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Einigung über bundesweite Angleichung der Stromnetzentgelte

Deutschlandweit zahlen Stromkunden ganz unterschiedlich hohe Netzentgelte und somit Strompreise – das soll sich bald ändern. (Foto: Nicole Allé)
Deutschlandweit zahlen Stromkunden ganz unterschiedlich hohe Netzentgelte und somit Strompreise – das soll sich bald ändern. (Foto: Nicole Allé)

Die Koalition einigte sich in dieser Woche auf einen Zeitplan für eine Angleichung der Netzentgelte, die schon lange von den bislang benachteiligten ost- und norddeutschen Bundesländern gefordert wurde, um dort den Anstieg der Strompreise zu bremsen.

29.06.2017 – Ab 2019 sollen die bundesweit bislang recht unterschiedlich hohen Stromnetzentgelte schrittweise angeglichen werden, darauf haben sich Union und SPD am Dienstag in Berlin geeinigt – und zwar vom 1. Januar 2019 an in vier Schritten bis zum Jahr 2022. Das sogenannte Netzentgeltmodernisierungsgesetz (Nemog) kann nun zügig verabschiedet werden. „Mit bundesweiten Übertragungsnetzentgelten verringern wir regionale Kostenunterschiede und sorgen für eine bessere Verteilungsgerechtigkeit bei den Stromkosten“, kommentierte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries das späte Ergebnis.

Ein weiteres Signal an die Wähler zur Bundestagswahl im September, die jedoch unterschiedliche Reaktionen hervorrufen dürfte: Denn bei der geplanten Neuverteilung der Abgaben würden die nord- und ostdeutschen Länder zwar profitieren, für Stromkunden in den westlichen Bundeländern wie etwa in NRW würde es dagegen etwas teurer. Die Differenz zwischen Kosten im Osten und Westen war jedoch kaum mehr zu rechtfertigen, denn die Entgelte in den Neuen Bundesländern erreichen einen Anteil am Strompreis von elf bis zwölf Cent pro Kilowattstunde, in NRW sind es dagegen um die fünf Cent. Daher waren vor allem die östlichen Bundeländer an einer bundesweiten Angleichung der Netzentgelte interessiert und hatten dies im Bundesrat deutlich gemacht.

Auch im Norden hatte es viel Unmut gegeben – denn hier müssen aufgrund vieler Windkraftanlagen Netze installiert werden, was dann in Folge für höhere Strompreise sorgt. Gerade in den Regionen mit vielen Erneuerbaren-Energien-Anlagen fallen höhere Preise an als anderswo, vor allem weil auch die Koordination der dezentralen Kraftwerke mit den fossilen Kraftwerken Netzeingriffe notwendig macht. Zudem ist die Besiedlungsdichte im Norden und in den nordöstlichen Gebieten geringer als in anderen Gebieten – damit fallen die Netzkosten noch einmal höher aus. na


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Kommentare

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Eitel Heck 29.06.2017, 08:52:44

+119 Gut Antworten

Mit dieser Entscheidung wurde die bisherige Ungerechtigkeit zwischen den Bundesländern bei Netzendgelten beseitigt.

Eine Entscheidung, die sicherlich von vielen Menschen, darunter in den ostdeutschen Bundesländern, begrüßt wird.


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