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Sonne satt im Juli

Allzeithoch der Solarenergie sorgt für stabile Stromversorgung

Drohnenaufnahme einer Photovoltaik-Anlage
Durch die gute Abdeckung der Spitzenlastzeiten konnten die Solaranlagen auch zum Absinken der Börsenstrompreise beitragen. (Foto: Andreas Gücklhorn on Unsplash)

Mit einer Rekordproduktion haben die Photovoltaik-Anlagen im Juli einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Stromversorgung geleistet. Der Anteil an der Stromerzeugung betrug über 15 Prozent – die Solarenergie überflügelte sogar die Atomkraft.

06.08.2018 – Mit einer Gesamtproduktion von 6,7 Terawattstunden (TWh) Solarstrom haben die in Deutschland installierten Photovoltaik-Anlagen im Juli einen neuen Allzeitrekord aufgestellt, zeigen Daten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE. Noch nie hat die Solarenergie in einem Monat mehr Strom produziert. Der Anteil an der gesamten Stromerzeugung wuchs auf stolze 15,1 Prozent und überholte sogar die Kernkraft (13,8 Prozent). Bereits in den letzten Tagen wurde bekannt, dass mehrere Kohlekraftwerke ihre Leistung drosseln mussten, da das Kühlwasser vieler Flüsse zurzeit zu warm ist. Ähnlich erging es auch einigen Atomkraftwerken in Deutschland.

Unverzichtbare Stromquelle„Solaranlagen brauchen keine Kühlung, die derzeitige Hitzewelle macht ihnen nichts aus. Damit sind sie zu einer unverzichtbaren Stromquelle geworden, ohne die unser Netz nur schwer stabil zu halten wäre“, erklärt Bruno Burger, der am Fraunhofer ISE die Energiedaten-Plattform Energy-Charts betreut. Damit erfüllt die Photovoltaik eine wichtige netzstabilisierende Funktion.

Bedarfsgerechte Produktion ist ein großer Vorteil der Solarenergie

Außerdem haben Photovoltaik-Anlagen den großen Vorteil, dass ihre bedarfsgerechte Produktion zu den aktuell sehr hohen Verbräuchen zur Mittagszeit passt. Aufgrund der Rekordhitze in Deutschland laufen die Klima- und Kühlanlagen dann zurzeit auf Hochtouren und benötigen besonders hohe Strommengen. So kann es schon einmal vorkommen, dass die Solaranlagen bei ihrer Produktionsspitze bis zu 30 Gigawatt (GW) in das Stromnetz einspeisen.

Mit einem Anteil von bis zu 40 Prozent an der gesamten Stromerzeugung sind sie dann zu dieser Tageszeit die größten Energieerzeuger. Durch diese gute Abdeckung der Spitzenlastzeiten konnten die Solaranlagen auch dazu beitragen, dass die Börsenstrompreise abgesunken sind.

Ein weitere positiver Nebeneffekt: Die PV-Anlagen erzeugen aufgrund ihrer hohen Dezentralität den Strom auch noch nahe beim Verbraucher. Dadurch werden nicht nur Übertragungsverluste reduziert, sondern auch die Zuverlässigkeit der Stromversorgung erhöht.

Solarstrom-Nachfrage zieht an

Dieses hohe Potenzial haben viele Bürger und Unternehmen auch aufgrund des aktuellen Rekordsommers erkannt und genutzt. So wurden im ersten Halbjahr 2018 bereits Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 1.340 Megawattpeak (MWp) neu installiert, berichtet der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (901 MWp) ist das eine Steigerung um knapp 50 Prozent. Neben dem Wetter sei dies primär auf die weiter gesunkenen Preise zurückzuführen. jk


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