieholzeinsatz in privaten Haushalten liegt der Anteil von Holzsortimenten aus Kaskadennutzung bei rund 50 Prozent. Der Einsatz von Waldholz, meist als Scheitholz aus eigenem Waldbesitz oder von Selbstwerbern als Waldrestholz/Kronenholz in Kommunal- und Landeswald gewonnen, erfolgt in den Kamin- und Kachelöfen sowie Scheitholzvergasern der privaten Haushalte. Mit Holzpellets kommt in zunehmender Menge ein Energieholzprodukt in privaten Haushalten zum Einsatz, das besonders effizientes und emissionsarmes Heizen mit Holz ermöglicht.

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Nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holzverfügbarkeit

Auch Waldholz wird weiterhin Bestandteil des Biomasseaufkommens zur Energiegewinnung bleiben. Holzentnahme im Wald geschieht zum einen aufgrund der forstlichen Eingriffe beim Umbau bestehender, nicht standortgerechter Wälder in klimastabilere Mischbestände. Dabei fällt neben hochwertigem Stammholz auch Durchforstungs- und Restholz an, das nicht als Bauholz oder zur industriellen Weiterverarbeitung geeignet ist. Zudem verursachen Kalamitätsereignisse ein jährliches Schadholzaufkommen, dessen anderweitige Nutzung etwa aus Gründen der Holzqualität oder des Logistikaufwands wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Außerdem bieten Kleinprivatwaldbesitzer, die aufgrund zu geringer Holzmengen nicht die Säge- und Holzwerkstoffindustrie beliefern, Waldenergieholz an.

Feinstaubemissionen gehen zurück

Feinstaubemissionen in Deutschland sind seit Jahrzehnten stetig rückläufig und so auch die Emissionen aus den Holzfeuerungen. Technischer Fortschritt bei Effizienz und Emissionen von Holzheizungen, angereizt durch strenge Emissionsregelungen sowie Förderprogramme für besonders emissionsarme Holzheizungen, haben diese Entwicklung begünstigt.

Hersteller von Pelletheizungen, Hackschnitzel- und Scheitholzkesseln haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte in Sachen Effizienzsteigerung und Emissionsminderung gemacht.

FNR-Datenbank gibt Überblick zu Holzheizungen auf dem Markt

Die Marktübersicht Holzheizungen der FNR bietet laufend aktualisierte, neutrale und übersichtliche Informationen zu über 1.000 Biomasseanlagen für Pellets, Scheitholz und Hackschnitzel von rund 50 Anbietern. Nutzer können Produktdaten von Pelletöfen und verschiedenen Holzheizkesselmodellen nach Hersteller und Leistung recherchieren. 

Biomasseanlagen in Wohngebäuden können Fördermittel im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen über den KfW-Zuschuss Nr. 458 erhalten. Aktuelle Listen der förderfähigen Anlagen veröffentlicht weiterhin das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). 

Speicherfähige Biomasse für die kalte Dunkelflaute 

In der Nutzung regional nachhaltig verfügbarer Ressourcen und der Kombination verschiedener erneuerbarer Energieträger liegen große Chancen für eine sichere und preisstabile Wärmeversorgung. Bei Heizungssystemen mit Wärmespeicher und in Wärmenetzen können mehrere erneuerbare Wärmeerzeuger wie Solarthermie-, Umweltwärme- und Biomasseanlagen gekoppelt werden. Die Biomasse spielt hier ihre Stärken als günstiger und saisonal speicherbarer Energieträger aus und deckt dabei insbesondere in kalten Wintermonaten die Spitzenlasten ab, springt aber auch zuverlässig in Dunkelflauten ein, wenn erneuerbarer Strom für Wärmepumpen aus Sonne und Wind knapp ist.

Erfreuliches Detail aus der Statistik des Umweltbundesamtes: In der Fernwärme steigt der Anteil erneuerbarer Wärme gemächlich, aber kontinuierlich. Im Schnitt betrug 2024 der Erneuerbaren-Anteil in der Fernwärme knapp 22 Prozent. Vor zehn Jahren lag er noch bei 13,5 Prozent.

Wärme aus Biogas und Biomethan legt zu

Der Einsatz von Biogas, Biomethan und Klärgas für erneuerbare Wärme hat an Bedeutung gewonnen. Zudem wird biogener Abfall z. B. in städtischen Müllheizkraftwerken zur Energieerzeugung genutzt. Der Einsatz von flüssigen Biobrennstoffen, etwa als Bioheizöl, hat eine vergleichsweise geringe Bedeutung. Wichtige Optionen neben Biomasse sind Solarthermie, Geothermie und Umweltwärme einschließlich der mit erneuerbarem Strom betriebenen Wärmepumpen. pf

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