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Bericht der Internationalen Energieagentur IRENA

Off-Grid Erneuerbare-Energien auf dem Vormarsch

Solarkiosk in Ouagadougou, Burkina Faso (Foto: Wegmann / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0)
Solarkiosk in Ouagadougou, Burkina Faso (Foto: Wegmann / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0)

Der Ausbau von Off-Grid-Systemen, netzunabhängigen Erneuerbare-Energien-Anlagen, ist im letzten Jahrzehnt weltweit rasant vorangegangen. Das hat laut IRENA vor allem auf dem afrikanischen Kontinent das sozioökonomische Wachstum gefördert.

26.07.2018 – Erneuerbare-Off-Grid-Systeme bringen sauberen Strom und Wärme in entlegene Gebiete und seien damit eine wichtige Säule für eine nachhaltige Entwicklung, vor allem in Bezug auf Entwicklungsländer, so ein aktueller Statusbericht der Internationalen Energieagentur IRENA zum wachsenden Ausbau solcher Systeme. Die Ergebnisse wurden vor kurzem während des High Level Political Forum der Vereinten Nationen in New York vorgestellt. Das Papier Off-grid Renewable Energy Solutions, Global and Regional Status and Trends basiert auf einer statistischen Analyse von IRENA und soll eine globale Übersicht zur Entwicklung und den Auswirkungen des Erneuerbaren-Offgrid-Sektors bieten.

„Off-Grid-Erneuerbare Energien leisten einen wichtigen Beitrag zum Energiezugang in den Entwicklungsländern, nachdem sie in den letzten Jahren ein breites und rasches Wachstum verzeichnen konnten“, kommentiert Rabia Ferroukhi, stellvertretende Direktorin für Wissenspolitik und Finanzen bei IRENA, die Ergebnisse. Die Analyse erfasse die Dynamik und mache gleichzeitig die Notwendigkeit deutlich, die Bemühungen um die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung bis 2030 zu verstärken.

Kapazität in den letzten zehn Jahren verdreifacht

In den vergangenen zehn Jahren sei ein enormes Wachstum zu verzeichnen: Seit 2008 habe sich die installierte Kapazität verdreifacht. Aktuell haben laut IRENA rund 133 Millionen Menschen Zugang zu kostengünstigen und sicheren Erneuerbaren Energien. Offgrid-Systeme mit Erneuerbaren Energien bieten viele Einsatzmöglichkeiten, etwa die Energieversorgung in der Landwirtschaft, Telekommunikationsinfrastruktur, Gesundheitszentren, Schulen und ländliche Unternehmen sowie Dienstleistungen.

Vor allem Afrika habe sich zu einem dynamischen Drehkreuz für Offgrid-Systeme entwickelt, mit der Entwicklung von solaren Beleuchtungs- und Kochlösungen sowie Innovationen bei Bereitstellungs- und Finanzierungsmodellen. Offgrid-Erneuerbare versorgten laut IRENA auf dem afrikanischen Kontinent derzeit rund 53 Millionen Menschen, in Asien nutzten rund 76 Millionen Menschen netzunabhängige erneuerbare Stromquellen. Auch in Südamerika sei eine Zunahme an erneuerbaren Off-Grid-Systemen zu beobachten; dort ist das Stromnetz besser ausgebaut, Offgrid sei dort vor allem die Lösung für den Stromzugang „auf den letzten hundert Metern zum Haus“.

„Erneuerbare Energien stellen eines der effektivsten und wirtschaftlichsten Mittel dar, die für den universellen Energiezugang zur Verfügung stehen“„Erneuerbare Energien stellen eines der effektivsten und wirtschaftlichsten Mittel dar, die für den universellen Energiezugang zur Verfügung stehen“, sagt Ferroukhi. Man beginne nun zu verstehen, wie Strom aus erneuerbaren Energiequellen vor Ort das Leben von Millionen von Menschen weltweit positiv beeinflussen könne und Stabilität und neue Möglichkeiten biete. Neben der Energie selbst leisten Erneuerbare Energien einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung indem sie Arbeitsplätze schaffen, das Wachstum stimulieren, die Ressourcensicherheit gewährleisten und die Gesundheit verbessern. Die Verknüpfung der Lieferung von netzunabhängigen Lösungen mit der Bereitstellung von Energiedienstleistungen könne erhebliche sozioökonomische Vorteile entfalten, heißt es im Papier.

Da geht noch mehr – Rahmenbedingungen schaffen

Um sozioökonomische Vorteile auf Dauer zu schaffen müsste aber noch an einigen entscheidenden Stellschrauben gedreht werden. Bei den Betroffenen sei das Bewusstsein für Solarenergie längst da, berichtet die re:publica Kuratorin Geraldine de Bastion, die sich seit Jahren mit der digitalen Entwicklung Afrikas beschäftigt und in diesem Zusammenhang mit dem Zugang zu sauberem Strom. Beispiele für die Nutzung und Eigeninitiativen gebe es etliche, sagt sie, bspw. ARED, ein Unternehmen, das Solarkioske in Ruanda betreibt. Dort können Menschen mithilfe von Solarstrom kostengünstig ihre digitalen Geräte aufladen und das Internet nutzen – vor allem in Gebieten, wo es sonst keine zuverlässige Stromversorgung gibt. Die Solarkioske werden allerdings aus Deutschland importiert – anstatt sie vor Ort zusammenzubauen. Es handle sich also oft um ein Strukturproblem, sagt de Bastion. Um eine wirklich nachhaltige sozioökonomische Verbesserung vor Ort zu gewährleisten reiche es eben nicht, die Systeme zu importieren. Zudem müssten die  legislativen Rahmenbedingungen in vielen Ländern angegangen werden. na


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